Dienstag, 19. Juni 2018
Lade Login-Box.

Heute beginnt die Fußball-WM, und das ist auch im Schrobenhausener Land ein riesiges Ereignis. Wir haben dazu mit Thomas Dusch gesprochen.

Im WM-Fieber: Heimlicher Russlandliebhaber

Schrobenhausen
erstellt am 13.06.2018 um 18:36 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Die Augen von Thomas Dusch beginnen zu leuchten. "Die Russen sind die gastfreundlichsten Menschen, die es gibt", so der 52-Jährige. Der Schrobenhausener Gastronom muss es ja wissen - schließlich hat er das WM-Gastgeberland im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte bereits zwölfmal besucht. "Ich wollte damals unbedingt mal Sibirien sehen", erinnert sich der gebürtige Schwabe. Bloß hierbei ist es eben nicht geblieben. Aus der spontanen Idee von einst ist stattdessen eine große Liebe geworden. Nein, auf Russland lässt Dusch nichts kommen.
Textgröße
Drucken
WM-Maskottchen Zabivaka im Arm: Thomas Dusch.
WM-Maskottchen Zabivaka im Arm: Thomas Dusch.
Foto: Kaufmann
Schrobenhausen
Und natürlich, er wäre gerade jetzt sehr gerne selbst wieder dort - pünktlich zum Weltmeisterschaftsbeginn. Denn der 52-Jährige ist auch ein großer Fußballfan. Dem VfB Stuttgart drückt er vorrangig die Daumen - und bei großen Meisterschaften natürlich dem deutschen Team. "Bloß mit einer erfolgreichen Titelverteidigung dürfte es heuer sehr schwierig werden", glaubt Dusch. Seine großen Favoriten: eher Frankreich oder Spanien.

Und die Mannschaft des Gastgebers? Der Lenbach-Wirt schüttelt den Kopf: "Der wünsche ich, dass sie zumindest über die Vorrunde hinauskommt - damit die heimischen Zuschauer bei der Stange bleiben und nicht frühzeitig das Interesse an der Weltmeisterschaft verlieren. Bloß viel mehr als das Achtelfinale dürfte wohl kaum drin sein."

Dass Dusch so gut wie alle Partien live am TV verfolgen wird, vorausgesetzt, seine Arbeit lässt es zu - wohl müßig zu erwähnen. Wobei er schon zugibt, am liebsten "nur im kleinen Kreis" zu gucken: "Blödes Dahergerede von anderen Leuten während der Übertragungen mag ich nicht." Punkt, aus - zudem noch ein schelmisches Lachen hinterher.

Und wenn wir schon bei "blödem Dahergerede" sind: Genau als solches empfindet der 52-Jährige auch das, was Teile der deutschen Medien momentan über Russland erzählen würden: "Noch nie hatte es vor einer Fußball-WM eine derart personenbezogene Berichterstattung gegeben wie jetzt. Immer nur über Wladimir Putin, immer nur über den Präsidenten - während über die Schönheit und die Gastfreundlichkeit des Landes so gut wie nichts zu hören ist."

Keine Frage, er werde irgendwann wieder nach Russland reisen. "Es gibt nämlich noch so viel zu entdecken", sagt Dusch. Seine bisherigen Highlights im osteuropäischen Riesenreich? Achselzucken bei ihm: "Das waren so viele..." Rein reisezieltechnisch fallen ihm übrigens sofort St. Petersburg ("Die schönste Stadt der Welt") und Sotschi ("Um Längen schöner als das so hochgelobte Ibiza") ein - "und in Omsk habe ich einst Weltstar Jaromír Jágr live für den dortigen HK Awangard spielen sehen", so der Gastronom stolz. "Ein absolut unbeschreibliches Ergebnis mitten in Sibirien" sei das gewesen - allerdings in Sachen Eishockey. Jetzt steht dagegen erstmal wieder Fußball im Mittelpunkt - in einem Land, das man laut Dusch "als Deutscher nur verstehen kann, wenn man es selbst mal gesehen hat".
Roland Kaufmann
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!