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Hohenwarter Storch hat seine Heimat Richtung Afrika verlassen - Flugroute online verfolgbar

Ab in den Süden

Hohenwart
erstellt am 10.08.2018 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 15.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hohenwart (SZ) Während hierzulande die meisten gerade ihren Sommerurlaub genießen, denken andere schon an den Winter urlaub. Die Rede ist natürlich von den Störchen, die bald im ganzen Schrobenhausener Land in Richtung Afrika aufbrechen oder schon aufgebrochen sind. Auch der Hohenwarter Storch Storchi hat sich in dieser Woche auf den Weg gemacht. Seine Flugroute kann man online oder per App verfolgen.
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Storchis erste große Reise: Der Hohenwarter Storch (o.) ist im Frühjahr geboren (l.), mittlerweile ist er groß geworden (o.). Am Montag ist er Richtung Afrika gestartet, um dort zu überwintern. Seine Flugroute kann man online verfolgen. Erst im Juli hat der Landesbund für Vogelschutz den Youngster aus Hohenwart mit einem Sender ausgestattet. Insgesamt gibt es in Bayern neun besenderte Störche. Acht stammen aus dem Landkreis Pfaffenhofen.
Storchis erste große Reise: Der Hohenwarter Storch (o.) ist im Frühjahr geboren (l.), mittlerweile ist er groß geworden (o.). Am Montag ist er Richtung Afrika gestartet, um dort zu überwintern. Seine Flugroute kann man online verfolgen. Erst im Juli hat der Landesbund für Vogelschutz den Youngster aus Hohenwart mit einem Sender ausgestattet. Insgesamt gibt es in Bayern neun besenderte Störche. Acht stammen aus dem Landkreis Pfaffenhofen.
Fotos: Oberpriller, Mulock
Hohenwart
Insgesamt vier Jungstörche aus dem Landkreis Pfaffenhofen hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) erst im Juli mit Sendern ausgestattet. Darunter ist neben seinen zwei Kollegen aus Pfaffenhofen und einem aus Pörnbach auch ein Hohenwarter Storch, der erst in diesem Jahr geboren wurde und damit seine erste Reise nach Afrika antritt.

Am Montag nun hat sich Storchi - den Namen gaben ihm die Kinder vom St. Wolfoldus-Kindergarten - nun auf den Weg gemacht, am Dienstag erreichte er laut der Aufzeichnungen des LBV bereits den Bodensee, weitere Datensätze stehen noch nicht zur Verfügung. Aber seine weitere Route wird ihn wohl über die Schweiz und Frankreich nach Spanien führen, von wo aus er im Normalfall über die Straße von Gibraltar auf den afrikanischen Kontinent übersetzen wird. Wohin er muss, weiß er übrigens intuitiv, sowohl Reisezeitpunkt als auch die Zugrichtung und -dauer sind genetisch einprogrammiert. So fliegen zwar alle Störche zum Überwintern Richtung Süden, aber längst nicht jeder nimmt dafür den selben Weg. Störche aus östlicheren Populationen beispielsweise bevorzugen die Route über den Bosporus.


Wo genau Storchi am Ende landet, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhersehbar. Möglich ist nämlich auch, dass er es gar nicht bis nach Afrika schafft, sondern seine Reise verkürzt und in Europa bleibt. Beobachtungen der vergangenen Jahre haben nämlich gezeigt, dass längst nicht mehr alle Störche in Afrika überwintern. Einige Exemplare sind auch mit dem Klima in Spanien und Portugal ganz zufrieden. Dann muss es übrigens oft auch kein Fünf-Sterne-Storchen-Luxusressort sein, sondern gerade Mülldeponien ziehen die großen Vögel an - dort ist es schön warm und Nahrung gibt es in den Müllbergen obendrein. Es bleibt also spannend, wo der Hohenwarter Storchi am Ende landen wird.

Wer immer wissen will, wo sich der Hohenwarter Youngster rumtreibt, kann seine Route online unter www.lbv.de/naturschutz/artenschutz/voegel/weissstorch/satelliten-telemetrie oder über die App Animal Tracker verfolgen. Hier lassen sich auch die sieben anderen Störche aus dem Landkreis Pfaffenhofen verfolgen. Von ihnen hat sich übrigens noch keiner auf den Weg in den Winterurlaub gemacht, sie genießen derzeit noch den deutschen Sommer, Storchis Kollege aus Pörnbach sonnte sich laut Tracking am Dienstag sogar in Schrobenhausen.
Alexandra Burgstaller
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