Mittwoch, 18. Juli 2018
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Baumfrevler an der B300 unterwegs - Polizei ermittelt und sucht Zeugen

Alte Eichen angebohrt

Mühlried
erstellt am 17.04.2018 um 14:06 Uhr
aktualisiert am 21.04.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Schrobenhausen (SZ) Zwei große, fast 50 Jahre alte Eichen an der B300 bei Mühlried hat ein bislang unbekannter Täter angebohrt. Es ist nicht das erste Mal, dass die Bäume in der Nähe des Gewerbegebietes Rinderhofer Breite Opfer einer Bohrmaschine wurden. Die Schrobenhausener Polizei ermittelt.
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Da wurde gebohrt: Straßenwärter Wilhelm Bitscher zeigt auf eine der Stellen, an denen ein bislang unbekannter Täter eine der beiden Eichen an der B300 mit einem Bohrer beschädigt hat.
Da wurde gebohrt: Straßenwärter Wilhelm Bitscher zeigt auf eine der Stellen, an denen ein bislang unbekannter Täter eine der beiden Eichen an der B300 mit einem Bohrer beschädigt hat.
Spindler
Mühlried
Wilhelm Bitscher ist wütend. Der Leiter des Stützpunktes Schrobenhausen der Straßenmeisterei hat an der B300 zwei Bäume entdeckt, die ein unbekannter Täter angebohrt hat. Die Bohrlöcher hat Bitscher, der bereits seit 41 Jahren im Dienst der Straßenmeisterei steht, bei der Pflege des Grüns an der Bundesstraße gefunden. Direkt hinter dem Lärmschutzwall, der die viel befahrene B300 von den mit Solaranlagen bedachten Gewerbebauten der Rinderhofer Breite trennt, stehen die beiden etwa bis zu 25 Meter hohen Eichen. Auf dem Boden liegen noch helle, relativ frische Holzspäne. Spuren des unbekannten Bohrers. Auch die Bohrlöcher sind noch frisch.

Bitscher hat die Maße genau im Kopf: "Zehner-Bohrloch, etwa zwölf Zentimeter tief". Kurz und präzise beschreibt Bitscher den Baumfrevel. Die Löcher - insgesamt sind es in beiden Bäume 29 - sind vom Boden gemessen in einer Höhe von etwa 30 Zentimetern angebracht. In fast schon regelmäßigen Abständen einmal um den ganzen Stamm herum wurden die Löcher gesetzt. In der einen Eiche mit einem Stammdurchmesser von 48 Zentimetern sind es 14 Löcher, in der zweien Eiche mit einem Durchmesser von 56 Zentimetern hat Bitscher 15 Bohrlöcher gezählt. Für Bitscher ist glasklar, die beiden Bäume sollten durch die Löcher geschädigt werden.
Bis zu zwölf Zentimeter tief: Eines der 29 Bohrlöcher in den beiden alten Bäumen.
Bis zu zwölf Zentimeter tief: Eines der 29 Bohrlöcher in den beiden alten Bäumen.
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Mühlried



Der Verdacht liegt für den Straßenwärter nahe. Und das hat einen Grund. Bereits im vergangenen Jahr wurden insgesamt drei Bäume angebohrt. Zwar mit weniger Löchern, aber wohl mit ähnlichem Werkzeug. Unter den drei Eichen waren auch die beiden jetzt massiv betroffenen Bäume."Die haben etwas Zeit gebaucht zum Wachsen, und jetzt tut ihnen jemand so etwas an", sagt Bitscher und in seiner Stimme ist durchaus so etwas wie Fassungslosigkeit zu hören.

Die Polizei hat Bitscher auch schon alarmiert. Die hat sich den Schaden an Ort und Stelle angeschaut, wie Schrobenhausens Polizeichef Klaus Rewitzer auf Anfrage bestätigt. Die Straßenmeisterei habe eine Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Doch Rewitzer hat wenig Hoffnung, dass der oder die Täter dingfest gemacht werden können. Hieb- und stichfeste Beweise seien am Rande der Bundesstraße nicht mehr zu finden. Darum setzt Rewitzer mit seinen Ermittlern auf die Bevölkerung, eventuell habe jemand in den vergangenen rund zweieinhalb Monaten etwas Verdächtiges gesehen. Wenn es so ist, sollten sich mögliche Zeugen bei der Polizei Schrobenhausen, Telefon (08252) 89750 melden.

Wie Bitscher ist auch Rewitzer ratlos, wenn es um die Frage geht, wer die Bäume beschädigt haben könnte. In seiner Zeit als Polizeichef in Schrobenhausen hat er einen solchen Fall noch nicht erlebt. Auch Bitscher, der schon viel an den Straßenrändern des Landkreises gesehen hat, ist geschockt. Vor allem, weil die Bäume gerade mal fünf Meter von der Bundesstraße, über die täglich tausende Autos und Lastwagen rollen, stehen. "Wenn jetzt so ein Baum umfällt, haben wir ganz schnell Tote", sagt Bitscher. Darum kommt morgen auch ein Experte des Staatlichen Bauamtes Ingolstadt vorbei, der die angebohrten Bäume genau inspizieren wird. Sollten die Bohrlöcher die Standfestigkeit der beiden Eichen erheblich in Mitleidenschaft gezogen haben, bliebe im Zweifel nur noch die Fällung der Bäume übrig.
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