Donnerstag, 16. August 2018
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Für die Stadtwerke sind Pflaster und Asphalt bei Reparaturen nicht das Problem in der Lenbachstraße

Glück im Unglück gehabt

Schrobenhausen
erstellt am 11.06.2018 um 15:50 Uhr
aktualisiert am 15.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Das ging fix: Der defekte Kanal in der südlichen Lenbachstraße war am Montag binnen weniger Stunden repariert. Doch der Blick von Tobias Zimmermann, technischer Leiter der Stadtwerke, in die Zukunft ist düster: Vor allem die Vielzahl der Leitungen in der Altstadt lässt ihn wenig Gutes ahnen.
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Schneller als geplant war der Kanal in der Lenbachstraße wieder in Ordnung gebracht ? weil keine anderen Leitungen im Untergrund störten.
Schneller als geplant war der Kanal in der Lenbachstraße wieder in Ordnung gebracht - weil keine anderen Leitungen im Untergrund störten.
Spindler
Schrobenhausen
"Das ging schneller als erwartet und war eigentlich ganz unspektakulär", zieht Tobias Zimmermann eine erste Bilanz der Kanalbaustelle in der südlichen Lenbachstraße. Natürlich wisse man im Vorfeld immer nicht so genau, was auf einen zukomme, gibt der technische Leiter der Schrobenhausener Stadtwerke zu. Zwar verschaffe eine Kamerauntersuchung etwas Klarheit, wie groß ein Kanalschaden dann aber wirklich ist, lasse sich erst einwandfrei feststellen, wenn in die Tiefe gegraben wurde.

"Warum sollte man nicht mal Glück im Unglück haben?", fragt Zimmermann, wenn er auf die kleine Baustelle in der frisch sanierten Lenbachstraße blickt. Solche Defekte an der Abwasserkanalisation kämen immer wieder vor. Nur gerade die sanierte Lenbachstraße sei ein neuralgischer Punkt. Dabei machten den Baufirmen weniger die Pflastersteine noch die darunter liegende Drainasphaltschicht Kopfzerbrechen. Das sei schon innerhalb eines Tages zu schaffen, ist sich Zimmermann aus Erfahrung sicher.

Nur eben in diesem Fall nicht. Die Baufirma, die derzeit im zweiten Bauabschnitt des Altstadtumbaus die Pflastersteine verlege, hatte laut Zimmermann darauf bestanden, die Pflastersteine und den Asphalt selber am vergangenen Samstag abzuheben. Und sie würden beide Schichten auch selber wieder einbauen. Zimmermann: "Von dem Malheur wird am Mittwochabend nichts mehr zu sehen sein."

Wie das in Zukunft allerdings wird, wenn der Altstadtumbau beendet ist, weiß Zimmermann heute noch nicht. Vielleicht lagere die Stadt ja eine paar Ersatzpflastersteine ein, fragt er sich. "Da bleibt ein bisschen was übrig", sagt Stadtbaumeister Axel Westermair, "damit Herr Zimmermann seine Löcher wieder stopfen kann." Dann seien die Reparaturen nur eine Frage der Auswahl der richtigen Baufirma, meint Zimmermann. Kein Problem also - soweit.

Doch die Vielzahl der Netze, die unter der Lenbachstraße liegen, lassen Zimmermann nicht mit größtem Optimismus in die Zukunft schauen. Denn eines ist sicher: Irgendwann werde wieder ein Kanal oder eine Wasserleitung kaputtgehen.

Etwa sieben Sparten haben ihre Netze in der Lenbachstraße eingegraben - von der Telefonleitung über Gas, Wasser und Abwasser bis zur Fernwärmeversorgung. Ganz schön eng werde es da im Untergrund der Altstadt, so Zimmermann. Bei den meisten handele es sich ja nicht um ausschließlich einfach um eine Leitung, sondern gleich um mindestens zwei, sagt Zimmermann. Je nachdem, wo sich ein Schaden genau befinde, müssten die Baufirmen dann teilweise von Hand die Baugrube für die Reparatur ausschachten, um keine der anderen Leitungen in Mitleidenschaft zu ziehen.
Jürgen Spindler
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