Donnerstag, 17. Januar 2019
Lade Login-Box.

Der Bereich um die heutige Stadtpfarrkirche St. Jakob war bereits um Christi Geburt besiedelt

Schrobenhausen ist noch viel älter

Schrobenhausen
erstellt am 11.01.2019 um 15:56 Uhr
aktualisiert am 16.01.2019 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Auf welche Zeit lässt sich die erste Ansiedlung in Schrobenhausen datieren? Archäologische Grabungen 2015 im Bereich Metzgergasse deuteten auf die Zeit um 500 nach Christus (wir berichteten). Ein noch älteres Objekt ist über die Jahre in Vergessenheit geraten: Der Stamm einer Eiche, der als Fundament genutzt wurde, stammt aus der Zeit um Christi Geburt.
Textgröße
Drucken
 
Wöhrle, Rödig
Schrobenhausen
Im Jahr 1993 wurde im südlichen Bereich der Schrobenhausener Stadtpfarrkirche St. Jakob eine große Baugrube für den Neubau einer Tiefgarage in der Alten Schulgasse ausgehoben. Diese Grube wurde damals von Mitarbeitern des Landesamts für Denkmalpflege archäologisch untersucht. Die Archäologen entdeckten dabei mehrere bearbeitete Baumstämme, darunter einen sehr gut erhaltenen, zirka sechs Meter langen Eichenstamm. Der Durchmesser dieses Stammes betrug rund 70 Zentimeter. Am unteren Ende wies er im Wurzelbereich deutliche Spuren von Axthieben auf. Ein zweiter, ähnlich mächtiger Eichenstamm wurde im Bereich nördlich der Stadtpfarrkirche ausgegraben.
 
Wöhrle, Rödig
Schrobenhausen



Das Alter des ausgegrabenen Bauholzes war zunächst völlig unklar. Der damalige Kreisheimatpfleger Bernhard Rödig wollte es genauer wissen und veranlasste auf eigene Kosten die Untersuchung einer Holzprobe zur Altersbestimmung im Ringlabor. Diese sogenannte dendrochronologische Datierung ergab ein überraschendes Ergebnis: Anhand der Jahresringe konnte bei dem Stamm ein Wachstumszeitraum von 75 v.Chr. bis 102 n.Chr. nachgewiesen werden. Da dem mächtigen Stamm die Waldkante fehlte, ist als frühestes Fälldatum das Jahr 112 n.Chr. anzunehmen. Mit diesem Nachweis steht fest, dass sich bereits zu dieser Zeit Menschen in Schrobenhausen angesiedelt hatten.
 
Wöhrle, Rödig
Schrobenhausen



Der Baumstamm ist nicht der einzige Hinweis auf diese frühe Besiedlung. Der Archäologe Claus-Michael Hüssen wertete im Jahr 2002 die Funde aus der Grabung an der Alten Schulgasse aus und datierte dabei auch römische Reibschalenfragmente, die aus derselben Baugrube stammten, in das zweite Jahrhundert nach Christus.
Der älteste archäologische Fund in Schrobenhausen: Bernhard Rödig hält ein Stück des 2000 Jahre alten Eichenstamms in in den Händen. Die Stelle, auf die sein Finger deutet, zeigt den Jahresring des Jahres von Christi Geburt (r. oben l.). Im Stadtplan von Schrobenhausen aus dem Jahr 1813 ist die Fundstelle markiert (oben l.). Bei den Grabungen im Jahr 1993 wurden mehrere Baumstämme ausgehoben. Bei einer Lagebesprechung im Dezember 1994 waren (r. unten v.l.) Barbara Rödig, Grabungstechniker Harry
Der älteste archäologische Fund in Schrobenhausen: Bernhard Rödig hält ein Stück des 2000 Jahre alten Eichenstamms in in den Händen. Die Stelle, auf die sein Finger deutet, zeigt den Jahresring des Jahres von Christi Geburt (r. oben l.). Im Stadtplan von Schrobenhausen aus dem Jahr 1813 ist die Fundstelle markiert (oben l.). Bei den Grabungen im Jahr 1993 wurden mehrere Baumstämme ausgehoben. Bei einer Lagebesprechung im Dezember 1994 waren (r. unten v.l.) Barbara Rödig, Grabungstechniker Harry Unger (verdeckt), Karlheinz Rieder vom Landesamt für Denkmalpflege, Architekt Richard Kiera und der damalige Michael Baumamtsleiter Burkhardt dabei.
Wöhrle, Rödig
Schrobenhausen





 
Wöhrle, Rödig
Schrobenhausen



 
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!