Freitag, 21. September 2018
Lade Login-Box.

Rund 2000 Gäste besuchten das Museumsfest im Haus im Moos, bei dem es heuer einen ganz besonderen Auftritt gab

Historisch vom Scheitel bis zur Strohschuhsohle

Kleinhohenried
erstellt am 09.09.2018 um 18:59 Uhr
aktualisiert am 13.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Kleinhohenried (SZ) War das ein Auftritt für Max von Pettenkofer, 200 Jahre nach seiner Geburt in der Einöde Lichtenheim: Einsam war es keineswegs auf der Museumsstraße, die der berühmte Begründer der Hygiene in einer mit rotem Samt bezogenen Kutsche befuhr. Gesäumt wurde sie von zahlreichen Besuchern des Museumsfestes, deren Gesamtzahl Museumsleiter Fritz Koch auf etwa 2000 schätzte.
Textgröße
Drucken
Sein Auftritt war einer der Höhepunkte des Festes: Als Max von Pettenkofer verkleidet fuhr Theo Rosenberger stilecht mit Kutsche und Kutscher ein. Zu Ehren Pettenkofers wurde außerdem eine Ausstellung eröffnet, die noch bis Dezember läuft.
Sein Auftritt war einer der Höhepunkte des Festes: Als Max von Pettenkofer verkleidet fuhr Theo Rosenberger stilecht mit Kutsche und Kutscher ein. Zu Ehren Pettenkofers wurde außerdem eine Ausstellung eröffnet, die noch bis Dezember läuft.
Fotos:
Kleinhohenried

Pettenkofer, der jovial den "verehrten Honoratioren und besonders dem Chor der Ludwigsterne aus Karlshuld und der feschen Schützenkompanie aus Karlskron" dankte, war eine besondere Attraktion, auch wenn es sich dabei natürlich nicht um den echten Pettenkofer, sondern Theo Rosendorfer aus Schrobenhausen handelte, der in die Rolle geschlüpft war. Schließlich lebt selbst ein Universalgenie nicht ewig - Pettenkofer erschoss sich 1901 mit 82 Jahren, weil er Alterserscheinungen an sich wahrnahm.

Fotostrecke: Haus im Moos Museumsfest
67

Für das Museumsfest aber ließ Koch ihn auferstehen und Rosendorfer machte seine Sache bestens. Humorvoll verglich er die moderne Welt mit dem, was er zu seiner Zeit gekannt hatte. Verzehnfacht habe sich die Zahl der Moosbewohner, die damals bei 1500 lag, die Häuser seien eingeschossig und überwiegend aus Holz gewesen, die Straßen schlammig und voll Kot. "Ich habe gestern einen Kartoffelvollernter gesehen, der in einer Stunde mehr Kartoffeln klaubte als wir früher an einem Tag", erzählte er bewundernd. Und weiter: "Karlshuld gleicht einer kleinen Stadt, die Autos königlichen Karossen, so elegant und geräuschlos."

 
Isabel Hammerl
Kleinhohenried



Pettenkofer freute sich über den neuen Münchner Lehrstuhl für Umwelthygiene und rief den Bewohnern seines geliebten Donaumooses zu: "Setzt euch für eine gesunde Umwelt ein - es ist eure Lebensgrundlage".
 
Isabel Hammerl
Kleinhohenried



Was sonst noch zur Lebensgrundlage gehört, zeigten die Aktiven des Kulturhistorischen Vereins Donaumoos. Bäcker Richard Meier war wieder am historischen Backofen zu finden, in dem er bei rund 300 Grad Sauerteigbrot backte, was ihm jede Menge interessierte Zuschauer bescherte. Damit der Bäcker backen kann, braucht es natürlich erst einmal Getreide.
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus.
Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient montes, nascetur ridiculus mus.
Fotos:
Kleinhohenried



Wie mühsam das Dreschen zu Pettenkofers Zeiten war, zeigten die Männer des Kulturhistorischen Vereins gemeinsam mit den Oldtimerfreunden Königsmoos. Vier Männer schlugen im Takt mit ihren Dreschflegeln auf den Karlshulder Sommerroggen ein, dass die Körner nur so auf die Unterlage flogen.
 
Fotos:
Kleinhohenried



Etwas komfortabler ging das Dreschen mit dem Stiftendrescher, einem rosafarbenen Kasten, den Koch augenzwinkernd "die Dreschmaschine des kleinen Mannes" nannte. Oldtimerfreund Roland Almstetter betrieb den Stiftendrescher mit einem selbstgebastelten Motor, der wahrscheinlich nicht historisch getreu, dafür aber kräftesparend ist. Gereinigt wurden die Körner dann in einer mit Muskelkraft betriebenen Windmühle. Alles, was der Bauer erzeugte, wurde verwendet, auch das Stroh wurde gebraucht, und zwar nicht nur fürs Vieh.
 
Fotos:
Kleinhohenried



Wie Strohsäcke gestopft und Strohschuhe gemacht wurden, zeigten die Frauen des Kulturhistorischen Vereins, Agnes Reichert, Charlotte Seitle, Rosa Einmüller und Marianne Dähnert, während Erika Ziegler und Maria Ettinger Schürzen nähten.

Eins ist aber geblieben über die Jahrhunderte: Die Kartoffel ist nach wie vor Grundlage der Landwirtschaft im Moos - und hochbegehrtes Nahrungsmittel, wie sich am traditionellen Kartoffeldämpfer zeigte. Mit Salz und selbstgemachter Butter von Klingsmooser Frauen um Roswitha Schmidmeir u waren die frisch gedämpften Erdäpfel ein Hochgenuss für Groß und Klein sowie einer der Erfolgsgaranten für das wieder rundum gelungene Museumsfest.
Isabel Hammerl
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!