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Kaum Teilnehmer beim Workshop zum Thema "lokaler Internethandel Schrobenhausen" im Musikschulpavillon

Online das Geschäft ankurbeln

Schrobenhausen
erstellt am 27.04.2017 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 01.05.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ)
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Schrobenhausen: Online das Geschäft ankurbeln
Hatte Schrobenhausener Geschäftstreibende zum lokalen Internethandel befragt: Markus Hilpert von der Uni Augsburg. - Foto: De Pascale
Schrobenhausen

Schrobenhausen (SZ) Kann sich Schrobenhausen als lokaler Internetmarktplatz etablieren? Darum ging es am Mittwochabend bei einem Workshop der Stadtmarketinggenossenschaft im Musikschulpavillon.

Die Teilnehmerzahl ist überschaubar, nur unmerklich mehr als eine Handvoll Geschäftstreibende kommt neben den offiziellen Gastgebern. Die wenigen, die da sind, steigen dafür umso schneller ziemlich tief ins Thema ein. Am Ende kristallisiert sich eine Zustimmung für die Idee heraus, sich in Schrobenhausen gemeinsam online zu präsentieren.

Auch, dass dabei unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten aufgewiesen werden sollen - vom einfachen Darstellen bis zum Verkauf, ist ein Thema. Und, "das A und O: Wir brauchen viele Mitstreiter", wie Markus Hilpert vom Lehrstuhl für Humangeografie der Uni Augsburg sagt, den Stadt und Stadtmarketinggenossenschaft mit ins Boot geholt hatten.

Drei verschiedene Plattformvarianten, deren Pflegeaufwand und vor allem Kosten ziemlich variieren, stellen Niklas Völkening und Alessa Merz von der Uni Augsburg vor: ein reines Branchenverzeichnis, ein "Digitales Schaufenster" und einen "Onlinemarktplatz". Die beiden präsentieren auch die Ergebnisse einer Befragung, aus der hervorgeht, welche Erwartungen Schrobenhausener Unternehmen an eine lokale Plattform haben.

Modern und übersichtlich sowie für alle Endgeräte zugänglich solle die sein, außerdem wünschen sich die Schrobenhausener Händler eine begrenzte Vertragslaufzeit, geringen Zeitaufwand und geringe Grundkosten. Als zentrale Funktionen möchten sie aktuelle Angebote einstellen, Serviceleistungen, Kurzprofile ihrer Unternehmen, eventuell die Verlinkung auf den bestehenden Onlineshop sowie Funktionen wie "Buy & Collect", "Reserve & Collect", Warenkorb- und Lieferfunktion. Auch den Wunsch, möglichst viele Akteure auf der Plattform zu bündeln, nennen die Geschäftsleute häufig. "Aus unserer Sicht ist das auch wichtig", sagt Niklas Völkening. Schließlich werde Mehrwert geschaffen, wenn zusätzlich zum Einzelhandel beispielsweise Handwerksbetriebe, Kommunaleinrichtungen oder Serviceleister die Bekanntheit der Plattform erhöhen.

Es gebe ja negative Beispiele von Städten, in denen sich mehrere Anbieter gegenseitig Händler und Dienstleister wegnehmen, sagt Christian Krömer, Vorstand der Stadtmarketinggenossenschaft. Deshalb plädiert er für "eine starke Plattform", die möglichst Händlern oder Dienstleistern nichts koste, zumindest im Grundeintrag. "Nur so schaffen wir es, dass man wirklich alle dazu bekommt", ist Krömer überzeugt. Und er ist der Meinung: "Rein fürs Onlinegehen müssten Stadt oder Stadtmarketing Geld in die Hand nehmen."

"Eigentlich hätte ich erwartet, dass hier heute 50 Händler sitzen", moniert Stadtmarketingreferent Günther Schalk die geringe Teilnehmerzahl am Workshop. Auch er plädiert für eine möglichst große Vielfalt auf der Onlineplattform. Die könne auch Infos der Stadtverwaltung enthalten, den Veranstaltungskalender, vielleicht sogar Lokalnachrichten, "damit man auch immer wieder einen Grund hat, auf die Plattform zu gehen." Auch könnten sich Vereine präsentieren, findet Schalk. Die Pflege der Plattform sieht er am besten beim Stadtmarketing angesiedelt, "weil es ein dynamischerer Haufen ist als eine öffentliche Verwaltung".

Nicht mehr zeitgemäß findet Hauptamtsleiter Christoph Gläßel den momentanen Webauftritt Schrobenhausens. Den zukunftsrelevant zu gestalten habe er "etwas auf Eis gelegt, um dieses Projekt abzuwarten", sagt Gläßel. "Ich muss das nicht auf der eigenen Homepage der Stadt machen, sondern kann das auch auf diese gemeinsame Ebene ziehen", erklärt Gläßel. Ob man sich nun für eine reine Schaufensterplattform oder für eine Mischung aus Schaufenster und Onlinegeschäften entscheide - "alles, was möglich ist, online zur Verfügung zu stellen, werden wir online stellen." Beispielsweise auch Funktionen wie die Beantragung von Personalausweisen.

Einig ist man sich an diesem Abend darüber, wie wichtig eine professionelle Umsetzung der Onlineplattform ist. Und dass es zeitnah mit den Planungen weitergehen soll. Er sei auf die nächsten Entwicklungsschritte gespannt, hatte Karlheinz Stephan eingangs betont. Das Ende der Veranstaltung findet jedoch ohne den Schrobenhausener Bürgermeister statt - das Spiel der Bayern ruft.

Von Ute De Pascale
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