Mittwoch, 26. September 2018
Lade Login-Box.

Am 21. April dieses Jahres sind die Städtepartnerschaften zwischen Schwetzingen und Schrobenhausen sowie Schwetzingen und Karlshuld offiziell beurkundet worden. Jetzt steht die Gegenzeichnung an, heute in Karlshuld und am Samstag in Schrobenhausen. Von Ute De Pascale, Eleonore Wöhrle und Mathias Petry

Schwetzingen, zum Zweiten

erstellt am 13.09.2018 um 18:53 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Am 21. April dieses Jahres sind die Städtepartnerschaften zwischen Schwetzingen und Schrobenhausen sowie Schwetzingen und Karlshuld offiziell beurkundet worden. Jetzt steht die Gegenzeichnung an, heute in Karlshuld und am Samstag in Schrobenhausen.
Textgröße
Drucken
 
Haßfurter, Fenkel-Fuchs
Drei Kommunen, zwei Partnerschaften: Die Spargelstadt Schwetzingen hat sich mit Schrobenhausen und Karlshuld verbandelt. Zurück geht das alles auf zwei Schwetzinger: Linni Heimburger hat 1999 auf Schützenvereinsebene erste Kontakte geknüpft, und 2014 hat DFB-Mentaltrainer Hans-Jürgen Hermann bei einem Vortrag in Schrobenhausen die erste Saat gelegt. Jetzt wird also gefeiert, an diesem Freitag in Karlshuld und am Samstag in Schrobenhausen.

Schwetzingen verfügt damit über sieben Partnerstädte (dazu Lunéville in Frankreich, Pápa in Ungarn, Spoleto in Italien, Fredericksburg in den USA und Wachenheim an der Weinstraße), Karlshuld über zwei (dazu Beska in Serbien) und Schrobenhausen über vier (dazu Thiers, Perg und Bridgnorth).

Nun ist es ja das eine, eine Partnerschaft in die Wege zu leiten - sie dauerhaft am Leben zu halten, dann wieder eine ganz andere Nummer. Einiges passiert auf der Vereinsebene, aber je größer die Partner, umso schwieriger das Dranbleiben. Wie wollen die beiden Spargelstädte nachhaltige Lebendigkeit hinbekommen?
 
Haßfurter, Fenkel-Fuchs



Es gebe bereits konkrete Pläne, versichern Schwetzingens Oberbürgermeister René Pöltl und sein Schrobenhausener Amtskollege, Bürgermeister Karlheinz Stephan. Allen voran natürlich über den großen gemeinsamen Nenner: den Spargel. Bei den großen Ereignissen wollen Vertreter beider Spargelstädte wechselseitig zu Gast sein. Oder bei Veranstaltungen wie dem Schwetzinger Weihnachtsmarkt, bei dem sich eine Schrobenhausener Delegation ja bereits mit einem eigenen Stand präsentierte. "Das kam bei uns in Schwetzingen auch wirklich ganz toll an", erzählt René Pöltl.

Darüber hinaus ist vereinbart, Auszubildende auch mal auf der jeweils anderen Seite hospitieren zu lassen. Und auch der Austausch im Kulturellen soll dauerhaft fortgesetzt werden. Die Ausstellung "Lenbach und die Schönen seiner Zeit" wurde ja bereits nach Schwetzingen exportiert, im Gegenzug öffnet in Schrobenhausen am Samstag die Hamann-Ausstellung (wir berichteten).

Wie Karlshulds Bürgermeister Karl Seitle (eigener Artikel) erzählen auch Pöltl und Stephan unabhängig voneinander, welche Herzlichkeit sie beide von Anfang an miteinander verbindet. Stephan und seine Frau Beate haben sich ja sogar von René Pöltl in Schwetzigen trauen lassen.
 
Haßfurter, Fenkel-Fuchs



Und auch in dem Punkt sind sich die Bürgermeister einig: Einer der großen Pluspunkte dieser Partnerschaft ist die räumliche Nähe. Darüber hinaus hat jeder der beiden seine eigene Sichtweise



Was erwarten Sie von dieser Städtepartnerschaft?
René Pöltl: Wir haben uns ja schon ausprobiert. Es ist alles viel, viel besser und erfreulicher als wir uns das vorstellen konnten. Dass wir uns so gut verstehen, dass es jetzt quer durch alle möglichen Themenfelder geht, die uns miteinander verbinden, freut mich natürlich. Es passt einfach! Das ganz Entscheidende, das ich mir erwarte: dass wir voneinander profitieren und lernen
Karlshuld, Schwetzingen und Schrobenhausen: Diese drei Kommunen (v.l.) besiegeln an diesem Wochenende ihre jeweiligen Partnerschaften.
Karlshuld, Schwetzingen und Schrobenhausen: Diese drei Kommunen (v.l.) besiegeln an diesem Wochenende ihre jeweiligen Partnerschaften.
Haßfurter, Fenkel-Fuchs



Karlheinz Stephan: Ich erwarte einen intensiven Austausch, den Blick über den Tellerrand: Wie machen's die anderen? Die kommunalen Themen sind ja überall dieselben, aber die Herangehensweisen sind andere. Deshalb haben wir auch Austausche zwischen den Verwaltungseinheiten vereinbart. Das andere ist die Bürgerseite, die funktioniert ja schon recht gut. Unsere Radler waren schon drüben und die Musikschule auch. Also das Klassische, was man sich von einer Partnerschaft vorstellt, dass man Menschen zusammenbringt, dass man auch Vereine miteinander kurzschließt. Wir werden auch versuchen, Interesse zu wecken: Mensch, kommt doch auch mal zu uns nach Schrobenhausen!

Herr Pöltl, wie haben Sie die Schrobenhausener bislang erlebt?
Pöltl: Wir fühlen uns sehr, sehr wohl, das war vom ersten Augenblick an so. Wir wurden ganz herzlich aufgenommen, es ist ein sehr freundschaftliches Miteinander. Ich habe die Schrobenhausener als sehr, sehr tolle Gastgeber, sehr herzlich, freundschaftlich und - was unseren Austausch angeht - unheimlich motiviert erlebt.

Herr Stephan, wie sieht es andersrum aus?
Stephan: Als ausgesprochen kontaktfreudig, offen, so wie wir es seit vielen Jahren von den Pergern kennen, auch von den Leuten aus Thiers und Bridgnorth. Die große Gemeinsamkeit ist nun mal der Spargel, ein gemeinsames Marketingprodukt, das wir aber in der Vermarktung nach draußen sehr unterschiedlich benutzen. Ich denke, dass das Spargelmarketing bei den Schwetzingern auch interessante andere Ansatzpunkte hat.
Schrobenhausen, Schwetzingen und Karlshuld: Diese drei Kommunen (v.l.) besiegeln an diesem Wochenende ihre jeweiligen Partnerschaften.Haßfurter, Fenkel-Fuchs
Schrobenhausen, Schwetzingen und Karlshuld: Diese drei Kommunen (v.l.) besiegeln an diesem Wochenende ihre jeweiligen Partnerschaften.Haßfurter, Fenkel-Fuchs
Haßfurter, Fenkel-Fuchs



Hören wir da ein ganz klein wenig Selbstkritik?
Stephan: Man muss halt einfach eingestehen, dass es nie falsch sein kann, wenn man sich auch mal andere Beispiele anschaut.

Gibt es diesbezüglich schon Konkretes?
Stephan: Ja, beispielsweise rücken wir ja 2019 erstmals von dem seit Jahren praktizierten Konzept des Spargelmarktes ab. Der wird nicht vormittags, sondern am frühen Nachmittag starten und bis in die Abendstunden dauern.

Gibt es etwas, das Sie den Schrobenhausener Bürgern mitteilen möchten, Herr Pöltl?
Pöltl: Was bisher war, hat uns sehr, sehr motiviert, diese Partnerschaft einzugehen. Wir freuen uns einfach auf die Schrobenhausener. An der Stelle möchte ich Karlheinz Stephan recht herzlich danken, weil diese Partnerschaft irgendwie doch von ihm ausging und von Schrobenhausen. Obwohl ich - und das ist der große Zufall - wenige Wochen vorher Schrobenhausen besucht hatte, auch euer Spargelmuseum. Wir sind ja letztlich auch mit Karlshuld-Neuschwetzingen verbunden, waren in Karlshuld und haben, weil uns das total interessiert hat, das Spargelmuseum besucht. Das fand ich supertoll. Es hat uns angeregt, so ein Projekt bei uns ebenfalls anzugehen.

Auf wie viele Schwetzinger darf man sich denn beim Besuch am Wochenende in Schrobenhausen und Karlshuld freuen?
Pöltl: Wir sind ein gutes Dutzend, ich als offizieller Vertreter, zwei Kolleginnen, die die Städtepartnerschaft betreuen, fünf Stadträte sowie Frau Heimburger, die schon immer den Kontakt nach Neuschwetzingen gehalten hat. Der Partnerschaftsvereinsvorsitzende sowie die Fotografen Hamann und Preaud kommen ebenfalls.
 

SO WIRD GEFEIERT

FREITAG
  • Am Freitag gegen 17 Uhr Eintreffen der Gäste aus Schwetzingen mit Sektempfang im Haus im Moos. Anschließend Begrüßung durch Salut der Böllerschützen.
  • 18 Uhr Festakt für geladene Gäste: Amalien-Polka von Herzog Max in Bayern (Grasheimer Saitnmusi); Begrüßung durch den Zweiten Bürgermeister Michael Lederer, der als Moderator durch den Abend führt; Halbwalzer von Schorsch Kaufmann (Grasheimer Saitnmusi); kleines Theaterstück "Neuschwetzinger Siedler?; Carolinen-Polka aus Aichach (Grasheimer Saitnmusi); Beitrag von Neuschwetzinger Bürgern über Entstehung der Partnerschaft; Carolinen-Polka aus Aichach (Grasheimer Saitnmusi); Ansprache von Bürgermeister Karl Seitle; Grußwortevon Oberbürgermeister René Pöltl; Unterzeichnung der Städtepartnerschaftsurkunden; Alter Rosenheimer Hochzeitsmarsch (Grasheimer Saitnmusi); Grußworte der Kartoffelkönigin Ramona und der Rosenkönigin Stefanie; Schlusswort von Bürgermeister Seitle; Rheinländer von Georg Pöll aus Grasheim (Grasheimer Saitnmusi).
  • Um 19.30 Uhr Hissen der Fahnen von Schwetzingen und Karlshuld durch Oberbürgermeister René Pöltl und Bürgermeister Karl Seitle; musikalische Begleitung mit Drehorgel (Musikstück von Albert Schaflitzl).
  • Ab 19.45 Uhr gemütliches Beisammen sein und Abendessen im Rosinger Hof.

SAMSTAG
  • 9.30 Uhr: Einweihung des Schwetzinger Platzes (Kreisverkehr Pöttmeser Straße/Rainerau).
  • 10 Uhr: Stadtführung mit Thomas Zaum, Treffpunkt ist am Rathaus.
  • 11.45 Uhr: Vertragsunterzeichnung für geladene Gäste im Konzertsaal der Maria-Ward-Realschule. Das musikalische Rahmenprogramm gestalten Peter Maklar und Kurt Schwarzbauer mit Songs, bei denen auch Schrobenhausen eine gewisse Rolle spielen dürfte.
  • 12.45 Uhr: Gemeinsames Mittagessen für geladene Gäste.
  • 15.15 Uhr: Enthüllung des von Künstler Karl-Heinz Torge geschaffenen "Venus-Spargel" in der südlichen Lenbachstraße.
  • 15.30 Uhr: Vernissage "Schwetzingen by Horst Hamann" und "350 Jahre Spargel. Labor of love" von Marie Preaud im Museum im Pflegschloss.
  • Gegen 16.30 Uhr: Verabschiedung der Gäste. 

Karlshulds Bürgermeister Karl Seitle: "Ich finde es wunderbar"

Der Karlshulder Ortsteil Neuschwetzingen hat eine besondere historische Verbindung zu der Stadt Schwetzingen: Von dort kamen vor über 200 Jahren die ersten Siedler, die sich in der kleinen Donaumoos-Gemeinde niederließen. 
Karl Seitle.
Karl Seitle.
SZ


Karlshulds Bürgermeister Karl Seitle sieht diesen Zusammenhang als spannende Grundlage der gemeinsamen Partnerschaft, die an diesem Wochenende mit einem Gegenbesuch der Schwetzinger in Karlshuld und anschließend in Schrobenhausen noch mehr verfestigt werden soll.

"Ich finde es wunderbar, dass man so ein geschichtliches Ereignis wieder aufleben lässt", freut Seitle sich auf die Delegation, die am heutigen Freitagnachmittag in Karlshuld erwartet wird. Am Abend gibt es dann einen feierlichen Festakt mit buntem Unterhaltungsprogramm, bei dem auch die Karlshulder Vereine beteiligt sind. Dabei wird die Partnerschaftsurkunde zwischen der Stadt Schwetzingen und der Gemeinde Karlshuld-Neuschwetzingen offiziell gegengezeichnet.

Die Verbindung zwischen Schwetzingen und Karlshuld hält Seitle aus einem ganz besonderen Grund für gelungen. "Die Leute passen zu uns", weiß der Bürgermeister aus etlichen Begegnungen, die es in den vergangenen Jahren bereits gab. Vor gut zehn Jahren wurde es schon einmal recht offiziell: Da war der damalige Schwetzinger Oberbürgermeister zu Gast im Donaumoos und pflanzte zusammen mit dem Karlshulder Gemeindeoberhaupt einen Baum am Friedhof.

Auch wenn es noch einmal ein paar Jahre dauern sollte: Jetzt ist die Partnerschaft offiziell besiegelt. Die Karlshulder und Schrobenhausener waren bereits im Frühjahr beim Festakt in Schwetzingen - und erwarten heute den Gegenbesuch.

Mit insgesamt rund 80 Personen wird heute Abend dann im Donaumoos groß aufgefeiert. Und das soll erst der Anfang sein. Geplant ist nämlich nicht nur der gegenseitige Besuch offizieller Delegationen, auch die Bürger, Vereine und Schulen sollen sich an der neuen Partnerschaft beteiligen.
Ute De Pascale
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!