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Altlandrat Theo Körner ist tot

Friedberg
erstellt am 03.09.2018 um 18:27 Uhr
aktualisiert am 07.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Friedberg (roe) Theo Körner ist tot. Der beliebte Altlandrat des Landkreises Aichach-Friedberg verstarb am Freitagabend überraschend im Alter von 76 Jahren. Fassungslos und erschüttert zeigten sich am Wochenende Freunde und politische Weggefährten.
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Foto: Kanzlei SKP
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Friedberg
"Mit Dr. Körner verliert das Wittelsbacher Land einen klugen Gestalter, einen kreativen Ideengeber, einen den Menschen zugeneigten Politiker. Unschätzbar sein Wirken, unschätzbar seine Leistung", betonte Landrat Klaus Metzger in einer ersten Stellungnahme.

Theo Körner gilt als "Vater des Wittelsbacher Landes". Diese Bezeichnung für Aichach-Friedberg geht auf ihn zurück und sollte, unter anderem, die Einheit des mitunter unbeliebten "Bindestrich-Landkreises" untermauern. Jetzt, da man tatsächlich den Zuschlag für die Bayerische Landesausstellung 2020 erhalten hat, bekommt der Begriff Wittelsbacher Land eine ganz besondere Bedeutung. Bis zum Schluss war der Dialyse-Patient trotz gesundheitlicher Einschränkungen überaus aktiv, hatte einen vollen Terminkalender. Noch einen Tag vor seinem Tod holte er Akten aus dem Büro einer Aichacher Rechtsanwaltskanzlei, die er mit aufgebaut hat und für die der gebürtige Inchenhofener und promovierte Jurist nach seiner 13-jährigen Landrats-Amtszeit gerne tätig war. Im Mai hatte er noch gemeinsam mit seiner Ehefrau Franziska und Sohn Stephan auf sein Buch "Begegnungen" angestoßen, in dem Körner amüsante Erlebnisse seiner Amtszeit erzählt. Am 26. September wäre er 77 Jahre alt geworden, eine Reise nach Südtirol war bereits geplant.

Theo Körner wurde 1989 Landrat, ab 1984 war er bereits Stellvertreter von Josef Bestler. Davor hatte der Jurist eine ganze Reihe politischer Stationen in Friedberg und im Kreistag hinter sich. Beruflich war er unter anderem bei der Regierung von Schwaben, im Landratsamt Augsburg, als Büroleiter des Landtagspräsidenten in München und Direktor der Bayerischen Verwaltungsschule tätig. Er kannte das politische Geschäft also von allen Seiten, was als Landrat bei der einen oder anderen schwierigen Verhandlung in Augsburg und München sicher von Vorteil war.

Und davon gab es genug. In Körners Amtszeit fielen mit der Gallenbacher Sondermüllproblematik und einer emotional geführten Abfalldebatte komplexe Themen und schwere Entscheidungen, zu denen zweifellos auch die Schließung der Krankenhäuser in Pöttmes, Aindling und in Mering zählten. Der Altlandrat hatte stets eine klare Vision vom Wittelsbacher Land, betonte dabei immer wieder die hohe Lebensqualität in der Region und seine historische Bedeutung. Er setzte Akzente bei der Verwaltungsreform sowie bei der Wirtschaftsförderung und im Bildungswesen, trieb die Gründung des Bauernmarktes voran und installierte als einer der ersten Landräte in Bayern einen Behinderten-Beauftragten. Als Landrat wollte er für die Menschen im Landkreis etwas bewegen und Gutes tun, das sei den Bürgern im Gedächtnis geblieben, sagte der amtierende Landrat Klaus Metzger bei einem Empfang, den der Landkreis zum 75. Geburtstag Körners ausrichtete. Der Landkreis verdanke Körner "fast alles, was er heute hat". Bereits im Jahre 2011, zu seinem 70. Geburtstag, verlieh ihm der Landkreis, also "sein" Wittelsbacher Land, den Ehrentitel des Altlandrats. Seit 2015 war der humorvolle Friedberger, den man in seiner Amtszeit kaum ohne Schnupftabakdose antraf, Träger des päpstlichen Ehrenkreuzes "Pro Ecclesia et Pontifice".
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