Mittwoch, 12. Dezember 2018
Lade Login-Box.

Leuchtende Kinderaugen sagten Dankeschön

erstellt am 29.12.2003 um 19:01 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 12:14 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen / Kaunas (bo) "We are the world" · "Wir sind die Welt": Ein Lied, mit dem die Kinder Litauens voller Zuversicht auf das neue Jahr und voller Freude in die Zukunft blicken. Eine Hoffnung, von der im Rahmen der aktuellen Hilfsaktion der Kinderhilfe Litauen aus Schrobenhausen auch heuer wieder kurz vor dem Jahreswechsel viele erfüllt waren: Mädchen und Buben in einem Kindergarten in der Hafenstadt Klaipeda ebenso wie die körperlich und geistig Behinderten im Kinderheim von Kaunas, die Schüler der Dorfschule von Zelsva bei Marijampole und viele viele mehr. Nicht minder groß die Begeisterung bei den Begleitern des jüngsten Hilfstransportes, die vor allem im Rahmen einer fröhlichen und besinnlichen Feier im Kinderheim von Kaunas für ihren Einsatz belohnt wurden.
Textgröße
Drucken
Manfred Schwaak, der die Kinderhilfe Litauen seit ihrer Gründung vor nunmehr bereits über zehn Jahren leitet, ist sich sicher: "In diesem Jahr wer es so schön, wie noch nie zuvor": Eine Meinung, die auch die anderen zum Teil bereits jahrelangen Mitfahrer des Hilfstransportes mit Manfred Schwaak teilen: sein Bruder Gerhard ebenso wie Bernhard Koppold, Toni Drexler und Diether Brandt vom Roten Kreuz Schrobenhausen, die den BRK-Lastzug mit seiner hilfreichen Fracht einmal mehr sicher ans Ziel lenkten, Otto Prestele und Inge Mayer von der Uni-Klinik Regensburg. Sie alle denken dabei an die fröhlichen Kinderaugen, die sie in Litauen erleben durften; an so manchen Händedruck voller tief empfundener Dankbarkeit; an die zu Herzen gehende Stimmung, die alle gleichermaßen spürten, als man litauischen und deutschen Weihnachtsliedern lauschte und als man zuletzt gemeinsam das Lied von der "Stillen, Heiligen Nacht" anstimmte.

Eine gute Gelegenheit, so Manfred Schwaak, um über bisher Erreichtes nachzudenken. Und das sei nicht wenig, resümiert der Vorsitzende der Kinderhilfe Litauen. Dabei weiß er, dass all dies nur durch die großzügige Unterstützung vieler Menschen aus Schrobenhausen, aus dem Altlandkreis und darüber hinaus möglich war und möglich ist. Vor allem erinnert er in diesem Zusammenhang einmal mehr an die insgesamt zehn Schulen aus Stadt und Umland, die mit ihren unzähligen Weihnachtspäckchen für die Kinder in Litauen, einen der Grundpfeiler für die alljährliche Aktion in der Weihnachtszeit bilden. "Wer einmal in Litauen dabei war", so Manfred Schwaak, "weiß um die wahre Bedeutung dieser Geschenke". Weit über ihren materiellen Wert hinaus nämlich würden sie den Kindern in Litauen eindrucksvoll vermitteln, dass es irgendwo auf der Welt Menschen gibt, die an sie denken und sie nicht vergessen haben.

Erstes Ziel war diesmal nach der Fährüberfahrt von Kiel nach Klaipeda, der dortige Kindergarten, der schon seit vielen Jahren von der Kinderhilfe Litauen besucht wird. In Klaipeda war der Hilfstransport im Übrigen bereits von der seit langer Zeit mit der Aktion verbundenen litauischen Journalistin Rasa Pangoniene empfangen wurden, die im Vorfeld bereits alle Formalitäten mit dem Zoll geregelt hatte, so dass dem weiteren reibungslosen Verlauf nichts im Wege stand. Zum Kindergarten ist inzwischen eine weitere Station in Klaipeda hinzugekommen: eine medizinisches Zentrum, dessen Chefärztin hier die ambulante Behandlung von Kindern und Senioren plant. Zur Grundausstattung diese Vorhabens hatte Toni Drexler eine ganze Reihe von dringend erforderlichen Krankenbetten mitgebracht.

Im Mittelpunkt jeder Aktion der Kinderhilfe Litauen steht von Anfang an das Heim für geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche in Kaunas. Mit der Hilfe aus Schrobenhausen hat sich im Laufe der Jahre hier bereits vieles zum Besseren gewandelt. Und dennoch ist kein Ende abzusehen, weil hier für viele Dinge die staatlichen Mittel einfach fehlen. Das weiß vor allem Liudas Ankudavicius, der die Einrichtung, die bis vor kurzem noch "Vaiku Pensionatas" (Kinderheim) hieß und jetzt in "Sonderschule-Internat Bezirk Kaunas" umbenannt wurde, als Direktor leitet. Oft, so der Leiter des Kinderheimes, seien es etwa so wichtige Dinge wie beispielsweise die zehn Rollstühle, die diesmal mit an Bord des BRK-Lastzuges waren, die in Litauen geradezu unbezahlbar seien. Oder man denke nur an die zahlreichen baulichen Verbesserungen, die in der Vergangenheit bereits mit Hilfe von Spendengeldern aus Schrobenhausen bewerkstelligt werden konnten. Um weitere bereits von der Leitung des Heimes zum Wohle der Kinder geplante Projekte erfolgreich vorantreiben zu können, so Manfred Schwaak, will die Kinderhilfe auch in Zukunft mit der Unterstützung von Privat- und Geschäftsleuten sowie von Organisationen und Verbänden aus und um Schrobenhausen weitere finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Eine Aufgabe, die sich der Verein inzwischen auch in Zusammenhang mit der kleinen Dorfschule von Zelsva vorgenommen hat. Es handelt sich dabei um jenen Ort nahe der Stadt Marijampole, an dem Manfred Schwaak nach der Vertreibung aus seiner Heimat Ostpreußen fünf Jahre seiner Kindheit verbracht hatte. Die Hilfe und die Aufnahme, die er hier erlebt hatte, und die daraus resultierende Dankbarkeit bildete übrigens Jahrzehnte später den Grundstein, auf dem die Kinderhilfe Litauen entstand. Genau der Ort, an dem sich die Mädchen und Buben, die hier unter einfachsten Verhältnissen den Unterricht besuchen, für die Spendengelder, die zur Einrichtung einer Schulküche verwendet werden sollen, und für die Geschenkpäckchen aus Schrobenhausen mit dem Lied "We are the world" bedankten.

Ein Dank, der nicht nur Manfred Schwaak und seinen Mitfahrern galt, sondern den sie mit nach Hause nahmen und an alle übermitteln, die die Kinderhilfe Litauen bereits in der Vergangenheit unterstützt haben und an die, die sie auch in der Zukunft unterstützen wollen. Wer darüber hinaus noch weitere Eindrücke von der jüngsten Hilfsaktion gewinnen möchte, kann sich direkt mit Manfred Schwaak, Telefon (0 82 52) 26 80, in Verbindung setzen. In Kürze nämlich wird ein Videofilm zur Verfügung stehen, der auch wie bereits bisher schon, direkt vor Ort gedreht wurde.

Stefan Boos
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!