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Gelungene inszenierte Rettung im Brandfall mit rund 400 Ehrenamtlichen

Großübung am Klosterberg

Hohenwart
erstellt am 06.05.2018 um 19:54 Uhr
aktualisiert am 10.05.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Hohenwart (SZ) Dichter Rauch quillt aus einem Fenster im Altbau von Regens Wagner in Hohenwart. Die Brandmeldeanlage löst Alarm aus und kurz darauf ertönen auch schon die ersten Sirenen - die Katastrophenschutzbehörde des Landratsamtes veranstaltet am Samstag auf dem Klosterberg eine Großübung mit Feuerwehren, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk (THW) und Polizei.
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Neun Monate haben Kreisbrandinspektor Christian Nitzschke und seine Kollegen an dem Drehbuch für das Übungsszenario gearbeitet. Warum sie sich gerade Regens Wagner dafür aussuchten? "Die hohe Anzahl von Bewohnern und Menschen jeden Alters mit Handicap sowie die verwinkelte Gebäudestruktur stellen hohe Ansprüche an die Einsatzkräfte", erklärt Übungsleiter Nitzschke. Das Szenario sieht vor, dass der Brand im Konferenzzimmer im Erdgeschoss ausbricht und sich nach und nach bis ins Dachgeschoss ausbreitet. Mehrere Personen werden vermisst.
Starkes Aufgebot am Klosterberg: Über die Drehleiter wurden Eingeschlossene aus dem ersten Stock gerettet. Am Eingang von Regens Wagner betreute die Feuerwehr die Verletzten und auch zu Wasser wurde gearbeitet: Die Tauchglocke des Sondergeräts Hytrans Fire System wurde an die Paar gebracht. Über die zwei Kilometer Schlauchleitung wird die Wasserversorgung auf der Klosterberg sichergestellt.
Starkes Aufgebot am Klosterberg: Über die Drehleiter wurden Eingeschlossene aus dem ersten Stock gerettet. Am Eingang von Regens Wagner betreute die Feuerwehr die Verletzten und auch zu Wasser wurde gearbeitet: Die Tauchglocke des Sondergeräts Hytrans Fire System wurde an die Paar gebracht. Über die zwei Kilometer Schlauchleitung wird die Wasserversorgung auf der Klosterberg sichergestellt.
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Davon weiß Benedikt Stuber, Kreisbrandinspektor und örtlicher Einsatzleiter bei der Übung, noch nichts, als er vor Ort eintrifft, um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Freiwillige Feuerwehr Klosterberg, Hohenwart und Reichertshofen mit der Drehleiter sind bereits alarmiert. Stuber veranlasst eine Nachalarmierung von zwölf weiteren Feuerwehren: Pörnbach, Waidhofen, Wangen, Schrobenhausen (mit Drehleiter), Deimhausen, Freinhausen, Koppenbach, Thierham-Seibersdorf, Weichenried, Tegernbach, Hohenreid und Pfaffenhofen mit dem Abrollbehälter Atemschutz.
 
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Vor Ort sind die ersten Atemschutzträger der Feuerwehren schon dabei, nach den vermissten Personen zu suchen. Die ersten Verletzten werden auf Tragen herausgetragen. Andere können noch selbstständig gehen. So wie die 13-jährige Pauline Jung aus Reichertshofen. Sie ist eine der 35 Komparsen, die bei der Übung mitspielen. "Es war aufregend", sagt sie nach ihrer Rettung. Im ersten Moment sei es ein bisschen unheimlich gewesen, als sie das Schnaufen der Atemschutzträger hörte, erinnert sie sich.
 
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Paula Wagner, Gesamtleiterin von Regens Wagner, und ihr Stellvertreter Werner Weyers, sehen der Übung mit gemischten Gefühlen zu. Im realen Leben sind im Altbau 20 Menschen mit Behinderung und im Gebäude daneben 40 Bewohner untergebracht. Alle im Seniorenalter und teilweise bettlägerig - sie sind während der Übung teilweise ausquartiert. Im Nachhinein werden die Einrichtungsleiter aufatmen, weil sich ihr Brandschutzkonzept bewährt hat. Wagner ist die Erleichterung anzuhören, als sie sagt: "Als ich sah, wie die Leute rausgetragen wurden, war ich froh, dass es kein Ernstfall ist."
 
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Am erst vor wenigen Jahren sanierten Platz vor der Kirche haben die Feuerwehren die Wasserversorgung aufgebaut. Bürgermeister Manfred Russer ist froh, dass bei der Sanierung ein Löschtank mit 200 Kubik Fassungsvermögen unter dem Platz eingebaut wurde. Trotzdem wird das Wasser bald knapp. Das Sondergerät der Werksfeuerwehr Airbus Manching, das Hytrans Fire System, kommt zum Einsatz - eine Pumpeinheit mit zwei Kilometern Schlauch, die das Wasser aus der Paar mit einer Geschwindigkeit von 140 Stundenkilometern in den Löschtank auf dem Klosterberg pumpt.

Um die Übung so realistisch wie möglich zu gestalten, haben die Komparsen vom Landratsamt Vorgaben bekommen. Sie spielen zum Beispiel Autofahrer, die sich bei den Rettungskräften wegen der zugeparkten Straßen beschweren, oder verzweifelte Angehörige, die im Landratsamt anrufen. Auch mit Gerüchten, die auf sozialen Medien verbreitet werden, müssen sich Niklas Hafenrichter, Abteilungsleiter Öffentliche Sicherheit im Landratsamt, und seine 20 Mitarbeiter an der Hotline befassen.

Das Fazit fällt bei allen Beteiligten am Ende der rund dreistündigen Übung mit insgesamt rund 400 ehrenamtlichen Einsatzkräften positiv aus. Landrat Martin Wolf ist beeindruckt von der Professionalität der Ehrenamtlichen und der Ruhe, in der der Einsatz abläuft. Regelrecht begeistert ist Christian Eibl von der Feuerwehrschule Geretsried: "Ich habe selten so eine detaillierte und durchdachte Übung gesehen." Besonders gefallen hat ihm das Führungsassistentenkonzept für die Einsatzleitung. Und dass das THW die Einsatzleitung mit Hilfe einer Drohne mit Luftbildern versorgte.

Gerlinde xler
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