Donnerstag, 16. August 2018
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Räte einstimmig für eine zentrale Lösung - Altes Adelshausener Schulhaus in desolatem Zustand

Künftig einheitliche Gebühren

Karlskron
erstellt am 13.06.2018 um 18:46 Uhr
aktualisiert am 16.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Karlskron (SZ) Zwei große Themen standen auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Karlskroner Gemeinderats: die Zukunft der Abwasserbeseitigung und das alte Schulhaus.
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Feuchtigkeit und Korrosionsschäden treten im alten Schulhaus von Adelshausen gleich an mehreren Stellen zutage.
Feuchtigkeit und Korrosionsschäden treten im alten Schulhaus von Adelshausen gleich an mehreren Stellen zutage.
Foto: Gemeinde Karlskron
Karlskron
Es ist der Mittelpunkt des Dorflebens in Adelshausen und wird intensiv genutzt: Doch das alte Schulhaus aus dem Jahr 1927, das Anfang der 90er-Jahre renoviert wurde, sei "in einem desolaten Zustand", so ein Schreiben von elf Vereinen und Gruppierungen aus dem Karlskroner Ortsteil an die Gemeindeverwaltung. Auf Dauer sei dies nicht mehr tragbar, und auch Rathauschef Stefan Kumpf (CSU) bestätigte dies in der jüngsten Gemeinderatssitzung: "Da muss tatsächlich etwas gemacht werden."

Ein Fachmann vom Büro Leitermann hat im Auftrag der Gemeinde das Gebäude untersucht, ohne freilich Kernbohrungen vorzunehmen. Das Ergebnis: Das Mauerwerk und der Keller sind feucht und teilweise wohl bereits schwer geschädigt, das Wasser kommt zum Teil auch von unten. Eine Abdichtung sei aber nur von innen möglich. Die Installationen genügen nicht mehr den Sicherheitsanforderungen, die Leitungen im Keller sind in einem schlechten Zustand und rostig, es sei teilweise feucht und wahrscheinlich schimmelig, Brandschutz und Fluchtwege nicht vorhanden. Während die obere Wohnung in Ordnung ist, werde in der Obdachlosenwohnung im Erdgeschoss offenbar nie gelüftet, was sich entsprechend auswirke.

Drei Szenarien sind grundsätzlich denkbar. Eine Sanierung der Mängel würde bedeuten, dass die Schäden vermutlich in zehn Jahren wieder auftreten. Eine Generalsanierung bedeute praktisch eine Entkernung des Hauses und würde wohl eine dreiviertel Million Euro kosten. Bei einem Neubau sind die Kosten kalkulierbar und Eigenleistungen möglich. Außerdem könne bedarfsgerecht gebaut werden. Die Kosten lägen geschätzt bei gut einer Million Euro.

"Adelshausen braucht eine Alternative", erklärte Gemeinderat Werner Widuckel (SPD). "So können wir es nicht lassen." Die erste Sanierungsvariante würde bedeuten, das Geld zum Fenster hinaus zu schmeißen. Im Falle der anderen Varianten forderte Widuckel einen Kostendeckel. Er wies weiter darauf hin, dass dies auch Auswirkungen auf Karlskron habe.

Bürgermeister Kumpf ergänzte, dass auch das Haus der Vereine begutachtet werde. Er schlug vor, von "Best-Practice-Beispielen" aus anderen Orten zu lernen. Er brachte den Vorschlag ins Spiel, eventuell einen Trägerverein zu gründen. "Bauen kann auch ein Verein."

Bernd Nentwig (CSU) schlug vor, sich mit allen Vereinen und Gruppierungen zusammenzusetzen. Man sollte auf jeden Fall mit dem Schützenverein reden und die Nutzung künftigen Bedürfnissen anpassen. Christa Froschmeir (CLK) regte an, in diesem Zuge auch über den Neubau einer Kindertagesstätte nachzudenken. "Wir müssen an die Anwohner denken", forderte Martin Wendl (Grüne) und stellte die Frage in den Raum, ob es nicht sinnvoller sei, an anderer Stelle zu bauen.

Hedwig Brüderle (FW) brachte den Ensembleschutz ins Spiel, während ihre Fraktionskollegen Erwin Kübler forderten, sofort mit den Planungen zu beginnen respektive auf jeden Fall unverzüglich Rauchmelder zu installieren. Kurt Bachhuber (FW) ist die Akzeptanz der Bevölkerung wichtig, während Thomas Krammer (SPD) forderte, alle Ortsteile zu betrachten. Silvia Dirsch (Grüne) macht sich Sorgen über die weitere Unterbringung der Obdachlosen.

Die Zukunft der Abwasserbeseitigung in Karlskron hat die Gemeinderäte schon mehrmals beschäftigt. Das Planungsbüro Wipfler hat dazu eine Untersuchung angestellt, ausgehend von künftig 4500 Einwohnern in Karlskron und weiteren 2500 in den Ortsteilen. Grundsätzlich standen zwei Varianten zur Diskussion: eine große oder zwei Kläranlagen. Da das Wasserrecht in den Ortsteilen im kommenden Jahrzehnt unterschiedlich ausläuft, ist auch eine zeitliche Versetzung der erforderlichen Arbeiten möglich.

Detailliert stellten die Planer die Varianten vor - inklusive unterschiedlicher Leitungslängen (sieben respektive neun Kilometer) und Anschlüsse sowie der nötigen Sanierungen, Pumpstationen und anderer Technik wie etwa Schlammentwässerung. Die Investitionskosten liegen bei jeweils rund acht Millionen Euro. Auf mehrere Jahrzehnte betrachtet schneidet die Variante mit nur einer großen Kläranlage jedoch wegen geringerer Betriebskosten und höherer Wirtschaftlichkeit besser ab. Daher entschieden sich die Gemeinderäte einstimmig für die große Lösung mit nur einer Kläranlage. Allerdings ist Walding bereits beim Abwasserverband Ingolstadt-Süd. Mändlfeld und Brautlach sind rein technisch nicht betroffen, sind aber mit dabei, wenn im kommenden Jahr einheitliche Gebühren eingeführt werden.

Schließlich wurde noch das Strukturkonzept für das Baugebiet Linnerberg-Ost in Adelshausen vorgestellt. Erste Pläne stammen bereits aus dem Jahr 2008. Darauf fußt die jetzige Planung, die knapp 30 Parzellen mit im Regelfall Grundstücksflächen zwischen 600 und 800 Quadratmetern vorsieht.
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