Samstag, 19. Januar 2019
Lade Login-Box.

Neue Schützenkompanie der FSG Schrobenhausen wird im April in Dienst gestellt

Wie die Landwehr im 19. Jahrhundert

Schrobenhausen
erstellt am 17.01.2014 um 19:37 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 08:08 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (fnk) Eine neue Gruppe der königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Schrobenhausen hat sich einem historischen Kapitel des 19. Jahrhunderts verschrieben. In Anlehnung an die in dieser Zeit in den Städten vorhandene Landwehr haben sie eine Schützenkompanie aufgestellt.
Textgröße
Drucken
Schrobenhausen: Wie die Landwehr im 19. Jahrhundert
 
Schrobenhausen

„Im Gleichschritt Marsch!“, „Gewehr ab!“, ruft Hauptmann Andreas Mayer. Wie ein einziger Mann senken die Feuerschützen ihre Gewehre. Schick sehen sie aus, in ihren schwarzen Hosen und den blauen Röcken, mit den schwarzen Hüten, die Gewehre fest an ihrer Seite gen Decke gerichtet. Dazu passend ernste Gesichter. Fast könnte man meinen, man wäre zurückversetzt ins 19. Jahrhundert.

Die Kompanie entstand nach dem historischen Vorbild der in Schrobenhausen von Anfang des 19. Jahrhunderts bis in das Jahr 1870 existierenden Schützenabteilung der Landwehr. Wie die Feuerschützen auf die Idee für die neue Kompanie gekommen sind? Auslöser war der Besuch der 700-Jahr Feier der Schützen in Ruhpolding 2011 und der Anblick der dort im Festzug und zum Platzschießen auftretenden Schützenkompanien aus ganz Bayern und dem Alpenraum bis nach Tirol. So beeindruckend war dieser Auftritt, dass auch bei den Mitgliedern der Schrobenhausener Feuerschützen der Wunsch nach solch einer historischen Gruppe erwacht war.

Doch ganz so einfach ist es natürlich auch wieder nicht. Zuerst einmal mussten die historischen Fakten geklärt werden – gab es in Schrobenhausen zu der Zeit überhaupt eine Schützenkompanie? Nach vielen Stunden Recherche kamen die Feuerschützen durch ihre historischen Forschungen zu dem Ergebnis, dass auch in Schrobenhausen, wie in vielen anderen Städten Bayerns, im 19. Jahrhundert eine Schützenkompanie als Teil des Bürgermilitärs existierte. Der erste Schritt war getan, der historische Hintergrund war gegeben, um von der Regierung von Oberbayern die für das Salutschießen mit Karabinern notwendige Erlaubnis zu erhalten.

Gleichzeitig konnten die Schrobenhausener Feuerschützen aus den Unterlagen die Montur der Kompanie entsprechend dem historischen Vorbild zusammenstellen. Die Recherchen von Dietmar Kunkel ergaben, dass damals als Kleidung eine lange schwarze Hose mit einem weißen Streifen als seitlichen Besatz, ein blauer, knielanger Rock und ein schwarzer Hut mit weißblauer Kokarde am einseitigen Aufschlag getragen wurde. Auf dieser Grundlage ließen die Mitglieder der heutigen Schützenkompanie ihre Montur maßgenau anfertigen.

„Gewehr auf!“, „Gewehr ab!“, „Gewehr üb!“, „Gewehr auf zum Salut!“, die Kommandos von Hauptmann Andreas Mayer schallen durch den Raum. Die 13 Mitglieder der Schützenkompanie haben inzwischen viele Stunden Übung für den gleichmäßigen und sicheren Umgang mit den Salutgewehren hinter sich. Schließlich soll der erste interne Auftritt an der Weihnachtsfeier der FSG Schrobenhausen auch ohne Probleme klappen. Doch nicht nur das Befolgen der Kommandos will geübt sein, auch für den Hauptmann und den Leutnant Jörg Hochrieser ist das Geben der korrekten Kommandos eine unerwartete Herausforderung, hier ist genauso viel Übung nötig. Wieder und immer wieder wiederholen sie die Befehle, bis auch wirklich alles klappt. Das Marschieren wurde ebenfalls fleißig geprobt, sogar vor einem Marsch vom Schützenheim zur Aumühle in der Formation wurde nicht zurückgeschreckt.

„Im Gleichschritt Marsch!“ – nachdem der letzte Böllerschuss verklungen ist, führt Leutnant Jörg Hochrieser seine Kompanie zu ihrem ersten Auftritt am Mahlberg. Die vollständige Schützenkompanie tritt in zwei Reihen an. Die Nervosität ist allen Beteiligten anzumerken, als im Beisein des Landrates die ersten fünf Salutslaven der neuen Kompanie abgefeuert werden. Tosender Beifall, die Kompanie wird von den Zuschauern gefeiert. Alles hat geklappt.

Erstmals öffentlich wird sich die Schützenkompanie Anfang April im Park des Pflegschlosses zeigen. Dann steht die feierliche In-Dienst-Stellung der Schützenkompanie durch den Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer auf dem Programm. Für einen gelungenen Auftritt in diesem Rahmen sind auch in den ersten Wochen des neuen Jahres noch einige Übungseinheiten notwendig.

Von Joachim Franke
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!