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MBDA Deutschland schließt ihren Umzug in den Hagenauer Forst weitgehend ab

650 neue Arbeitsplätze geschaffen

Schrobenhausen
erstellt am 13.04.2012 um 18:20 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 07:34 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Es war der wahrscheinlich größte Umzug, den Schrobenhausen je erleben wird: Rund 650 Menschen sind in den vergangenen Jahren in den Hagenauer Forst umgesiedelt. Jetzt ist die Verlegung der einzelnen Abteilungen abgeschlossen.
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Schrobenhausen: 650 neue Arbeitsplätze geschaffen
Das Industriegelände im Hagenauer Forst heute: Hier ist ein Kompetenzzentrum für Luftverteidigung und Lenkflugkörpersysteme entstanden, das als eines der Modernsten seiner Art gilt. Über 1000 Menschen arbeiten hier mittlerweile - Foto: kx
Schrobenhausen
Rund 60 Millionen Euro hat die MBDA Deutschland in die Hand genommen, um im Hagenauer Forst ein Kompetenzzentrum für Luftverteidigungs- und Lenkflugkörpersysteme in Deutschland zu schaffen. Es gilt als das Modernste seiner Art. Und der Standort ist in dieser Form einzigartig: Entwicklung, Produktion, Testgelände, Verwaltung befinden sich an einem Ort – das gibt es sonst nirgends.

Wobei die Produktion nur den kleineren Teil ausmacht. Vor allem ist auf dem riesigen Industriegelände im Westen von Schrobenhausen eine Denkfabrik entstanden. Deshalb auch wurden neben der nötigen Infrastruktur mit Hallen und Bürogebäuden vor allem Labore und ein Simulationszentrum gebaut. Damit das alles auch dauerhaft Sinn macht, wird weit nach vorn gedacht. Für die beiden nächsten Jahre gilt die Auftragslage schon mal als zufriedenstellend.

Hinter dem Umzug steht ein Name: Werner Kaltenegger, Geschäftsführer der MBDA Deutschland, einer aus dem Schrobenhausener Land. Er erkannte die Standortvorteile des Hagenauer Forstes früh und legte sich mächtig ins Zeug, um den Konzern hier zu vereinen. Er selbst hat davon übrigens wenig; die meiste Zeit ist Kaltenegger unterwegs.

Die niedrige Fluktuation beim Umzug gibt ihm recht: „Die Rate der Abwanderungen war außerordentlich niedrig“, berichtet Kaltenegger. „Die Leute haben gesagt: Wir schauen uns das an. Und mittlerweile bekomme ich E-Mails von Kollegen, die begeistert sind vom Standort und auch von Schrobenhausen. Sie haben sich nicht vorstellen können wie liebenswert diese Stadt ist.“

Damit es dazu kommen konnte, wurde einiges getan, neue Buslinien wurden geschaffen, der Werksverkehr erweitert. „Wir sind mit der Stadt und dem Landkreis in ständigem Kontakt“, sagt Werner Kaltenegger, „das klappt alles sehr gut“.

Was dem Geschäftsführer besonders wichtig ist: die Akzeptanz in der Bevölkerung. Und das wesentliche Mittel, um das zu erreichen, wendet das Unternehmen seit geraumer Zeit an: Transparenz. Dazu kann MBDA-Sprecher Wolfram Lautner viele Rückmeldungen von der Soba einbringen. „Wir haben mit sehr vielen Menschen gesprochen, und diese Gespräche waren durchwegs konstruktiv.“ Und die Mitarbeiter fühlen sich in Schrobenhausen willkommen geheißen.

Große Wünsche an die Stadt Schrobenhausen gibt es zurzeit nicht. Und eine Umgehungsstraße? „Ich sehe das ähnlich wie Kollegen von der Bauer AG: Es ist eigentlich egal, ob ein Lkw auf dem Weg nach Frankfurt zwei Minuten mehr oder weniger durch Schrobenhausen braucht.“ Eine Umgehungsstraße interessiere aber aus einem anderen Grund: damit die Wohnqualität in der Stadt erhalten bleibt.

Was im Unternehmen ein weit größeres Thema sei: eine Umgehungsstraße für Pfaffenhofen zur Autobahn. „Die Stadt ist sozusagen auf der Strecke nach München im Weg“, fasst Kaltenegger zusammen, was er von pendelnden Mitarbeitern immer wieder hört. Dem dortigen Landrat habe er das im Übrigen am Rande einer Veranstaltung auch schon einmal so gesagt.

Sechs Jahre ist es her, dass die MBDA Deutschland den Standort gekauft hat. 2007 wurde der Firmensitz von Unterschleißheim nach Schrobenhausen verlegt, und die ersten 120 Mitarbeiter zogen um. In Etappen kamen in den vergangenen Jahren weitere 530 Mitarbeiter an die Paar, der letzte große Schwung im März. Rund 1000 Menschen arbeiten jetzt im Hagenauer Forst und erwirtschaften dort rund 380 Millionen Euro. Beim Ausbau des Standorts wurde darauf geachtet, dass möglichst viele heimische Unternehmen zum Zug kommen.

Die MBDA Deutschland bringt außerdem Entlastung für den örtlichen Lehrstellenmarkt; rund 50 Auszubildende finden hier zurzeit in technischen und kaufmännischen Berufsbildern einen Einstieg ins Berufsleben.

 

Von Mathias Petry
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