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Nicht alle stimmen für Öko-Projekt

Scheyern
erstellt am 06.12.2018 um 18:55 Uhr
aktualisiert am 09.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Scheyern (ahh) Kontrovers diskutiert wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung der Vorschlag, dass sich Scheyern - gemeinsam mit Pfaffenhofen, Ilmmünster und Hettenshausen - um das Projekt "Staatlich anerkannte Öko-Modellregion" bewirbt.
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Ziel der Staatsregierung ist es, den ökologischen Landbau in Bayern weiterzuentwickeln. Das bayrische Landwirtschaftsministerium stellt jeder Region, die sich beteiligt, 150000 Euro zur Verfügung, 50000 Euro müssen von den Gemeinden anteilmäßig selbst aufgebracht werden. Für Scheyern wären das 4000 Euro.

Peter Stapel, Nachhaltigkeitsmanager von Pfaffenhofen, und Sepp Amberger, ehemaliger Berufschullehrer und Projektbegleiter, gaben sich alle Mühe, die Räte von der Sinnhaftigkeit des Projekts zu überzeugen: Die landwirtschaftliche Fläche des Verbunds von 8328 Hektar wird nur zu einem geringen Teil von den 315 Betrieben ökologisch bewirtschaftet. Ziel ist es, den Anteil auf 20 Prozent anzuheben, und das auf absolut freiwilliger Basis. Das nutze dem sauberen Trinkwasser, dem Erosions- und Klimaschutz, dem Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft, dem Artenschutz und letztlich auch dem Erhalt der Familienbetriebe. Und das auch deshalb, weil das Bewusstsein der Bevölkerung für Öko-Landwirtschaft und ihre Produkte wachse. 50 von 70 Landwirten, erklärte Amberger, hätten bei einer Veranstaltung Interesse bekundet. "Vor 15 Jahren machte in der Ausbildung Öko-Landwirtschaft nur einen kleinen Teil aus. Aber jetzt ist das Interesse der Generation zwischen 30 und 50 sehr groß. " Deshalb fördert das Staatsministerium in den ausgewählten Regionen eine Prozessbegleitung, entweder als Personalstelle oder mit Werkverträgen für externe Berater, und das auf zwei Jahre.

Eigentlich eine Sache, von der alle, die gesamte Region, profitieren. Ratsmitglied Pater Lukas Wirth (Bürgerblock) fasste den Effekt so zusammen: "Ich wohne da, wo es lebenswert ist. " Ähnlich sah das nach einer dreiviertelstündigen Diskussion um 4000 Euro für ein Projekt - das niemandem irgendetwas aufzwingt, sondern das nur fördern will - auch Andreas Mahl von den Freien Wählern: "Ich kann daran nicht Negatives entdecken. " Hans-Herbert Mooser (Wählergruppe Gemeinde scheyern) blieb skeptisch: "Zwei Jahre Förderung sind keine Nachhaltigkeit. " Die Nachhaltigkeit liegt bei den Bauern, erklärte Amberger, nämlich "im nachhaltigen Handlungsschema des Landwirts". Und außerdem werde jetzt nur der Startschuss gegeben, das Projekt laufe weiter. Mit elf Stimmen gegen fünf der Wählergruppe nahm der Gemeinderat den Antrag an - auch Scheyern soll ökologischer werden.
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