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Sterne nur noch im Computer

erstellt am 14.10.2007 um 22:02 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 07:27 Uhr | x gelesen
Garching/Aresing (SZ) Kaum Neues zum Lofar-Antennenfeld bei Weilenbach erfuhren die 44 Aresinger, die am Samstag mit dem Bus zur Langen Nacht der Wissenschaft nach Garching gekommen waren. Allerdings bekamen sie interessante Einblicke in die Welt der Astrophysik.
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Ein Gipfel der Wissenschaft: Hans-Martin Adorf (l.) erklärt den Besuchern aus Aresing auf der höchsten Dachterrasse des MPA den Garchinger Campus, der im Hintergrund zu sehen ist. - Foto: Hofmann
Während sich die normalen Besucher der langen Nacht der Wissenschaft auf dem Garchinger Forschungsgelände rund um das legendäre Atom-Ei (siehe auch Bericht auf Seite 11) anhand von Schautafeln über den Stand der Forschung informieren oder lange auf Führungen warten mussten, bekamen die Aresinger schon eine Stunde vor der Toröffnung im Max-Planck-Institut für Astrophysik (MPA) einen Extraempfang. Neben Hans-Martin Adorf, dem ständigen Ansprechpartner für die Aresinger, und Lofar-Projektleiterin Benedetta Ciardi schaute auch MPA-Direktor Simon White vorbei, als sich die Gäste aus Aresing warmen Leberkäs und Brezen schmecken ließen. In einem speziellen Vortrag erfuhren sie noch einmal die Grundlagen des internationalen Lofar-Projekts und die Pläne für Aresing (siehe untenstehenden Bericht).

Mit Lofar wollen die Astrophysiker Radarbilder von den Aktivitäten Schwarzer Löcher erhalten und Karten von der Verteilung prägalaktischer Gase – also sozusagen aus den Kindertagen des Universums – erstellen, erklärte der Wissenschaftler Torsten Enßlin. Wenn Materie – also zum Beispiel ein Stern – in ein Schwarzes Loch stürze, leuchte sie im Bereich der Radiostrahlung noch einmal hell auf. Dieses letzte Signal eines sterbenden Sterns könne Lofar registrieren.

Weil es für die Himmelsbeobachtung noch zu hell war – draußen auf der Dachterrasse wurden gerade die Teleskope aufgebaut – informierten sich die Aresinger anhand von Schautafeln und Filmen über Themen wie Kometen, die Kernfusion in der Sonne, die Supernova 1987A und unternahmen einen virtuellen Flug in den Orionnebel.

In launigen Worten beantwortete Hans-Martin Adorf Fragen zum Universum. Dabei gestand der Astrophysiker ("Heute sagt man Astrophysiker. Astronom, das war beobachten – so wie Schmetterlinge sammeln."), dass er sich mit dem Sternenhimmel im Wesentlichen nur noch im Computer befasse: "Sie kennen den in Aresing vielleicht viel besser, weil Sie die Sterne noch sehen." In Garching, zwischen München und dem Flughafen, verschlucke der Elektrosmog viel vom Sternenlicht. Nicht nur für Lofar, sondern auch für einen ganz unwissenschaftlichen Blick in den Sternenhimmel ist Aresing also ein besserer Ort als der Garchinger Forschungscampus.

 

Von Bernd Hofmann
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