Mittwoch, 19. Dezember 2018
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Erste Bäume müssen wegen des B-300-Ausbaus fallen - Bau der eigentlichen Umgehung wohl ab 2022

Weichenried: Es geht tatsächlich los

Weichenried
erstellt am 05.12.2018 um 18:36 Uhr
aktualisiert am 09.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Weichenried (SZ) Der Ausbau der B300 zwischen Thierham und Oberkreut auf einer insgesamt 4,3 Kilometer langen Strecke wird in mehrere Bauabschnitte aufgeteilt. Das Herzstück ist natürlich die Umfahrung von Weichenried. Losgehen die ersten Vorarbeiten nun aber an einer anderen Stelle.
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Während auf der Bundesstraße der Verkehr vorbeirauscht, fällt die Straßenmeisterei zwischen Thierham und Eulenried Bäume. Für diese Arbeiten sind mehrere Monate reserviert. Danach wird hier eine Gemeindeverbindungsstraße gebaut ? der erste Schritt für die lang ersehnte Ortsumgehung von Weichenried.
Während auf der Bundesstraße der Verkehr vorbeirauscht, fällt die Straßenmeisterei zwischen Thierham und Eulenried Bäume. Für diese Arbeiten sind mehrere Monate reserviert. Danach wird hier eine Gemeindeverbindungsstraße gebaut - der erste Schritt für die lang ersehnte Ortsumgehung von Weichenried.
Hofmann
Weichenried
Eines gleich vorweg: Bis der Durchgangsverkehr nicht mehr durch Weichenried rollt, dürfte schon mindestens ein Drittel der 2020er-Jahre vorbei sein. Arne Schönbrodt, der für den Landkreis Pfaffenhofen zuständige Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt Ingolstadt, geht derzeit davon aus, dass 2022 mit dem Bau der eigentlichen Ortsumgehung begonnen werden kann. Und die Bauarbeiten dürften sich dann über eineinhalb Jahre hinziehen - mindestens.

Die Umgehung von Weichenried ist ein Bauabschnitt - der dreistreifige Ausbau der Bundesstraße östlich und westlich davon auf jeweils gut einem Kilometer Länge ein anderer. Und der wird nun zuerst in Angriff genommen. Weil die Bundesstraße breiter wird, müssen Bäume gefällt werden. Diese Rodungen seien mit den Naturschutzbehörden abgesprochen und auch Teil des umfangreichen Planfeststellungsverfahrens gewesen, das mit einem entsprechenden Beschluss der Regierung von Oberbayern abgeschlossen wurde, erklärt Schönbrodt. Seit März dieses Jahres ist der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig, beim Staatlichen Bauamt machte man sich sofort an die Detailplanung.

Diese Planung zeigt nun auch, warum der Platzbedarf beim Ausbau der B300 auch dort, wo sie auf der alten Trasse bleibt, so groß ist. Zum einen wird das Asphaltband durch die zusätzliche Überholspur natürlich schon mal ein paar Meter breiter. Und dann geht mit dem Ausbau noch die Sperrung für langsamen und landwirtschaftlichen Verkehr einher - die B300 wird künftig eine so genannte Kraftfahrstraße sein. Das Staatliche Bauamt muss nun dafür sorgen, dass auch dann Traktoren oder Mopeds von Weichenried nach Hohenwart oder Pörnbach kommen können. Für sie entsteht gleich südlich der B300 eine eigene Gemeindeverbindungsstraße, gerne auch Anwandweg genannt, die in Weichenried in die bestehende Ortsdurchfahrt einmündet. Diese neue Straße wird fünfeinhalb Meter breit. "Das ist schon ein richtiger Straßenneubau", sagt Schönbrodt, "das braucht schon seine Zeit."

In diese neue Gemeindeverbindungsstraße münden künftig auch die Zufahrtsstraße nach Eulenried oder auch - über eine Brücke - Englmannszell ein. Denn direkte Anschlüsse an die Bundesstraße wird es künftig aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht mehr geben. Wer also von Eulenried nach Hohenwart will, nimmt in ein paar Jahren die Gemeindeverbindungsstraße, nicht die B300.

Der Anwandweg wird auch während das Umbaus der B300 eine wichtige Funktion haben: Der gesamte Verkehr in eine Fahrtrichtung wird über ihn laufen, während an der Hauptstrecke gebaut wird. Damit kann das Staatliche Bauamt monate- oder gar jahrelange Umleitungen vermeiden.

Doch das ist alles noch Zukunftsmusik. Denn jetzt wird erst mal nur gerodet. Die Arbeit übernehmen die Mitarbeiter der Ingolstädter Straßenmeisterei. Fürs Fällen der Bäume sind mehrere Monate eingeplant. Das Ganze soll laut Staatlichem Bauamt so weit wie möglich ohne Beeinträchtigungen des Verkehrs auf der Bundesstraße ablaufen - zeitweise seien halbseitige Sperrungen mit Ampelregelungen aber wohl nicht zu vermeiden, heißt es. Schönbrodt will auch kurzzeitige Vollsperrungen nicht ganz ausschließen.

Derzeit führe seine Behörde noch Grunderwerbsgespräche, sagt der Bauoberrat. Ende 2019 könnte es dann weitergehen mit dem Abtrag des Oberbodens. Dann sind die Archäologen an der Reihe. Und 2020 soll dann wirklich der richtige Straßenbau beginnen. Ist der Anwandweg fertig, geht es weiter mit dem dreistreifigen Ausbau der B300. Parallel dazu soll auf der künftigen Umgehungsstrecke ein Brückenbauwerk entstehen - es führt über die Straße nach Schwaig, die dafür tiefer gelegt werden muss. 2022 soll dann der Bau der eigentlichen Ortsumgehung beginnen, die zweistreifig ist und eine Anschlussstelle erhält.

Dass die beiden Überholstreifen nun vor der Weichenrieder Umgehung gebaut werden, habe im Wesentlichen zwei Gründe, erklärt Arne Schönbrodt: Zum einen sei der Grunderwerb entlang der bestehenden Trasse schon weit. Hier könne also bald mit den Arbeiten begonnen werden, und "wir wollen ja keine Zeit verlieren". Zum anderen habe das mit der Planung des Bauablaufs zu tun. So seien in den Bereichen am Weichenrieder Ortsrand, wo die Umgehungstrasse von der jetzigen Ortsdurchfahrt abweicht, höhenmäßige Anpassungen nötig, die nur möglich seien, wenn eine fertige Gemeindeverbindungsstraße als Ausweichstrecke zur Verfügung stehe. Generell ist der wohl rund 15 Millionen Euro teure Ausbau bei Weichenried nach Schönbrodts Worten "eine der größten Baumaßnahmen im Landkreis Pfaffenhofen der letzten Jahre".
Bernd Hofmann
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