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Rentenprognose: Gewerkschaft NGG warnt vor Altersarmut im Landkreis

NGG warnt vor Altersarmut

Schrobenhausen
erstellt am 05.12.2018 um 17:53 Uhr
aktualisiert am 09.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen droht Altersarmut - in einem größeren Ausmaß als bislang angenommen.
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Arm im Alter: Nach der Verrentnung müssen viele Senioren den Euro doppelt umdrehen.
Arm im Alter: Nach der Verrentnung müssen viele Senioren den Euro doppelt umdrehen.
Stephanie Pilick/dpa
Schrobenhausen
Das befürchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Rund 12000 Arbeitnehmer im Kreis würden - so, wie sie heute arbeiten - nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen. Das sind 32 Prozent aller Beschäftigten im Kreis.
Die Schwelle für "Alters-Hartz-IV" liegt im Landkreis bei aktuell 747 Euro im Monat. Dabei sind insbesondere die Kosten fürs Wohnen berücksichtigt. Dies geht aus einer Renten-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Die Wissenschaftler aus Hannover haben dabei für die Gewerkschaft NGG amtliche Statistiken ausgewertet.

Demnach könnte die Zahl armutsgefährdeter Rentner im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen künftig noch deutlich steigen - nämlich dann, wenn die durchschnittliche Rente bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des Einkommens abfallen sollte. Dann gäbe es mehr als 16000 Menschen, die nach 45 Beitragsjahren bei einer Rente unterhalb der Grundsicherung landen, so das Pestel-Institut. Tim Lubecki, Geschäftsführer der NGG-Region Schwaben, spricht von "alarmierenden Zahlen". Wer ein Leben lang gearbeitet habe, müsse später auch von seiner Rente leben können. "Am Ende steht hier das Vertrauen in die staatliche Altersvorsorge und damit der gesellschaftliche Zusammenhalt auf dem Spiel. " Die Bundesregierung hat eine Sicherung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis lediglich 2025 vereinbart. "Das reicht nicht aus", so Lubecki. Die Große Koalition müsse das Rentenniveau längerfristig stabilisieren und möglichst anheben.

Zugleich sieht die NGG die Arbeitgeber in der Pflicht. "Klar ist, dass aus Mini-Löhnen keine Spitzen-Renten werden", betont Lubecki. Gerade in Branchen wie dem Gastgewerbe und Bäckerhandwerk müssten im Kreis Neuburg-Schrobenhausen viele Beschäftigte im Alter aufstocken. "Dabei haben Hoteliers, Gastronomen und Bäckermeister bei der Bezahlung durchaus Spielraum. Anstatt auf
Aushilfen mit wenigen Wochenstunden zu setzen, sollten sie reguläre Vollzeitstellen schaffen - und zwar bezahlt nach Tarif", so der Gewerkschafter. Viele Beschäftigte hätten zwar das Glück, dass der Partner mehr verdiene und so die Haushaltskasse im Rentenalter aufbessere. Doch häufig sei das Geld selbst dann sehr knapp. Gerade wer einen Teilzeit- oder Minijob habe, müsse sich auf einen "extrem mageren Rentenbescheid" einstellen.

Frauen seien davon besonders häufig betroffen. Sogar unter Vollzeitbeschäftigten hat nach Berechnungen des Pestel-Instituts aktuell rund jeder Vierte im Kreis Neuburg-Schrobenhausen einen Rentenanspruch von weniger als 1000 Euro monatlich - nach 40 Arbeitsjahren.
Eine gute tarifliche Altersvorsorge könne zwar dabei helfen, dass im Alter etwas mehr übrig bliebe. "Aber Zusatzrenten sind nicht dafür da, ein immer geringeres Rentenniveau der gesetzlichen Rentenversicherung auszugleichen", so Lubecki.
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