Dienstag, 13. November 2018
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Nach einer Idee von Hans Hammer: In der Lenbachstraße werden die ersten neuen Kanaldeckel gesetzt

Schacht mit Stadtwappen

Schrobenhausen
erstellt am 22.08.2018 um 11:57 Uhr
aktualisiert am 26.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Was Ingolstadt, Hamburg oder München können, kann Schrobenhausen auch, meint Kreisheimatpfleger Hans Hammer und das zeigt sich jetzt in der Lenbachstraße: Dort sind inzwischen die ersten Kanaldeckel mit dem Schrobenhausener Stadtwappen installiert worden.
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Ziert jetzt Kanaldeckel: Das Schrobenhausener Stadtwappen wird auf den Schachtabdeckungen in der Lenbachstraße und auf dem Lenbachplatz in Zukunft zu sehen sein. Die Initiative, die von Tobias Zimmermann (v.l.) , Christian Krammer und Norbert Moser von den Stadtwerken in die Tat umgesetzt wird, stammt von Kreisheimatpfleger Hans Hammer.
Ziert jetzt Kanaldeckel: Das Schrobenhausener Stadtwappen wird auf den Schachtabdeckungen in der Lenbachstraße und auf dem Lenbachplatz in Zukunft zu sehen sein. Die Initiative, die von Tobias Zimmermann (v.l.) , Christian Krammer und Norbert Moser von den Stadtwerken in die Tat umgesetzt wird, stammt von Kreisheimatpfleger Hans Hammer.
Foto: Spindler
Schrobenhausen
Sie gehören unterschiedlichen Generationen an: Tobias Zimmermann, Technischer Leiter der Stadtwerke Schrobenhausen, und Kreisheimatpfleger Hans Hammer. Doch beide teilen eine kleine Leidenschaft: Egal, wo sie hinfahren, sie fotografieren immer wieder Kanaldeckel. Aber nur, wenn die Schachtabdeckungen der öffentlichen Entwässerung besonders gestaltet sind. Entweder mit dem Wappen der Urlaubsstadt oder auch mit Botschaften werbender Unternehmen.

Diese gemeinsame Leidenschaft hat zumindest Hammer auf die Idee gebracht, auch in seiner Heimatstadt ein ähnliches Projekt auf den Weg zu bringen (wir berichteten). In Ingolstadt, Hamburg, München, Dresden, aber auch in ausländischen Metropolen habe er solche Kanaldeckel immer wieder gesehen. Das kann Zimmermann nur bestätigen. Ihm gehe es genauso wie Hammer: "Ein Teil meiner Urlaubsbilder sind Schachtdeckel." Über Hammers Projekt sagt er nur: "Da hätten wir auch von alleine drauf kommen können." Dass die Idee bei den Stadtwerken nicht entstand, liegt nach Zimmermanns Worten vor allem daran, dass er und seine Mitarbeiter einen "großen Rucksack" mit zahlreichen anderen Aufgaben zu tragen haben.

Nun sind die ersten Schachtdeckel mit dem Wappen der Stadt angeschafft worden. Diese Charge, wie Zimmermann sagt, umfasst 40 Kanaldeckel. Die Investitionen für die besonderen Deckel halten sich laut Zimmermann in Grenzen. Einmalig mussten die Stadtwerke beim Produzenten der Deckel eine eigene Gussform bezahlen. Kosten: rund 1100 Euro. Jeder mit dem Stadtwappen versehene Deckel kostet in der Herstellung dann etwas weniger als 300 Euro Das sei nicht wesentlich mehr als die üblichen Deckel, die sonst die Zugänge in den Schrobenhausener Untergrund verschließen, kosten würden.

Rund 4500 bis 5000 Kanaldeckel zählen die Stadtwerke nach Angaben von Norbert Moser, Chef der städtischen Kläranlage und Herr über die Entwässerungskanäle, in Schrobenhausen insgesamt. Etwa 143 davon liegen in der Altstadt. Doch nicht alle Kanalschächte sollen mit dem Wappendeckeln versehen werden, wie Moser erklärt. Im Zuge des laufenden Altstadtumbaus sollen vor allem die etwa 36 Schächte in der Lenbachstraße und auf dem Lenbachplatz mit den neuen Werbeträgern für die Stadt versehen werden.

In der südlichen Lenbachstraße - im bereits abgeschlossenen ersten Bauabschnitt der Altstadtsanierung - haben Moser und sein Kollege Christian Krammer bereits die einige neue Kanaldeckel eingesetzt. In den weiteren Bauabschnitten sollen die Deckel dann auch zu sehen sein.

Hans Hammer jedenfalls freut sich über den Erfolg seiner Initiative. Die Initialzündung, sich beim Stadtrat zu melden, habe er gehabt, als er eine Debatte im Bauausschuss verfolgte. Damals hätten sich die Mitglieder des Gremiums darüber unterhalten, ob es nicht sinnvoll sei, die Blumentröge in der Altstadt mit dem Stadtwappen zu versehen. Das wurde abgelehnt mit der Begründung, die Pflanzen würden über kurz oder lang die Wappen verdecken. Das, so Hammer, könne mit dem Stadtwappen, das die Stadt im Jahre 1328 verliehen bekommen habe, auf den Kanaldeckeln nicht passieren. Und noch etwas zeigen dem ehemaligen Stadtkämmerer die neuen Kanaldeckel, wie er mit einem listigen Lächeln im Gesicht sagt: "Wenn man etwas mit Nachdruck verfolgt, kann man es auch durchdrücken gegen offiziellen Widerstand."

Übrigens noch einen Erfolg hat seine im vergangenen Jahr öffentlich gewordene Initiative mit sich gebracht: Hammers Sammlung von Kanaldeckelbildern aus aller Welt wächst weiter. Inzwischen, erzählt Hammer, werfen ihm immer wieder unbekannte Menschen Fotos wappenverzierter Kanaldeckel in seinen privaten Briefkasten.
Jürgen Spindler
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