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Die "Rumpelburg" in der thüringischen Kleinstadt ist Vorlage für den Schrobenhausener Gefängnisturm

Bad Langensalza als Vorbild?

Schrobenhausen
erstellt am 03.12.2012 um 18:42 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 07:57 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Im alten Stadtgefängnis könnte eine Erlebniswelt für Kinder entstehen – diese Idee hat die Architektin Kristin Kurczinski-Starick zusammen mit ihrer Partnerin Sandra Starick an die Stadt herangetragen. Sie war schon einmal an einem solchen Projekt beteiltigt: in Bad Langensalza.
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Schrobenhausen: Bad Langensalza als Vorbild?
 
Schrobenhausen
Bad Langensalza ist eine 18 000-Einwohner-Stadt in Thüringen. Die Innenstadt wird von einer in großen Teilen erhaltenen Stadtmauer mit Wehrtürmen umgeben – das macht sie mit Schrobenhausen vergleichbar. Mitten in dieser historischen Altstadt hat vor einem Jahr eine „Kindererlebniswelt“ namens Rumpelburg eröffnet. Die Rohrbacher Architektin Kristin Kurczinski-Starick hat bei der Ausführungsplanung dieses ambitionierten Projekts mitgewirkt. Zusammen mit Sandra Starick, mit der sie ein gemeinsames Planungsbüro betreibt, will sie eine vergleichbare Kindererlebniswelt in Schrobenhausen realisieren – und zwar im alten Gefängnisturm.

„Die Örtlichkeit ist ideal“, schwärmt Kurczinski-Starick. Der burgartige Charakter des alten Stadtgefängnisses, der direkt benachbarte Mittelalterspielplatz und die Lage am Stadtwall würden sich perfekt für ein solches Projekt eignen, unterstreicht auch ihre Partnerin Sandra Starick. Bedenken hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit versuchen die beiden Planerinnen mit dem Vorzeigeprojekt in Bad Langensalza zu entkräften. „Das kann sich durchaus tragen“, versichert Kurczinski-Starick. In der thüringischen Rumpelburg, in der zwei Erzieherinnen arbeiten, seien im ersten Jahr 30 000 zahlende Besucher registriert worden.

Um sich vor Ort ein Bild der bereits bestehenden Kindererlebniswelt zu machen, reiste Bürgermeister Karlheinz Stephan vor Kurzem zusammen mit einer kleinen Delegation – darunter die Stadträte Toni Bayerstorfer, Axel Striegl und Andy Vogl – nach Bad Langensalza und besichtigte die höchst abwechslungsreiche Spielwelt, die dort in einer originalgetreu wiederaufgebauten alten Scheune entstanden ist. Sie soll die Fantasie und die Kreativität der Kleinen anregen – und zwar ohne Fernseher und Computer.

„Es geht um das Entdecken“, betont Sandra Starick. Und genau das können Kinder in der „Rumpelburg“. Mehrere Geschossebenen lassen sich durch spielerisch angeordnete Treppenläufe, bekriechbare Gitterröhren und Brücken erobern. Im Erdgeschoss befindet sich eine Bühne mit individuell gestalteten Kulissenwänden, die als Podium für Veranstaltungen, Lesungen und Theateraufführungen genutzt werden kann.

An den Wänden der „Rumpelburg“ ließen Künstler ihrer Fantasie freien Lauf. Im Außenbereich der Kindererlebniswelt können die Kinder in einer Spielstadt in die verschiedensten Rollen schlüpfen. Sie können Uhrmacher, Doktor, Polizist, Lehrer, Verkäufer, Bankangestellter oder Hotelbesitzer sein. Neben einem groß angelegten Sand-Matschbereich gibt es ein Baumhaus, verschiedene Kletterröhren, Kletternetze und sogar ein Fernrohr mit Blick in die Weite.

Auch wenn sich die örtliche Situation in Schrobenhausen anders darstellt als in Bad Langensalza, haben Kristin Kurczinski-Starick und Sandra Starick für das alte Stadtgefängnis bereits jede Menge Ideen im Hinterkopf. Eine davon: Ein Familienbildungszentrum könnte das Projekt Kindererlebniswelt komplettieren. „Das brächte eine größere Nachhaltigkeit“, sind sich die beiden Planerinnen sicher.

Von Eleonore Wöhrle
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