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Stephan Kreppold sprach sich bei der SPD Schrobenhausen-Aresing für den Verzicht auf Pestizide aus

Biologische Landwirtschaft schont die Umwelt

Aresing
erstellt am 14.03.2018 um 18:00 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Aresing (oh) "Landwirtschaft ohne Pestizide - ist das denn überhaupt möglich" Mit dieser durchaus provokanten Frage startete Stephan Kreppold seinen Vortrag. Die Antwort darauf lieferte er selbst gleich mit. "Dass es geht, beweisen täglich etwa 10 000 Biobauern allein in Bayern und 30 000 bundesweit." Kreppold ist selbst einer von diesen und war der Hauptreferent beim Infoabend der SPD Schrobenhausen-Aresing zum Thema Landwirtschaft ohne Pestizide.
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Aresing: Biologische Landwirtschaft schont die Umwelt
Stephan Kreppold war als Referent zu Gast bei der SPD Schrobenhausen-Aresing. - Foto: Sibinger
Aresing

Vor gut 40 Zuhörern verwies Kreppold zunächst auf die Risiken, die die konventionelle Landwirtschaft bringe. So würde bei Messungen ein Rückgang der flugfähigen Insekten um 80 Prozent ermittelt. Ebenso seien die Populationen etlicher einheimischer Vogelarten stark rückläufig. Als einen der Gründe hierfür nannte Kreppold den Einsatz von Pestiziden, aber auch fehlende Feldraine. Darüber hinaus gäbe es aber auch andere Verursacher. So seien allein über Bayern in den Jahren 2015 und 2016 insgesamt 401,5 Tonnen Kerosin abgelassen worden.

Doch auch für den Menschen berge die konventionelle Landwirtschaft Gefahren. Zum Beispiel durch Pestizide. So gebe es durchaus Studien, die zum Ergebnis kämen, Glyphosat sei krebserregend. Dennoch sei die Genehmigung für Glyphosat von der EU um weitere fünf Jahre verlängert worden.

Im zweiten Teil seines Vortrags erläuterte Kreppold dann, wie man Landwirtschaft auch ohne Einsatz von Spritzmitteln betreiben kann. So ließen sich allein schon durch längere Fruchtfolgen die Anzahl der Schädlinge stark reduzieren. Wichtig seien aber auch eine regelmäßige Einsaat von Zwischenfrüchten und eine schonende Bodenbearbeitung.

Im weiteren Verlauf der Versammlung kam dann auch der Kreisvorsitzende des Imkerverbands, Michael Tyroller, zu Wort. Er erklärte, dass den Bienen auf dem Land heutzutage kein durchgängiges Nahrungsangebot zur Verfügung stünde. Daher appellierte er an die Landwirte, neben Feldwegen und an Waldrändern Randstreifen anzusäen. Auch für Haus- und Gartenbesitzer hatte Tyroller einige Tipps parat. So könne man gepflasterte Flächen zum Beispiel durch Hitzebehandlung auch ohne den Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln vom Pflanzenbewuchs befreien. Ebenso sollte in jedem Garten zumindest ein kleiner Bereich sein, wo Blumen blühen können.

Geprägt von reichlich Sachkunde war auch die anschließende Diskussion. So erfuhren die Zuhörer, dass bei biologischem Anbau zwar ein deutlich geringerer Ertrag zu erwarten sei als bei der konventionellen Landwirtschaft. So stehen beim Weizenanbau in Deutschland, einem durchschnittlichen Ertrag von 64 Doppelzentnern bei konventionellem Ackerbau lediglich 36 Doppelzentner bei biologischem Anbau gegenüber. Durch bessere Preise und eine höhere Flächenförderung hätten Biobauern in finanzieller Hinsicht letztlich aber sogar die bessere Ertragssituation.

Ein weiterer Punkt war die derzeit bis 2020 gültige Fördersituation. "Derzeit erhalten etwa 20 Prozent der Betriebe, 80 Prozent der Fördermittel", so Kreppold. Hier müsse die Politik tätig werden, sagte er. Zumindest in der kleinen Politik will die SPD Schrobenhausen-Aresing tätig werden und plant, bei der Stadt Schrobenhausen und der Gemeinde Aresing Anträge zum Verbot von Glyphosat auf stadteigenen beziehungsweise gemeindeeigenen Flächen einzureichen.

Von der DK-Redaktion
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