Montag, 10. Dezember 2018
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Sandra Kigele und Jana Schweitzer sind Erstwählerinnen und erklären, was sie von der Politik erwarten

Weil zur Wahl gehen Mitbestimmen heißt

Schrobenhausen
erstellt am 11.10.2018 um 18:54 Uhr
aktualisiert am 15.10.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Dieses Jahr gibt es laut den Angaben des bayrischen Landesamtes für Statistik fast 9,5 Millionen Wahlberechtigte in 91 Stimmkreisen, darunter rund 600000 Erstwähler. Wir haben uns mit zwei von ihnen auf einen Kaffee getroffen: die Schrobenhausenerinnen Sandra Kigele und Jana Schweitzer.
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Sie sind Erstwählerinnen bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag: Jana Schweitzer (l.) und Sandra Kigele.
Sie sind Erstwählerinnen bei der Landtagswahl am kommenden Sonntag: Jana Schweitzer (l.) und Sandra Kigele.
Selina Höflinger
Schrobenhausen
Die beiden 18-Jährigen sind sich einig, dass jeder zum Wählen gehen sollte. "Man hat einfach in Deutschland das Privileg, dass man wählen darf und dann sollte man es auch auf jeden Fall machen", findet Sandra Kigele. In anderen Ländern habe man dieses Privileg nicht immer und auch in Deutschland hatten nicht alle immer dieses Recht, Frauen dürfen zum Beispiel erst seit 1919 zum Wählen gehen. Jana Schweitzer fügt hinzu, dass man auf diesem Weg auch "seine eigenen Interessen vertreten und mitbestimmen kann".

Zur Frage, ob mehr oder weniger Erstwähler zu den Landtagswahlen gehen werden, haben die beiden ähnliche Ansichten: Das Interesse an Politik und auch an den Landtagswahlen fehle bei den meisten ihrer Altersgruppe. Jana Schweitzer: "Ich denke, dass viele in unserer Altersgruppe zu wenig informiert worden sind und auch einfach keine Lust haben, sich selbst zu informieren."

Sowohl Schweitzer als auch Kigele haben jedoch auch Ideen, wie sich jeder vorbereiten sollte, der zu den Wahlen geht. "Die Wahlprogramme, die es auch meist in Kurzform und leichter Sprache gibt, durchlesen, damit man weiß was die Parteien anstreben. Nachrichten schauen, um auf dem Laufenden zu bleiben und zu sehen, wie die Parteien auf manche Situationen reagieren" zählt Kigele auf. "Und Umfragen und Tests machen, wie zum Beispiel: WahlSwiper, Wahl-O-Mat oder auch den Kandidatencheck für die Direktkandidaten im jeweiligen Stimmkreis", fügt Schweizer an. Beide finden aber auch, dass die Parteien es einfacher machen sollten, sich als junger Mensch ausreichend zu informieren, zum Beispiel über soziale Netzwerke. Auch die Regierung sehen die beiden jungen Frauen in der Pflicht. Aufklärung müsse sein, Sozialkundeunterricht sollte quasi von Anfang an auf dem Stundenplan stehen und nicht erst, wie etwa in der Realschule, ab der zehnten Klasse.

Beim Thema Wählen ab 16 sind sich die beiden unsicher. Beide finden: Es gebe doch auch viele 16-Jährige, die noch zu unreif seien, um mitzuentscheiden. Dennoch können die beiden 18-Jährigen dem Wahlrecht ab 16 auch Positives abgewinnen: "Jugendliche sehen vieles anders und könnten so vielleicht andere Problemlösungen entwickeln und ihre Interessen vertreten", sagt etwa Jana Schweitzer.

Auch zur 40-Jahre-Altersgrenze für die Kandidaten haben die beiden 18-Jährigen eine klare Meinung: Es sollte eine Herabsetzung der Altersgrenze geben. Jana Schweitzer findet: "Es sollte eine Altersgrenze geben, weil eine Person erst mal Lebenserfahrung sammeln muss, um die Leben anderer beeinflussen zu dürfen, aber die jetzige Altersgrenze ist zu hoch." Sandra Kigele fügt hinzu: "Es ist doch sinnvoll, jemanden zu haben, der jünger ist, damit derjenige die Interessen und Probleme der jüngeren Generationen versteht und vertritt."

Zum Thema, was eine Partei anstreben sollte, damit sie wählen, haben Jana Schweitzer und Sandra Kigele auch ein paar Ideen. "Mehr Gehalt für Menschen in soziale Berufen, weil diese Berufe wichtig sind und sowohl körperlich als auch psychisch anstrengend, und es sollte mehr Geld Rentner geben", so Kigele. Vielen reiche die Rente kaum oder gar nicht zum Überleben. Auch über Wohnraum für Studenten denken beide nach. "Es sollte einen Studentenrabatt für Wohnungen oder leichtere Chancen auf BAföG geben, damit sich die Studierenden die Wohnungen auch leisten können", sagt Schweitzer. Unterm Strich finden die beiden, dass sich das altmodische Denken ändern müsse. So wie derzeit, dürfe es, Stichwort Rechtsruck und Fremdenfeindlichkeit, nicht weitergehen. Auch deshalb wollen sie am Sonntag wählen gehen.
Selina Höflinger
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