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Noch etwas in Schwung bringen

Schrobenhausen
erstellt am 08.10.2014 um 17:55 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 08:13 Uhr | x gelesen
Klaus Englert, Peter Mießl und Christian Spreitzer über ihre Pläne – Die Stadtratsreferenten (4)
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UMWELT/ENERGIE

Peter Mießl (SPD)

„Im Rahmen des neuen Altstadtkonzepts müssen wir unbedingt das Thema Nahwärme prüfen und vorantreiben“, findet Peter Mießl. „Wenn das Pflaster herausgenommen wird, sei der Zeitpunkt da, gegebenenfalls die entsprechenden Leitungen mit einzubauen. Aktuell seien da schon eine ganze Reihe von Gesprächen am Laufen, um die Chance nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.

Auch ein wichtiges Thema sei es, dass sich die Stadt auf den Moment vorbereite, wenn die Konzessionsverträge für die Leitungsnetze auslaufen. „Ich bin dafür, dass wir als Stadt das Stromnetz selbst übernehmen“, betont Mießl. „Ich habe das schon mehrfach angeregt, und das wird mit noch mehr Druck vorangetrieben werden müssen.“

Als Referent sei er laufend in punktuell auftretende Umweltschutzfragen eingebunden, aber auch in die Begleitung der Hochwasserplanung, die Abwägung zwischen technischem und naturnahem Hochwasserschutz. „Der Streit ist ja immer noch da“, sagt Peter Mießl. Ein großes Aufgabenfeld sieht er im Bereich der Energieeffizienz und des Energiesparens. Gemeinsam mit eee und Bürgerenergiegenossenschaft gelte es, da einiges anzustoßen.

Überbaulich schwebt Peter Mießl ein Mobilitätskonzept für Schrobenhausen vor, „es gibt ja nichts Übergreifendes für Schrobenhausen.“ Aus seiner Sicht sei jetzt die Zeit, langfristig zu denken, sich darüber Gedanken zu machen, wie man mit weniger Energie schluckendem Individualverkehr auskommen kann. Eine große Baustelle, die für Mießl im Kleinen beginnt: „Wir haben schließlich in Schrobenhausen noch nicht einmal eine Elektrotankstelle“.

KULTUR/SCHULEN

Klaus Englert (CSU)

„Wo soll ich da anfangen“, lautet Klaus Englerts erste Frage. Dann legt er los: Ein großes Thema sei die fristgerechte Fertigstellung der Grundschule Mühlried zum nächsten Schuljahr. „Am 1. September wollen wir einziehen, zurzeit liegen wir gut im Zeitplan.“ Um das überbauliche Ziel einer, wie Englert es formuliert, „perfekten Schullandschaft“ zu erreichen, fehlt aus seiner Sicht nun noch ein Schritt: die Erweiterung des Gymnasiums. Träger ist zwar der Landkreis, aber das Thema betrifft natürlich die Stadt. Des Weiteren möchte Englert die Zusammenarbeit der Schulen untereinander durch regelmäßige Treffen intensivieren. Bei zwei, drei Treffen im Jahr, die er initiieren will, könnte es beispielsweise um die Schulwegsituation gehen, speziell auch um die Frage, ob man nicht manche Schulbusse so takten kann, dass Kinder, die teils lange Wartezeiten am Busbahnhof haben, entlastet werden können. Und noch ein Thema beschäftigt ihn zurzeit: die Stadtbücherei. „Für Bildung und Kultur muss Geld da sein“, sagt Englert, „und wir wollen schauen, wie wir die Medienangebote hier noch weiter verbessern können, in enger Kooperation mit der neuen Bücherei.“

Im Bereich Kultur arbeitet der Referent gerade zusammen mit den Zuständigen im Rathaus an einem Kulturfahrplan für Schrobenhausen. „Und wir werden alle kulturtragenden Vereine einladen, um zu schauen und darüber zu reden, wie man sich gegenseitig befruchten kann“, kündigt Englert an. „Wir wollen hier noch etwas in Schwung bringen.“ Da spielt dann auch das neue Altstadtkonzept hinein. „Da wird Kunst im öffentlichen Raum ein Thema sein, auch, aber nicht nur im Kunsthof“, so Englert. Und weitere Lesungen und Möglichkeiten für Konzerte. „Zu all diesen Themen laufen schon Gespräche“, kann er verraten. Unter anderem geht es auch um eine mögliche ständige Ausstellung zu den Partnerstädten.

Und es gibt noch ein Thema für ihn, den einstigen Initiator des Europäischen Spargelmuseums. „Wir müssen schauen, wo wir außerhalb der Spargelsaison noch etwas Besonderes schaffen können, einen weiteren Anziehungspunkt mit Strahlkraft nach außen, einen weiteren Magneten“, sagt er. Ideen gibt es wohl schon, aber noch nicht spruchreif.

FAMILIEN/SENIOREN

Christian Spreitzer (proSob)

„Die Innenstadt ist ein großes Thema“, sagt Christian Spreitzer. Die Senioren wünschen sich „angenehme Seitenstreifen und ein Ende der Wildparkerei“, das hört er immer wieder. „Sollten wir das neue Altstadtkonzept am Ende wieder zerreden, werde ich auf alle Fälle darauf drängen, dass wenigstens angenehme Gehwege installiert werden“, kündigte Spreitzer an.

Ein anderer wesentlicher Bereich seien die Kindergärten und Kinderkrippen. Er habe seine Position dazu ja geändert und setze sich jetzt auch für Kinderkrippen ein. „Und tatsächlich werden die Krippenplätze stark gebucht, während der Bedarf an Kindergartenplätzen abnimmt“, stellt Spreitzer fest. „Im Moment sinkt die Geburtenrate gerade wieder“, und die MBDA-Leute seien ja in der Stadt Schrobenhausen nicht in dem Maß wie erhofft angekommen.

Ein Thema für Familien sei auch der Fortbestand der Stadthalle, findet Spreitzer. Eine weitere Baustelle sei es, den Fluss stärker zu nutzen. „In anderen Städten findet dort mehr Leben statt“, sagt Spreitzer. Der begonnene Kunstpfad auf der Stadtrunde sei ein guter Anfang, „aber, das kann noch viel mehr werden, auch gastronomisch, denn da, wo Wasser ist, ist Aufenthaltsqualität.“

Spreitzer bittet darum, das Hallenbad nicht schlechtzureden. Die Ausstattung werde ja sehr gelobt, und das müsse man nun nach außen tragen, damit es gut besucht wird, denn das sei das beste Argument für gute Öffnungszeiten im Hallenbad.

Überhaupt: „Wenn jemand sagt, Schrobenhausen ist schlecht, kann man viele Trümpfe dagegenhalten“, findet Spreitzer, gerade mit Blick auf die Bedürfnisse von Familien und Senioren: „Schulen, Krankenhaus, Kitaplätze, die Altenheime – das ist doch alles hervorragend! Und beim Vereinsleben und in den Pfarreien – was da los ist!“ Auch Maßnahmen wie die Rollgrabenöffnung hätten sich längst bewährt. mpy

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