Samstag, 20. Oktober 2018
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Mit Projekt des Wasserwirtschaftsamts sollen Auswirkungen von Niederschlägen oder neuem Kiesabbau simuliert werden

Ein Modell fürs gesamte Donaumoos

Kleinhohenried
erstellt am 09.08.2018 um 18:46 Uhr
aktualisiert am 13.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kleinhohenried (SZ) Besser verstehen und auch vorausberechnen können, wie sich Niederschläge oder neue Kiesabbauflächen im gesamten Donaumoos auswirken - das ist das Ziel des Projekts zur Modellierung des Gewässersystems Donaumoos, das das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt angepackt hat.
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Kiesabbau im Donaumoos ? wie wirkt sich das zum Beispiel auf die Grundwasserströme aus? Fragen wie diese soll ein neues Modell beantworten können, das das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt mit einigem Aufwand erstellen will.
Kiesabbau im Donaumoos - wie wirkt sich das zum Beispiel auf die Grundwasserströme aus? Fragen wie diese soll ein neues Modell beantworten können, das das Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt mit einigem Aufwand erstellen will.
Foto: M. Schalk
Kleinhohenried
Mit diesem Projekt wolle man auch den Donaumoos-Zweckverband bei der Umsetzung seines Entwicklungskonzepts unterstützen, sagte Projektkoordinator Julius Schreiner vom Wasserwirtschaftsamt, als er in der jüngsten Sitzung der Zweckverbandsversammlung die Vorgehensweise erläuterte. Landrat und Zweckverbandsvorsitzender Roland Weigert sagte, mit dem fertigen Modell in der Hand könne man künftig belastbare Aussagen treffen, wenn sich zum Beispiel besorgte Anwohner wegen Veränderungen beim Grundwasserstand an den Zweckverband wenden.

Den Ausführungen von Schreiner zufolge ist das Ganze äußerst komplex, werden doch drei Modelle mit unterschiedlichen Ansätzen zu einem vereinigt. Da ist einmal das hydrodynamisch-numerische Modell, das die Oberflächengewässer und -strukturen des gesamten Naturraums Donaumoos mit rund 180 Quadratkilometern Größe abbilden soll. Das könne auf ein bereits bestehendes Modell aufgebaut werden, das zuerst durch die detaillierte Vermessung von Längenmühlbach, Neuem Mooskanal und Hauptkanal ergänzt wird. Auch Laserscandaten zur Oberflächenstruktur fließen hier ein, ebenso wie eine vereinfachte Vermessung von weiteren 85 Kilometern Grabenstrecke. Die beiden anderen Modell sind ein Niederschlagsabflussmodell und ein Numerisches Grundwassermodell, das wiederum auf einem hydrogeologischen Modell aufbaut. Das hört sich alles sehr theoretisch an. Schreiner versicherte jedoch, dass das Berechnungssystem abschließend an den tatsächlich gemessenen Daten zu Grundwasserständen oder Abflussmengen überprüft und kalibriert werde. Ist es dann fertig - voraussichtlich 2020 -, könne es für umfangreiche Simulationen und Prognoseberechnungen verwendet werden, unter anderem für die Projektflächen des Zweckverbands in der Schorner Röste, bei Langenmosen, Obermaxfeld und in den Flecken.

Eine wichtige Anwendungsmöglichkeit sah Weigert darin, zu erfahren, wie sich Niederschlagsereignisse im Donaumoos abbilden. Ziel sei es, irgendwann das Grundwasser managen zu können. Günter Krell vom Bund Naturschutz wollte wissen, ob sich aus dem Modell Daten zum Beispiel für die Renaturierungsfläche bei Langenmosen ableiten ließen. "Auf jeden Fall", versicherter Julius Schreiner. Und: In das hydrogeologische Modell würden auch Kiesabbauflächen mit eingepflegt. Man könne damit künftig auch die Auswirkungen neuer Kiesabbauflächen simulieren, bevor auch nur eine Schaufel voll Erde zur Seite geschoben wurde.
Bernd Hofmann
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