Dienstag, 18. Dezember 2018
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Umfangreiche Mängelliste war Thema in der Schulverbandsversammlung

Es tropft, es fault - und kalt ist's auch noch

Aresing
erstellt am 06.12.2018 um 19:10 Uhr
aktualisiert am 10.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Aresing (SZ) Nicht unbedingt für gute Stimmung bei der Schulverbandsversammlung in Aresing hat eine 18 Punkte umfassende Mängelliste gesorgt, die von der Schulleitung eingereicht worden war. Diese Liste kann nun allerdings als Grundlage für - zumeist provisorische und vor allem kostengünstige - Reparaturen dienen.
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Wasserflecken an der Decke, morsche Holzfenster ? manche Schäden am Schulgebäude sind unübersehbar.
Wasserflecken an der Decke, morsche Holzfenster - manche Schäden am Schulgebäude sind unübersehbar.
Hofmann
Aresing
Vor allem der stellvertretende Verbandsvorsitzende, Gachenbachs Bürgermeister Alfred Lengler sah die Mängelliste offenbar als Retourkutsche für die um zwei Jahre verschobene Entscheidung über Neubau oder Generalsanierung der Schule an. Allerdings: So neu ist die Liste gar nicht. Schon vor zwei Jahren habe es sie gegeben, sagte Schulleiterin Nicole Freundl. Damals hätten Eltern damit bei Bürgermeister Klaus Angermeier vorgesprochen, um auf die alles andere als optimalen Zustände an der Schule aufmerksam zu machen. Nun sei die Liste ergänzt worden - auch, weil sich die Schulleitung im Hinblick auf eventuelle Regressforderungen absichern wollte.

An der Aresinger Schule wurde in den vergangenen Jahren nicht mehr viel repariert - schließlich stand entweder eine umfassende Generalsanierung oder gar ein Neubau bevor. Die Schulverbandsversammlung hat nun, wie berichtet, beschlossen, derzeit weder das eine noch das andere in Angriff zu nehmen - wegen der hohen Kosten und weil es nach Ansicht der Verbandsräte derzeit keine Bestandsgarantie für die Mittelschule Aresing gebe. Die massivsten Schäden sollen nun möglichst kostengünstig behoben werden. Als Grundlage kann den Schulverbandsräten die Mängelliste dienen, die in der Verbandsversammlung Punkt für Punkt durchgesprochen wurde. Verbandsvorsitzender Klaus Angermeier versprach: "Wir werden jetzt was tun."
  • Bausubstanz des Schulgeländes: Seit dem Schulhausbau vor 40 Jahren sei an der Bausubstanz nichts verändert worden, heißt es in der Mängelliste.
  • Wandisolierung, Fenster und Rolläden: Im Winter wird's nicht warm im Gebäude, vor allem die Gänge sind eiskalt. Die Aula kann kaum genutzt werden, weil Heizkörper, die Lecks haben, abgeklemmt sind. Im Sommer dagegen heizt das Gebäude zu stark auf. Das liegt unter anderem auch daran, dass viele Fenster morsch und Rollos nicht mehr funktionsfähig sind. Teilweise fallen Fensterflügel heraus, sagte Hausmeister Stefan Mahl - sie müssen dann festgeschraubt werden, damit nichts passieren kann. Ein Fachmann soll sich das nun ansehen und bei den betroffenen Fenstern die Beschläge austauschen. Die Aula soll eventuell mit einer Elektroheizung nachgerüstet werden.
  • Wasser- und Heizleitungen: Die haben immer wieder Lecks. "Wenn eine Leitung durchrostet, werden wir sie ersetzen müssen", sagte Angermeier. Ein genereller Austausch der Leitungen sei nicht möglich. Mahl wies auf erhöhten Rostgehalt im Leitungswasser hin.
  • Undichte Stellen im Dach: Vor allem im Südtrakt tropft es bei Regen in die Klassenzimmer und in die Aula. Auch hier soll eine Fachfirma kostengünstig für Abhilfe sorgen.
  • Platzmangel bei Aufbewahrung von Papier und Schülerakten: Die Keller sind zu feucht für die Aufbewahrung von Papier, ein Stahlschrank fehlt. Im Bauhof- oder Kaufmair-Anwesen werde man einen Platz für das Archiv finden, versprach Angermeier und Lengler wies darauf hin: "Der Stahlschrank ist schon länger Vorschrift", den hätte die Schulleitung schon längst beantragen müssen.
  • Brandschutzverordnung und Unfallvorschriften: Die aktuellen Vorgaben würden nicht eingehalten, heißt es in der Liste. Stimmt nicht, sagte Angermeier: Die Schule habe Bestandsschutz, zudem seien Brandmelder nachgerüstet worden. "Aber", so der Aresinger Bürgermeister, "wir werden eine Begehung machen wegen Brandlasten in den Zimmern." Möglicherweise müssten dann Sofas und andere Gegenstände raus.
  • Fehlende Differenzierungsräume: Dass es ein grundsätzliches Problem mit dem Platz gebe, sei bekannt, sagte Angermeier. Man müsse deshalb andere Wege gehen, eventuell ins Kaufmair-Anwesen oder ins Pfarrheim ausweichen.
  • Kein Platz für Lehr- und Unterrichtsmittel: Im entsprechenden Raum sollen Platz sparende Regale eingerichtet werden - eventuell, wenn's um die Ausnutzung jedes Quadratzentimeters geht, durch einen Schreiner.
 
Hofmann
Aresing

 
  • Schüler- und Lehrertoiletten: Kein warmes Wasser, übler Gestank, gelb angelaufene Klobrillen - die Toiletten entsprechen "in keinster Weise heutigen Standards", sagte Freundl. "Das können wir so nicht lassen, das geht gar nicht", meinte Angermeier. Auch hier soll eine Fachfirma gesucht werden.
  • Technik im Werkraum: Die Werkzeuge sind vielfach kaputt oder überholt. Hier könne ganz normal über die Beschaffungen im Schulverbandshaushalt Ersatz besorgt werden, bot Lengler an.
  • Kein Licht in den Gängen im oberen Stockwerk: Hier geht es um natürliches Licht - denn Lampen sind da, wenn auch nicht sonderlich helle. Nun sollen neue LED-Lampen installiert werden - Fensteröffnungen zu schaffen, sei definitiv zu teuer, meinte Angermeier.
  • Fehlende Lärmschutzdecken: "Das ist 40 Jahre so gewesen", sagte Angermeier, "da werden wir in den nächsten Jahren auch nichts ändern."
  • Elektrocheck: Der ist überfällig, im Schulverbandshaushalt stand auch Geld zur Verfügung, sagte Angermeier. Eine Firma wurde engagiert, die sei aber noch nicht gekommen, sagte Mahl.
  • Fensterscheibe in der Turnhalle: Die Scheibe sei seit September kaputt, das Loch mit einer Holzplatte verschlossen worden, erklärte Angermeier. Eine neue Scheibe sei bestellt, die habe aber ihre Lieferzeit.
  • Mängel am Hartplatz: Sprungbalken defekt, Tore verrostet, Löcher im Boden - für den Schulsport kann der Platz nicht mehr genutzt werden. Auch hier soll eine Fachfirma für die Reparatur sorgen. Hausmeister Mahl bezweifelt allerdings, dass noch irgendeine Firma eine Gewährleistung für die provisorischen Ausbesserungen übernehmen wird. Angermeier wies Mahl an, den Platz bis zur Behebung der Schäden aus Sicherheitsgründen abzusperren.
  • Einzäunung des Pausenhofs: So schlimm seien die Schäden am Zaun nicht, meinte Angermeier. Repariert werden soll die Einzäunung erst, wenn die Arbeiten an den benachbarten Stockbahnen abgeschlossen sind.
  • Undichte Fassade: Die Fassade an der Südseite ist stellenweise durchgefault, Regenwasser gelangt ins Gebäude. Eine Fachfirma soll's provisorisch abdichten.
  • Tafel für Lernwerkstatt: Hier platzt die Beschichtung ab. Angermeier hat eventuell eine Ersatztafel im Keller des Kaufmair-Anwesens.
Bernd Hofmann
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