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Die Theatergruppe des SV Grasheim bringt das Publikum mit drei Einaktern zum Lachen

Bürgermeister verkleidet sich als Bäuerin

Grasheim
erstellt am 15.05.2018 um 17:56 Uhr
aktualisiert am 18.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Grasheim (SZ) Lügen haben kurze Beine, ganz besonders, wenn Männer in Frauenrollen schlüpfen müssen - oder umgekehrt. Den Beweis tritt die Theatergruppe des SV Grasheim gleich dreimal an. Mit den Einaktern zum 70. Jubiläum trifft die spielfreudige 23-köpfige Gruppe den Geschmack des Publikums.
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Na dann Prost: Julia Mergel (oben l.) und Annalena Blank (r.) spielen Lokalreporterinnen, die vom als Bäuerin verkleideten Bürgermeister abgefüllt werden, damit sie sich nicht mehr an das Chaos erinnern, das sie auf dem Hof des betrunkenen Bauern Schorsch erlebt haben. Kreiselspiele (unten) veranstalten Anna Meier (v.l.), Kerstin Märtl, Andreas Seitz, Petra Bauch, Jasmin Hochhäuser, Johannes Blank und Ferdinand Bockelt, die am kommenden Wochenende noch zweimal zu sehen sind.
Na dann Prost: Julia Mergel (oben l.) und Annalena Blank (r.) spielen Lokalreporterinnen, die vom als Bäuerin verkleideten Bürgermeister abgefüllt werden, damit sie sich nicht mehr an das Chaos erinnern, das sie auf dem Hof des betrunkenen Bauern Schorsch erlebt haben.
Fotos: Andrea Hammerl
Grasheim
Daneben gegriffen aber hat der Vater (Daniel Biber als überfordertes Familienoberhaupt im vorübergehend mutterlosen Dreimäderlhaus) im ersten Stück, als er der "Tante aus Amerika" (leicht exaltiert, aber mit dem Herzen am rechten Fleck: Helga Lehmeier in der Titelrolle) gleich zwei falsche Verwandte unterjubeln will. Was natürlich auffliegt, als seine Frau Marianne (Andrea Hecht) unverhofft von ihrer Auszeit zurückkehrt und reinen Tisch macht. Als sich gegenseitig anzickende, im Vergleich zum Papa aber durchaus bodenständige Töchter gefallen Sophia Zach, Marina Dittenhauser und Anna Meier, den falschen Sohn gibt Philip Bertl. Unbestrittener Star des Einakters aber ist Gerhard Dittenhauser, der in blonder Zottelperücke den simpel gestrickten, etwas verzögert denkenden Nachbarsknecht Martl spielt und schon beim ersten Auftritt mit Spontanapplaus begrüßt wird.

Köstlich ist auch der Schlagabtausch zwischen dem pedantischen Vater (Ferdinand Bockelt) und seinem coolen Sohn (Johannes Blank) im nächsten Theaterstück "Kreiselspiele". Mit dem Kreisel will der Papa gespielt haben, als er so alt war wie sein Sohn heute - unschuldige 16 Jahre. Und Karl May hat er gelesen. Behauptet er jedenfalls. Kein Wunder, dass es ihn schockiert, wenn der Sohn provozierend behauptet, sich mit der Freundin über Liebestechniken und erotische Fantasien auszutauschen. "Dabei kann er noch nicht einmal die Zahnpastatube richtig ausdrücken", stöhnt der Vater auf. Faustdick hinter den Ohren hat es auch die Großmutter, von Petra Bauch pfiffig in Szene gesetzt. Da kann die Ehefrau (Jasmin Hochhäuser) nur staunen. Noch mehr staunt die ganze Familie, als nicht nur eine ehemalige Freundin des Familienoberhauptes (Kerstin Märtl) auftaucht, sondern auch noch deren berlinernder Mann (Andreas Seitz) samt (Zieh)tochter. Die rotzfreche Göre mimt Anna Meier gekonnt - und mit offensichtlichem Vergnügen.
Kreiselspiele veranstalten Anna Meier (v.l.), Kerstin Märtl, Andreas Seitz, Petra Bauch, Jasmin Hochhäuser, Johannes Blank und Ferdinand Bockelt, die am kommenden Wochenende noch zweimal zu sehen sind.
Fotos: Andrea Hammerl
Grasheim



Als der Landwirtschaftsminister (Johann Klink) erwartet wird, bricht Panik auf dem Hof von Schorsch (Sebastian Blank), dem eigentlich aussichtsreichen Kandidaten zum Bauern des Jahres, aus. Denn der liegt stöhnend auf der Couch. Und das Publikum amüsiert sich prächtig über die Klimmzüge, die Bäuerin Afra (Nicole Blank) und Bürgermeister (Philipp Öxler) als des Bauern bester Freund machen, um den Minister zu beeindrucken. Der Viehhändler (Manuel Müller) wundert sich, dass er mit "Herr Minister" angeredet wird. Nur gut, dass "Sepp, der Superknecht" (Werner Hecht) die Ruhe bewahrt und die Kuh vom Eis holt.

Klug gewählt von den Spielleitern ist die Reihenfolge der drei jeweils etwa 45 Minuten dauernden Theaterstücke, die sich steigern - gemessen am Feedback des Publikums. Regie führen Bockelt, Dittenhauser und Öxler abwechselnd, in der Maske verschönert und verjüngt Heidi Miesauer die Darsteller - oder lässt sie auch mal altern. So oder so auf jeden Fall gekonnt.

Weitere Vorstellungen am Freitag, 18. Mai, und Samstag, 19. Mai. Los geht es um 19.30 Uhr im Gartensaal des Gasthauses Karmann in Grasheim, Einlass ist bereits um 18 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es bei der Raiffeisenbank Donaumooser Land zum Preis von acht Euro pro Person.
Andrea Hammerl
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