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Dekanatsratsvorsitzender Franz Erlewein aus Aresing betont die Bedeutung der Pfarrgemeinderäte

Warum es wichtig ist, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen

Schrobenhausen
erstellt am 11.01.2018 um 19:17 Uhr
aktualisiert am 15.01.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Am 25. Februar finden in der Diözese Augsburg die Pfarrgemeinderatswahlen statt. Als Dekanatsratsvorsitzendem liegt Franz Erlewein diese Wahl sehr am Herzen. Seit vielen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich im Laien-Leitungsgremium des Dekanats. Der 55-jährige Diplom-Sozialpädagoge aus Aresing ist bereits seit vier Perioden Mitglied im Dekanatsrat, seit drei Perioden ist er Dekanatsratsvorsitzender.
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Schrobenhausen: Warum es wichtig ist, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen
Pfarrgemeinderäte geben ihrer Pfarrei ein Gesicht und machen die Kirche vor Ort lebendig, betont Dekanatsratsvorsitzender Franz Erlewein. Deshalb sein Appell: "Gehen Sie am 25. Februar zur Wahl!" - Foto: Wöhrle
Schrobenhausen

Herr Erlewein, ist es schwierig, genügend Kandidaten für dieses Ehrenamt zu finden?

Franz Erlewein: Das ist von Pfarrei zu Pfarrei sehr unterschiedlich. Allgemein ist zu beobachten, dass sich viele nicht mehr längerfristig binden und für ein Amt zur Verfügung stellen wollen. Auf der anderen Seite gibt es aber durchaus eine Bereitschaft, sich zeitlich begrenzt für Einzelaktionen zu engagieren und bei Projekten mitzuwirken. Dabei gilt: Niemand im Pfarrgemeinderat muss Angst vor der Verantwortung haben.

 

Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, dass jede Pfarrei einen Pfarrgemeinderat hat? Was sind die Aufgaben der Pfarrgemeinderäte?

Erlewein: Es ist sehr wichtig diese Gremien zu erhalten, damit die Kirche vor Ort lebendig bleibt. Das kirchliche Leben in einer Pfarrei muss schließlich gelenkt und organisiert werden. Und das können die Pfarrer nicht alleine leisten. Die Pfarrgemeinderäte sind Ansprechpartner in der Pfarrei, vor allem dann, wenn der Pfarrer in einer anderen Gemeinde wohnt. Sie geben ihrer Pfarrei ein Gesicht und übernehmen in einem gewissen Maße Verantwortung. Sie sind die Stimme der Laien in der Pfarrgemeinde. Außerdem entlasten sie den Pfarrer. Ihre Aufgaben liegen in den Bereichen Verkündigung, Diakonie und Liturgie. Dazu gehört die Organisation religiöser Angebote und Veranstaltungen, natürlich in Abstimmung mit dem jeweiligen Pfarrer. Dazu gehört auch soziales und karitatives Engagement. Pfarrgemeinderäte sind die Augen und Ohren einer Pfarrei. Sie bekommen mit, wer krank ist und besucht werden sollte, wer die Krankenkommunion bekommen möchte, oder auch, wer karitative Unterstützung braucht. Pfarrgemeinderäte können zudem bei Gottesdiensten mitwirken. Die Messe gestaltet zwar der Pfarrer, aber darüber hinaus gibt es viel zu tun, zum Beispiel bei Andachten, Prozessionen wie der Fronleichnamsprozession oder Wallfahrten. Da ist viel zu organisieren. Der Pfarrgemeinderat unterstützt, wo es notwendig ist. Besuchsdienste sind eine weitere klassische Aufgabe des Pfarrgemeinderats. Oder auch das Pfarrfest. Es ist wichtig für eine Pfarrgemeinde, dass man auch zusammen feiert.

Menschen für ein kirchliches Ehrenamt zu gewinnen, ist in Zeiten leerer Gotteshäuser nicht einfach. Warum lohnt es sich Ihrer Meinung nach, für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren?

Erlewein: Es tut gut, wenn man merkt, dass das eigene Tun die Gemeinschaft lebendig hält. Und es ist schön, wenn Veranstaltungen gut laufen. Wenn man das Gefühl hat, in der Pfarrei angenommen zu sein. Außerdem ist es auch ein Feld, in dem man sein eigenes Christsein leben kann. Als Pfarrgemeinderat habe ich eine besondere Position, aus der heraus ich Geschwisterlichkeit zeigen kann. Das macht uns als Christen ja aus. Kirche ist ja kein religiöser Verein, sondern Teil von etwas Größerem, nämlich der Gemeinschaft der Glaubenden.

 

Wenn man die Listen der Kandidaten liest, die in den Pfarreien und Kirchen derzeit aushängen, hat man den Eindruck, dass es immer die Gleichen sind, die sich im Pfarrgemeinderat engagieren. Wozu dann eigentlich noch wählen?

Erlewein: Die Wahl ist durchaus wichtig. Das ist eine Frage der Legitimation. Der Pfarrgemeinderat braucht diese Form der Bestätigung. Damit kann er ganz anders agieren. Deshalb wünsche ich mir, dass möglichst viele zur Wahl gehen. Die Mitglieder der Pfarrgemeinde sollten ihr Wahlrecht unbedingt nutzen. Für diejenigen, die am 25. Februar keine Zeit haben, gibt es auch die Möglichkeit der Briefwahl.

 

Wie wird man eigentlich Kandidat für die Pfarrgemeinderatswahl? Kann man sich selbst bewerben oder muss man vorgeschlagen werden? Gibt es zu beachtende Voraussetzungen?

Erlewein: Wer Katholik und mindestens 16 Jahre alt ist, kann für den Pfarrgemeinderat kandidieren. Man kann angesprochen werden und sich daraufhin für eine Kandidatur entscheiden, man kann sich aber auch selbst im jeweiligen Pfarramt bewerben. Ideal wäre es natürlich, wenn in den Pfarreien Frauen und Männer verschiedener Altersgruppen vertreten wären, Junge genauso wie Senioren und Menschen mittleren Alters - ein Durchschnitt der Bevölkerung also. Ganz wichtig ist auch, dass genügend Bewerber antreten. Wir brauchen ausreichend viele Pfarrgemeinderäte, damit es für den Einzelnen nicht zu viel wird. Denn die Aufgaben werden immer mehr. Wenn wir genügend Pfarrgemeinderäte haben, dann kann der Einzelne sagen: "Ich mache mit, aber nach meinen Kräften und nach meiner Zeit."

 

Und wer darf wählen?

Erlewein: Wahlberechtigt sind alle Katholiken, die älter sind als 14 Jahre.

 

Das Interview führte

Eleonore Wöhrle.

Von SCHROBENHAUSENER ZEITUNG
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