Mittwoch, 17. Oktober 2018
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Anreize für Landwirte, ein Moornachhaltigkeitsgut: Landrat fordert erneut ein Engagement im Donaumoos

Was Weigert von der Staatsregierung verlangt

Kleinhohenried
erstellt am 11.06.2018 um 15:11 Uhr
aktualisiert am 15.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kleinhohenried (SZ) Die Eröffnung der Doppelausstellung "Faszination Moor" und "Donaumoos-Entwicklungskonzept" im Haus im Moos hat Landrat Roland Weigert genutzt, um seine Forderungen an die große Politik zu präzisieren. "Die Staatsregierung hat sich nichts geschissen ums Donaumoos", wetterte er.
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Wenn es um das Donaumoos geht, dann kann Landrat Roland Weigert (l.) schon mal die Zähne fletschen. Bei der Ausstellungseröffnung im Haus im Moos forderte er vom Freistaat mehr Engagement für einen klimatisch bedeutenden Naturraum.
Wenn es um das Donaumoos geht, dann kann Landrat Roland Weigert (l.) schon mal die Zähne fletschen. Bei der Ausstellungseröffnung im Haus im Moos forderte er vom Freistaat mehr Engagement für einen klimatisch bedeutenden Naturraum.
Hofmann
Kleinhohenried
"Ich sage das nicht als Vorwurf, ich sage das mit Enttäuschung, mit Bitterkeit", fuhr Weigert fort und stellte klar, dass diese Emotionen nicht gegen die CSU gerichtet seien. "Dass wir im Umgang mit dem Habitat Moor etwas machen müssen, das wissen wir", und zwar nicht erst seit gestern, sagte Weigert. Warum, das zeigt die Ausstellung "Faszination Moor" des Landesamtes für Umwelt (LfU): Wenn sich Moorboden sprichwörtlich in Luft auflöst, dann entstehen dabei Unmengen an Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Der Erhalt des Moorbodens - nicht nur im Donaumoos, aber vor allem dort, ist es doch das größte zusammenhängende Niedermoor Süddeutschlands - ist also klimapolitisch von nicht unerheblicher Bedeutung.

Und darauf ging Weigert ein: Im Donaumoos-Zweckverband sei bereits viel erreicht worden. Doch der Landkreis, der Bezirk und die Gemeinden seien schlichtweg überfordert mit der Aufgabe, den Moorschwund zu stoppen. Die Debatten über den dritten Nationalpark in den Donau-Auen hätten gezeigt, dass es durchaus eine Wertschätzung für diesen Naturraum, zu dem ja auch das Donaumoos gehöre, gebe. Das müsse nun in konkrete Programme münden. Weigert forderte eine Anreizpolitik für Landwirte, die ihre Flächen aus der Produktion nehmen. Hier könne ein Referenzprojekt entstehen.

Grob über den Daumen gepeilt rechnet der Landrat mit einem Finanzbedarf von zehn Millionen Euro - angesichts des bayerischen Gesamthaushalts müsse das wohl drin sein und sei auch volkswirtschaftlich sinnvoll, meinte er. "Ich bitte" - und dieses "bitte" sagte Weigert sozusagen in Großbuchstaben - "den Freistaat Bayern, dass er sich hier entsprechend einsetzt." Nachdem es schon mal ein Moorversuchsgut gab, könne man nun zum Beispiel ein "Moornachhaltigkeitsgut" ins Leben rufen, schlug Weigert vor. Er sei sicher, dass es Leute gebe, die gute Ideen hätten, die die Staatsregierung aufgreifen könnte.
Bernd Hofmann
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