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Auch im Raum Schrobenhausen wird es Zeit, Abschied von der Fußball-WM 2018 in Russland zu nehmen. Harry Reisner macht es als heimlicher Fan von Kroatien.

Im WM-Finalfieber - mit "Flachsen" und ohne Wein

erstellt am 13.07.2018 um 21:47 Uhr
aktualisiert am 18.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Auch im Raum Schrobenhausen wird es Zeit, Abschied von der Fußball-WM 2018 in Russland zu nehmen. Harry Reisner macht es als heimlicher Fan von Kroatien.
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Fußballliebhaber mit Zabivaka: Harry Reisner.
Fußballliebhaber mit Zabivaka: Harry Reisner.
Foto: Kaufmann
Mühlried (SZ) Am morgigen Sonntag ist Schluss in Russland. Nach 31 Tagen, nach 64 Partien. Und mit einem neuen Fußball-Weltmeister, der laut Harry Reisner "hoffentlich Kroatien" heißen wird: "Ich würde es diesem tollen Team mit seinen fantastischen Einzelspielen wirklich gönnen."

Keine Frage, natürlich verfolgt der 57-Jährige das große Finale - so, wie es sich für einen wahren Liebhaber dieser Sportart gehört. Beziehungsweise für einen Mann, der über zweieinhalb Jahrzehnte an vorderster Linie für sie gearbeitet hat - ehrenamtlich, mit großem Herzblut. Erst vor Kurzem, im April 2018, beendete Reisner diesen Lebensabschnitt - und trat als Fußballabteilungsleiter des SC Mühlried zurück.

"Aus meiner Sicht war die Zeit einfach gekommen, den Jüngeren nicht mehr im Wege zu stehen", begründet er diesen Schritt: "Und wie sich schon jetzt zeigt, machen sie ihre Sache ja auch super." Reisner blickt zufrieden bei diesen Sätzen. Plötzlich nicht mehr jeden Sonntag auf dem Sportgelände stehen zu müssen, nicht für allerlei Dinge rund um die Matches verantwortlich zu sein, stattdessen Zeit für neue Aktivitäten zu haben - selbstverständlich genießt es der Mühlrieder. Aber noch nicht uneingeschränkt, wie er ehrlich zugibt: "Ich habe diese Tätigkeit als Abteilungsleiter 26 Jahre lang ausgeübt, das kannst Du im Kopf nicht von einem Moment auf den nächsten abhaken."

So freut sich Reisner bereits riesig auf die neue Saison in der Kreisklasse Aichach, sein SCM werde hierfür "eine wirklich hervorragende Mannschaft" besitzen. Eine, die sogar um den Aufstieg mitkämpfen kann? "Darauf gibt es von mir definitiv keine Antwort", sagt der 57-Jährige lächelnd: "Ich drücke meinen Jungs einfach nur fest die Daumen."

Zunächst aber steht noch das WM-Endspiel auf dem Reisnerschen Programm - wobei er das "keinesfalls allein" anschauen werde. "Mit guten Bekannten flachsen beziehungsweise fachsimpeln zu können, das macht doch den Reiz einer solchen Übertragung aus", meint der Finanzbeamte. Das Ganze vielleicht sogar bei einem guten Schluck kroatischen oder französischen Wein? "Eher nicht", antwortet Reisner lachend: "Das ist nicht nicht mein Lieblingsgetränk. Wenn schon, gibt's vielleicht ein Bier dazu."

Würde die deutsche Nationalelf im Finale kicken, würde dem 57-Jährigen das natürlich noch besser schmecken. Die DFB-Auswahl ist jedoch bekanntermaßen schon längst zu Hause, und das verärgert den Mühlrieder immer noch sehr: "Man kann ja mal frühzeitig ausscheiden - aber bitte nicht auf diese Weise, also ohne echten Einsatz, wie wir es in Russland taten. Um ein erfolgreiches Team bilden zu können, muss jeder Einzelne seine persönlichen Interessen zurückstellen - aber das war bei uns nicht der Fall."

Jetzt glaubt Reisner eben an Kroatien als Weltmeister. So, wie er zuvor bereits Brasilien beziehungsweise Belgien den Titelgewinn zugetraut hatte. Bleibt für die Auswahl von "Hrvatska" nur zu hoffen, dass das kein schlechtes Omen für sie ist.
 
Roland Kaufmann
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