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Waidhofenes Bürgermeister Josef Lechner spricht über Radwege und ein neues Feuerwehrhaus, eventuell mit Zusatzfunktion

"Die Gemeinde bräuchte einen Sitzungsraum"

Waidhofen
erstellt am 14.11.2017 um 18:50 Uhr
aktualisiert am 18.11.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Waidhofen (SZ) Er ist ein alter Hase: Seit 1996 ist Josef Lechner Bürgermeister von Waidhofen - so lange, wie im Schrobenhausener Land sonst nur noch Manfred Russer. Ursprünglich keiner Partei zugehörig, ist Lechner, seit er es 2008 erstmals mit Gegenkandidaten zu tun bekam, inzwischen im Schoß der CSU gelandet. Und als Chef der Verwaltungsgemeinschaft (VG), zu der neben Waidhofen auch Berg im Gau, Brunnen, Gachenbach und Langenmosen gehören, ist Lechner sozusagen der Ober-Bürgermeister im Schrobenhausener Land. Und vielleicht tröstet ihn ja sein Büro im VG-Gebäude am Herzoganger in Schrobenhausen ein wenig darüber hinweg, dass er eines der großen Ziele, die sich durch seine mehr als 20-jährige Amtszeit ziehen, noch nicht erreicht hat: eine zumindest einigermaßen repräsentative Gemeindekanzlei zu schaffen. Seitdem das alte Raiffeisen-Lagerbüro, in dem die Gemeinde drei Räume hatte, Anfang 2008 abgerissen wurde, gibt es so etwas in Waidhofen ja überhaupt nicht mehr. Aber, wer weiß, was noch kommt . . .
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Waidhofen: "Die Gemeinde bräuchte einen Sitzungsraum"
Im Nebel verliert sich die Zukunft des Waidhofener Feuerwehrhauses - und das ja schon seit Jahren. Nun gibt es wieder Überlegungen, die Feuerwehr aus der engen Ortsmitte auszulagern und ihr ein neues Domizil in B-300-Nähe zu errichten, sagt Lechner. - Fotos: Hofmann
Waidhofen

Herr Lechner, die Hälfte der aktuellen Wahlperiode ist vorüber. Wenn Sie auf Ihr Wahlprogramm von 2014 zurückblicken: Wie ist es bisher gelaufen mit der Umsetzung, was haben Sie schon erledigt, wo hakt es noch?

Bürgermeister Josef Lechner: Die Kinderbetreuung läuft hervorragend: Die Krippe haben wir fertig, der Kindergarten ist saniert worden. Die Schule ist auch im Top-Zustand, dafür haben wir ja schon in der vorangegangenen Wahlperiode gesorgt. Jugendarbeit und ehrenamtliche Tätigkeit unterstützen wir sowieso. Neu geschaffen wurde der Seniorenbeirat. Ein Schwerpunktthema ist und bleibt die Entwässerungseinrichtung - da sind wir fest dabei. Der Kanal in der Hofmarkstraße wurde neu gemacht, in der Sankt-Wendelin-Straße wurde er repariert und auch in der Gröbener Straße ausgetauscht. Neu ist der Kanal auch in Teilen der Ringstraße und des Mesnerwegs. Und wir haben Aufträge vergeben für Sanierungsmaßnahmen in Waidhofen und Rachelsbach - das macht der Roboter, da müssen wir nicht aufgraben. Die nächste Maßnahme ist dann im Mühlweg - da muss der Kanal zum Teil neu gemacht werden. Das wollen wir nächstes Jahr packen. Der Ausbau der B300 Richtung Geisenfeld stockt leider. In diesem Zusammenhang ist auch die Gemeindeverbindungsstraße nach Stadel zu sehen - die wird nördlich der B 300 gebaut, das haben wir erreicht. Und wir sind dabei, ein neues Baugebiet auszuweisen - allerdings nicht den nächsten Abschnitt von Grundäcker, sondern auf der anderen Seite von Rachelsbach, Richtung Westerbach.

 

Bald gibt es ja eine Tankstelle an der B300. Was ist denn entlang der Bundesstraße an Bebauung noch möglich - weiteres Gewerbe? Vielleicht sogar ein neues Feuerwehrhaus?

Lechner: Beim Stauch haben wir noch eine Fläche ausgewiesen, die bekommt zum Teil die Firma Stauch, zum Teil wir. Dann sind im Kringel bei der Tankstelle - also innerhalb der Auffahrtsschleife bei der B300, auf der anderen Seite des Schmiedbachs - noch Gewerbeflächen vorgesehen. Da haben wir den meisten Grunderwerb schon getätigt. Und was ein neues Feuerwehrhaus angeht: Das ist angedacht - da klären wir noch ab, ob das mit dem Grundstück klappt. Das wäre dann auch an der B300, südlich davon. Die Feuerwehr hat schon ihre Wünsche geäußert.

 

Bekommt Waidhofen eigentlich noch einmal irgendwann eine Gemeindekanzlei?

Lechner: Wenn man schon ein neues Feuerwehrhaus baut, wäre natürlich der Gedanke, dass man da was dazumacht für die Gemeinde. Die Gemeinde bräuchte einen Sitzungsraum, die Feuerwehr bräuchte einen Sitzungsraum - da könnte man Synergieeffekte nutzen. Die Gemeinde könnte die Räume auch Vereinen zur Verfügung stellen. Und man sollte ein solches Gebäude - es wird wohl eher eine Halle - auch mit Erweiterungsmöglichkeiten planen. Ich bin jedenfalls optimistisch, dass es diesmal was wird mit unserer Gemeindekanzlei, wobei wir derzeit mit unseren Sitzungsräumen im Schützenheim und im Pfarrheim sicherlich nicht schlecht bedient sind. Was dann mit dem alten Feuerwehrhaus am Kirchplatz passiert, das müsste man sich überlegen, wenn es so weit ist. Aber da wollen wir die Bürger einbinden. Soll man es weiter nutzen - oder lieber wegreißen und einen schönen Dorfplatz schaffen? Wie gesagt, das sollen die Bürger entscheiden.

 

Gibt es noch Pläne für weitere Radwege? Die Verbindung zwischen Diepoltshofen und Strobenried ist ja schon seit Jahren im Gespräch.

Lechner: Diepoltshofen-Strobenried ist immer noch auf der Agenda - da sind wir mit zwei Grundstückseigentümern weiter im Gespräch. Und wenn man mal träumen darf: Wenn wir den Weg nach Brunnen hinbekämen, könnten wir nach Neuburg radeln - aber darüber ist noch gar nicht geredet worden. Die Strecke von Gröbern nach Brunnen liegt ja auch vor allem auf Brunnener Gemeindegebiet. Eventuell wäre es auch ein Wunsch, vom Sportheim nach Königslachen zu radeln. Aber das ist schon ein langes Stück . . . Oder von Schenkenau nach Hohenwart in den Markt rein. Da müssten wir uns jeweils mit Nachbargemeinden abstimmen.

 

Was steht bis zum Ende des Jahres noch auf der Agenda?

Lechner: Einen wichtigen Schritt haben wir gemacht: Der DSL-Ausbau läuft. Am 20. September habe ich den Vertrag unterschrieben. Die Erdarbeiten beginnen aber erst im nächsten Jahr. Den Kanal im Mühlweg wollen wir von der Planung her auf alle Fälle noch auf den Weg bringen, damit wir im nächsten Jahr bauen können. Da soll auch eine neue Wasserleitung verlegt werden. Die neue Bauhofhalle wollen wir möglichst heuer noch bauen, die Planung gibt's schon. Und das neue Baugebiet wollen wir auf den Weg bringen.

 

Die Fragen stellte Bernd Hofmann.

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