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Drei Alternativstandorte für geplanten Kita-Neubau in Karlskron nicht realisierbar - Wohin mit den Flüchtlingen?

Die Hauptstraße macht das Rennen

Karlskron
erstellt am 11.10.2018 um 18:58 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Karlskron (peh) Nun also doch die Hauptstraße 24. Ein anderer Standort kommt für die geplante neue Kindertagesstätte der Gemeinde wohl nicht in Betracht.
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Nach längerem Hin und Her legte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung darauf fest. "Ich sehe keine anderen Alternativen", so Rathauschef Stefan Kumpf (CSU) abschließend zum Vorschlag der Verwaltung.

Vorausgegangen war eine Untersuchung eines Planungsbüros, das drei Standorte außerhalb des Ortskerns geprüft hatte. Um den Bedarf für die Zukunft zu sichern, plant die Gemeinde eine weitere Kindertagesstätte mit vier Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Nach Auffassung der Fachleute ist hierfür eine Fläche von mindestens 3500 Quadratmetern erforderlich - wenn man sich auf eine Ebene beschränkt. Und in dieser Größe verfügt die Gemeinde über drei Grundstücke. Eines davon ist im Ortsteil Mändlfeld am Ende der Wirtsstraße neben der Gaststätte. Die Probleme aus Sicht von Kumpf liegen in der Erschließung durch die schmale Straße und die Lage am äußersten Ende der Gemeinde. Die zweite Alternative wäre in Pobenhausen neben dem Friedhof, was ebenfalls weit draußen ist und unter Umständen bei Beerdigungen zu Schwierigkeiten führen könnte. Die dritte untersuchte Fläche ist der Sportplatz in Adelshausen, was freilich eine Ersatzanlage erforderlich machen würde. Was noch dazu kommt: "Alle Flächen brauchen eine Bauleitplanung", so Kumpf.

Der beste Standort ist für den Rathauschef auf dem Areal an der Hauptstraße 24. Hier stehen 2000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung, was bei einer zweigeschossigen Bauweise ausreichen würde. Die Fläche liegt mitten im Zentrum und böte darüber hinaus auch die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit der benachbarten dreigruppigen Krippe.

Auf dem Areal der Hauptstraße 24 liegt das Gregerhaus, wo seit drei Jahren Asylbewerber untergebracht sind. Im Falle eines Kita-Neubaus müsste jedoch das alte Gebäude abgerissen werden. "Ich will wissen, was mit den jetzigen Anwohnern dort geschieht", betonte Silvia Dirsch (Grüne). Diese Menschen seien mittlerweile auch Karlskroner. Außerdem sei über den jetzigen Standort nicht diskutiert worden. Ähnlich äußerte sich Werner Widuckel (SPD): "Einer Umsiedlung in Container werde ich nicht zustimmen. " Erwin Kübler (FW) und Bernd Nentwig (CSU) wiesen darauf hin, dass die Gemeinde das Grundstück eigens für eine neue Kindertagesstätte gekauft habe, während Hedwig Brüderle (FW) dafür warb, Kindergarten und Krippe zu trennen, um auch künftig Erweiterungsmöglichkeiten zu haben.

Kumpf erinnerte an einen früheren Gemeinderatsbeschluss, den bestehenden Kindergarten St. Josef mit vier Gruppen nicht zu erweitern, da ansonsten eine viel zu große Einheit mit acht Kindergarten- und zwei Krippengruppen entstehen würde. Nicht geeignet ist laut Kumpf das Areal des alten Feuerwehrhauses mit dem Bährle-Anwesen, das Thomas Krammer (SPD) ins Spiel gebracht hatte: Mit 1500 Quadratmetern sei das Grundstück zu klein.

Hinsichtlich der Flüchtlinge sicherte der Rathauschef zu, dass er eine Bleibe für diese Menschen suchen will. Zuvor möchte er aber den Beschluss des Gemeinderats haben, die Planungen am ehemaligen Gregerhaus weiter zu verfolgen, was schließlich auch erfolgte.

Sehr kontrovers wurde die Errichtung eines öffentlichen Wlan-Hotspots auf Basis des Bayern-Wlan im Haus der Vereine diskutiert. Die Kosten wurden auf 1500 Euro beziffert. Viele Gemeinderäte zweifelten an der Notwendigkeit, während andere davon sprachen, dass dies mittlerweile Standard sei. Letztendlich stimmte eine Mehrheit dagegen. Die Gemeinde will jetzt ein Netzwerk mit den dortigen Vereinen realisieren. Hin und her ging es auch bei der Bauleitplanung für Adelshausen-Ost - für einen Bauplatz. Bei der Abstimmung über die Stellungnahmen der Behörden gab es immer wieder Gegenstimmen. Es wurde auch angeregt, statt des Wohngebiets ein Dorfgebiet auszuweisen, was weniger Ausnahmeregelungen nach sich ziehe. Mit 9:7 Stimmen nahm der Gemeinderat den Billigungsbeschluss schließlich an.

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