Mittwoch, 21. November 2018
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Bei den Heimatforschern gibt es am Freitag einen Vortrag zum Thema "Zeitzeugen erzählen von damals"

Längst vergessene Begebenheiten in Erinnerung gerufen

Lampertshofen
erstellt am 11.09.2018 um 18:47 Uhr
aktualisiert am 14.09.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Lampertshofen (npi) Beim Stammtisch der Familien- und Heimatforscher aus dem Schrobenhausener Land hält der Oberhausener Stephan Müller am kommenden Freitag einen Vortrag mit dem Titel "Zeitzeugen erzählen von damals".
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Symbolische Szene für das damalige Leben und Arbeiten im oberen Ilmtal: Familie Held vom ?Schaffler? in Lindhof bei der Heuarbeit um 1932, im Hintergrund die Kirche von Lampertshausen.
Symbolische Szene für das damalige Leben und Arbeiten im oberen Ilmtal: Familie Held vom "Schaffler" in Lindhof bei der Heuarbeit um 1932, im Hintergrund die Kirche von Lampertshausen.
Archiv Müller
Lampertshofen
Der 37-jährige Heimatforscher beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte der Pfarrei Steinkirchen im Landkreis Pfaffenhofen, sein Schwerpunkt liegt hierbei auf den letzten 200 Jahren. Vor zwei Jahren referierte er ein erstes Mal beim Lampertshofener Stammtisch, damals waren sein Thema die Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus der Gemeinde Steinkirchen.

Die Pfarrei Steinkirchen ging 1928 aus einem Zusammenschluss der damaligen Pfarreien Lampertshausen, Pischelsdorf und Haunstetten hervor. Bereits in jungen Jahren befragte der gelernte Zimmerer Stephan Müller Zeitzeugen, die noch viel über die Vergangenheit in der Pfarrei zu erzählen wussten. 2015 entstand dann die Idee, die Zeitzeugenberichte schriftlich zu erfassen. Im vergangenen Jahr folgten knapp 20 Aufnahmen, in denen hochbetagte Einwohner, die in der Pfarrei Steinkirchen zur Welt kamen und dort aufwuchsen, über die damalige Zeit erzählten. Die aufgezeichneten Gespräche umfassten schwerpunktmäßig Themen wie Kindheit, Schulzeit, die schweren Arbeiten in der Landwirtschaft, das damalige Leben an der Ilm und deren Regulierung in der Vorkriegszeit. Auch über die Kriegszeit selbst, über die Flüchtlinge und die Zeit der Besatzung durch die Amerikaner wurde berichtet.

Hierbei entstand ein interessanter Querschnitt, wie die Menschen in der Zeit der 1930er- und 1940er-Jahre ihr Leben und den Alltag meisterten. Überdies wurde über längst vergessene Begebenheiten erzählt, wie beispielsweise über das Baden in dem sich damals noch durch das Tal schlängelnden Flüsschen Ilm, des Weiteren über die Existenz der sich seinerzeit noch teilweise in Betrieb befindlichen Mahlmühlen. Es ging um weite Schulwege zu Fuß in schneereichen Wintern, um das Schwarzschlachten, die Verdunkelungspflicht oder die vielen so genannten Heldengottesdienste für die Gefallenen der Pfarrei. Weitere Erinnerungen gab es auch zu der Zeit des Einmarsches der Amerikaner, den viele als Befreiung von der Naziherrschaft ansahen. Nach dem Krieg wuchsen Einheimische und Vertriebene aus ehemaligen Reichsgebieten letztlich nach und nach zusammen und kehrten durch das gesellschaftliche Leben mit Tanz, Musik und Veranstaltungen in einen normalen Alltag zurück.

Der Vortrag über diesen detailreichen, lokalhistorisch-volkskundlichen Themenkomplex beginnt am Freitag, 14. September, um 19.30 Uhr im Gasthaus Felbermaier in Lampertshofen, jeder Interessierte ist eingeladen. Das Forschertreffen selbst beginnt bereits um 18 Uhr, wie bislang besteht die Möglichkeit, mitgebrachte Sterbebilder einscannen zu lassen.
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