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Agnes Krumwiede und Dieter Janecek machen auf ihrer Reise durch die Region auch Halt im Schrobenhausener Land

Grüne Werbetour

Kleinhohenried
erstellt am 24.07.2012 um 18:51 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 07:54 Uhr | x gelesen
Kleinhohenried (SZ) Sehr gut besucht war die Veranstaltung des Karlskroner Ortsverbandes der Grünen mit Dieter Janecek, dem Vorsitzenden der Bayerischen Grünen und Bundestagsabgeordneter Agnes Krumwiede. Fast 50 Personen aus der ganzen Region 10 waren gekommen, um mit den beiden Zugpferden der Grünen über eine grüne Zukunft zu diskutieren.
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Kleinhohenried: Grüne Werbetour
Agnes Krumwiede und Dieter Janecek stellten sich einer lebhaften Diskussion - Foto: Hammerl
Kleinhohenried
Es war der einzige Auftritt Krumwiedes im Schrobenhausener Land, die mit Janecek gerade eine Tour durch die Region macht.

Wer eine typische konform verlaufende Parteiveranstaltung erwartet hatte, wurde angenehm enttäuscht. Hier wurde kontrovers diskutiert, und beide Referenten fanden sich streckenweise ziemlich in der Defensive wieder, ob es um Leiharbeit ging, deren früher strikte Regeln – wie ein Zuhörer einwarf – von Rot-Grün gelockert worden war, um Eurobonds oder Bürgermitbestimmung.

„Ich werbe dafür, dass wir nächstes Jahr in Bayern und Deutschland eine Regierung bekommen, die sich der Probleme bewusst ist“, hatte Janecek in seinem Impuls-Referat gesagt. Die Grünen könnten hier treibende Kraft sein. Es herrsche breiter Konsens in der Bevölkerung, dass etwas passieren müsse – auch weit über den Kreis der „typischen Grünen“ hinaus. „Nicht jede Form von Wachstum brauchen wir“, so lautete seine Botschaft. Weg vom Öl zu kommen, gelte es nun, auch angesichts der Unsummen, die jedes Jahr an die Ölscheichs bezahlt würden – Ziel sei, das Geld in der Region zu halten. In allen Bereichen der Wirtschaft sei es wichtig, nachhaltiger zu arbeiten und fossile Energieträger einzusparen. Janecek machte die Teuerung bei den fossilen Brennstoffen sogar mitverantwortlich für die Eurokrise – neben der Misswirtschaft einiger Staaten. Auch Leiharbeit und zu geringe Besteuerung der Vermögenden in Deutschland, die viel weniger als in allen anderen EU-Ländern zahlen müssten, riss der studierte Politologe an.

Krumwiede, kulturpolitische Sprecherin der Grünen, sprach von einer großen Transformation, die im Gange sei. Es gelte nun zu entscheiden, welche Bereiche wachsen, und welche schrumpfen sollten. Die Schule der Zukunft solle einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und weitaus mehr Wert auf musische Fächer legen. Kulturförderung ist ihr ein wichtiges Anliegen. Zunächst aber berichtete sie von „einer Unkultur“, dem Asyllager in Neuburg. Drittens kümmert sie sich um die in Polen zerfallenden Konzentrationslager. Deutschland müsse dafür sorgen, dass das Gedächtnis des Holocaust erhalten bleibe, weshalb sie Deutschland in der Pflicht sieht, zu helfen, die Konzentrationslager zu erhalten. „Man muss in der Politik eine richtige Nervensäge sein“, sagte sie, „und das war ich“. So kommentierte sie ihren Erfolg, dass mittlerweile ein Schreiben rausging, das Polen finanzielle Hilfe anbiete.

Wie Mieter in Zukunft in München noch ihre Wohnungen bezahlen sollten, wollte eine Zuhörerin wissen. „Wir können die Leute damit nicht allein lassen“, bestätigte Janecek, räumte aber ein, dass er derzeit keine Lösung anzubieten habe. Hauptproblem seien niedrige Löhne, darin waren sich die Diskutanten weitgehend einig, worauf sich eine lebhafte Diskussion um Leiharbeit entspann. „Ich habe ein Riesenproblem bei der nächsten Wahl – welche Partei ich wählen soll“, warf ein Zuhörer ein, „momentan kann ich keiner Partei meine Stimme geben“. Auch die Grünen wollten Eurobonds, kritisierte er. Andere wollten regionale Fragen beantwortet haben, es ging um Schulpolitik, G8, Stundenausfälle und vieles mehr. Wenn die Hauptpersonen nicht zum Zug gemusst hätten, hätte die Veranstaltung, die mit einem Referat von Stiftungsleiter Pankraz Wechselberger zum Haus im Moos begonnen hatte, sicher länger als zwei Stunden gedauert. Organisatorin Silvia Dirsch vom Ortsverband Karlskron hat es gefreut.

Von Andrea Hammerl
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