Donnerstag, 21. Juni 2018
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Gemeinderat stellte Abwassergebühren auf den Prüfstand

Mal teurer, mal billiger

Aresing
erstellt am 11.06.2018 um 16:42 Uhr
aktualisiert am 15.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Aresing (SZ) Tiefer in die Tasche greifen müssen viele Bürger der Gemeinde Aresing künftig für die Kanalgebühren - während andere spürbar entlastet werden. Nach der Neukalkulation für alle vier Abwasseranlagen hat der Gemeinderat nun die neuen Preise beschlossen. Das Ergebnis: Im Hauptort wird's teurer, in den anderen Gemeindeteilen dagegen günstiger.
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Neue Gebühren für Schmutzwasser und Niederschlagswasser ? hier die Kläranlage Oberlauterbach/Niederdorf ? hat der Aresinger Gemeinderat festgelegt.
Neue Gebühren für Schmutzwasser und Niederschlagswasser - hier die Kläranlage Oberlauterbach/Niederdorf - hat der Aresinger Gemeinderat festgelegt.
Preckel
Aresing


"Eigentlich bin ich etwas überrascht, dass nur wenige Besucher zur Sitzung gekommen sind, um die Offenlegung der Neukalkulation für Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühren in der Gemeinde zu verfolgen", sagte Irena Schuhmacher, stellvertretende Geschäftsleiterin im Rathaus. Schließlich gehe es ja für die Eigentümer der an die vier Abwasseranlagen angeschlossenen Grundstücke um ihr Geld, das sie in den Jahren 2018 bis 2021 für die Nutzung von Kanal und Kläranlagen zu bezahlen haben. Schuhmacher hatte die Aufgabe, das Gremium über die von einem unabhängigen Ingenieurbüro aus Ingolstadt ausgearbeiteten Berechnungen der Abwasseranlagen in Aresing, Oberlauterbach/Niederdorf, Autenzell/Weilenbach und Rettenbach/Rosensteig zu informieren.

"Im Jahr 2014 wurde die gesplittete Abwassergebühr eingeführt und die Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühr erstmalig kalkuliert", erklärte Bürgermeister Klaus Angermeier. Jetzt, vier Jahre später, habe diese Kalkulation auf den Prüfstand gestellt werden müssen - mit teilweise überraschenden Erkenntnissen. Vor allem für die Aresinger, die bekanntlich ihr Abwasser per Kanal zur zentralen Kläranlage nach Schrobenhausen leiten, hat das Ingenieurbüro ganz andere Ergebnisse festgestellt, als vorhergesagt waren. Die Berechnungen haben ergeben, dass hier eine Unterdeckung von knapp 40000 Euro beim Schmutzwasser und mehr als 5500 Euro beim Niederschlagswasser aufgetreten ist. Der Gesamtdeckungsbedarf für die Jahre 2018 bis 2021 liegt nach den Berechnungen bei etwas mehr als 398000 Euro für das Aresinger Abwasser.

Bürgermeister Klaus Angermeier erklärte, warum man sich bei der Aresinger Anlage so vertan habe: Zum einen seien Kostensteigerungen aufgrund neuer technischer Anforderungen bei der Schrobenhausener Kläranlage entstanden, zum anderen seien die laufenden Kosten an die Stadtwerke Schrobenhausen nicht richtig in Kanalnetz und Klärwerk aufgeteilt gewesen, argumentierte er.

Die neuen Gebühren für die kommenden Jahre steigen nun für Aresing beim Schmutzwasser um 60 Cent auf 1,40 Euro je Kubikmeter Abwasser, während die Niederschlagswassergebühr mit fünf Cent pro Quadratmeter gebührenpflichtiger Fläche unverändert bleibt. "Im Vergleich der Gebührensätze in den umliegende Gemeinden sind wir noch gut bedient", sagte der Bürgermeister und nannte als Beispiel die Stadt Schrobenhausen, deren Schmutzwassergebühr bei 2,14 Euro liege.

Ganz anders sieht es bei den Abwassergebühren in den anderen Ortsteilen aus. Für die Kläranlage in Oberlauterbach/Niederdorf sinkt die Schmutzwassergebühr um 34 Cent auf nunmehr 68 Cent je Kubikmeter Abwasser, für das Niederschlagswasser müssen sieben Cent pro Quadratmeter bezahlt werden. Für die Anlage in Autenzell/Weilenbach sinkt der Preis gleich um 1,14 Euro auf nunmehr 97 Cent beim Schmutzwasser (Niederschlagswasser: vier Cent) und in der Anlage Rettenbach/Rosensteig kostet das Schmutzwasser künftig 92 Cent pro Kubikmeter und somit einen Euro weniger als bisher (Niederschlagswasser: sieben Cent).
Günter Preckel
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