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Theatergruppe Hörzhausen feierte mit "Nicht mehr blind dank Enkelkind" Premiere

Von wegen trautes Familienglück

Hörzhausen
erstellt am 11.03.2018 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 15.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hörzhausen (SZ) Eine geistreiche Erfahrung krempelt den Bankdirektor Franz Heinzelmann ziemlich um. "Nicht mehr blind dank Enkelkind" heißt das Stück, das die Theatergruppe Hörzhausen aufführt. Am Samstag war die Premiere der Komödie, in der es um zwischenmenschliche Beziehungen geht.
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Hörzhausen: Von wegen trautes Familienglück
Was geht da im Esszimmer vor sich, will Heinzelmann (Rainer Bäumker) wissen. Sein Schutzengel (Cilli Eibel) kann durch Wände sehen und belauscht das Gespräch zwischen Postbote (Stefan Kohl), Ehefrau Gisela (Michaela Böttcher) und dem Metzger (Peter Heigl). - Fotos: Drexler
Hörzhausen

Bankdirektor Heinzelmann (Rainer Bäumker) führt ein streng konservatives Regiment, unter dem seine gesamte Familie leidet. Neben Ehefrau Gisela (Michaela Böttcher) vor allem Tochter Susanne (Carina Rauscher). Die warf der Vater vor zehn Jahren aus dem Haus, weil sie nicht den Mann heiraten wollte, den er ihr ausgesucht hatte. Sohn Lukas (Hannes Redl) ist das Lieblingskind des Vaters, weil er erfolgreich im Beruf und auch glücklich verheiratet ist. Mit der "Lieblingsschwiegertochter" Melanie (Alexandra Kigele).

Das traute Familienglück, an das Heinzelmann glaubt, existiert allerdings nicht. Sohn Lukas ist nämlich alles andere als glücklich verheiratet und hat eine Freundin (Andrea Elbl). Und der "Lieblingsschwiegertochter" ist jedes Mittel recht, um ihr ganz eigenes Süppchen zu kochen. Nur gut, dass Enkelin Daniela (Hannah Heigl) ein besonders aufgewecktes Kind ist, dem so leicht nichts entgeht. Obwohl Heinzelmann noch gar nicht weiß, dass er Opa ist.

Er freut sich darauf, seinen 60. Geburtstag zu feiern. Zusammen mit seinen beiden besten Freunden, dem Dorfmetzger (Peter Heigl) und dem Postboten (Stefan Kohl). Was er auch nicht weiß: Beide buhlen um die Gunst seiner Ehefrau Gisela. Beste Voraussetzungen also für allerhand Querelen und Verwicklungen. Besonders als Heinzelmann einen Herzinfarkt hat und mit himmlischem Beistand in Form seines Schutzengels (Cilli Eibel) eine zweite Chance erhält. Dabei muss er schmerzhaft feststellen, dass auch Geister nicht mit dem Kopf durch die Wand können. Und sein Schutzengel mit dem klingenden Namen Michaela Müller sorgt ungewollt für weitere Verwicklungen.

Die Mitglieder des Theatervereins haben für ihre "Beziehungskomödie", die aus der Feder von Wolfgang Bräutigam stammt, eine Art Doppelbühne aufgebaut: auf der einen Seite das Wohnzimmer der Familie. Auf der anderen Seite, getrennt durch eine Tür und eine angedeutete Wand, das Esszimmer. Seinen besonderen Reiz hat es, wenn in beiden Zimmern parallel gespielt wird und die Familienmitglieder scheinbar nichts von den Vorgängen im anderen Zimmer wissen.

Und auch der Auftritt der beiden Unsichtbaren ist ein Genuss. Da geht zum Beispiel Heinzelmann seinem vermeintlichen Nebenbuhler an die Gurgel, was diesen aber gar nicht stört. Denn Heinzelmann ist ein Geist, der zwar alles hören kann, aber von niemandem wahrgenommen wird. Wird er Hilfe bekommen, um sein irdisches Leben ordnen zu können? Wendelin (Andreas Grepmair), ein Wesen, das seinen Platz zwischen Himmel und Erde hat, formulierte es am Anfang der Aufführung so: "Er braucht einen Denkanstoß, damit er auf die richtige Bahn kommt."

Von Gerlinde Drexler
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