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Tiefe Dankbarkeit nach Jahren der Hilfe

erstellt am 18.06.2003 um 18:30 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 11:36 Uhr | x gelesen
Kaunas (ple) 1500 Kilometer von ihrem Sitz in Schrobenhausen entfernt feierte jetzt die Kinderhilfe Litauen ihr zehnjähriges Bestehen. Es war ein emotionaler Festakt mit vielen zu Herzen gehenden Momenten. Klar, dass Manfred Schwaak und sein Team nicht mit leeren Händen gekommen waren: Wieder waren Lkw und Hänger voll beladen mit Kleidung, Wäsche, Spielsachen und Lebensmitteln.
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Auf Schautafeln wurden in Kaunas Momente der Begegnung aus den vergangenen zehn Jahren dargestellt.
Prestele

Eine ganze Delegation aus Schrobenhausen war nach Kaunas gereist: Toni Drexler und Diether Brandt mit dem Lastzug des Roten Kreuzes, die Vereinsmitglieder Herbert Jamnitzky, Bernhard Koppold, Otto Prestele und Gerhard Schwaak im Begleitfahrzeug. Manfred Schwaak und Schatzmeister Anton Kanamüller waren schon als Vorhut abgereist, um die Jubiläumsfeier vor Ort vorzubereiten.

Welchen Stellenwert die Kinderhilfe heute hat, bewiesen unter anderem eine Reihe von Grußbotschaften, die in diesen Tagen in Litauen eintrafen. Allen voran würdigte Ministerpräsident Edmund Stoiber die Leistungen des Vereins, die unter anderem, aber nicht nur einem Heim für behinderte Kinder in Kaunas zugute kommen. Dessen Leiter, Liudas Ankudavicius, bezeichnete die Kinderhilfe in seiner Rede beim emotionsgeladenen Festakt als "Brücke zwischen Schrobenhausen und Kaunas". Er dankte für all die Unterstützung aus Bayern und versuchte die Begeisterung der Kinder zu beschreiben, wenn Manfred Schwaak und seine Helfer ankommen, sei es unter dem Jahr, oder auch zur Weihnachtszeit mit den Geschenkpäckchen Schrobenhausener Schüler.

Die Menschen in Kaunas verliehen beim Festakt, ihrer Dankbarkeit für die Hilfe Ausdruck. Die stellvertretende Landrätin von Kaunas würdigte in ihrer Rede die Arbeit der Kinderhilfe Litauen und überreichte als Dank stellvertretend Urkunden an Manfred Schwaak, dessen Bruder Gerhard und an weitere Helfer. Namentlich wurden die Schulleiter aus Schrobenhausen und Umgebung genannt, die seit Jahren an ihren Schulen die Aktionen der Kinderhilfe unterstützten. Und der Rotary Club Schrobenhausen-Aichach wurde für die Renovierung und Ausstattung der Kinesiologieräume gewürdigt. Stellvertretend für die Kinder sprach ein Bub im Rollstuhl die Hoffnung und Bitte an die Helfer aus, den Kindern treu zu bleiben und sie weiterhin zu unterstützen.

Alle waren tief bewegt in diesem Moment, natürlich auch Manfred Schwaak. An ihm war es nun, den Dank weiterzugeben, und er hatte eine lange Liste unermüdlicher ehrenamtlicher Helfer vorzutragen: allen voran die Mitstreiter der Kinderhilfe Litauen, die Schülerinnen und Schülern aus dem Altlandkreis Schrobenhausen, die fleißigen Damen vom Frauenbund, Toni Drexler vom Roten Kreuz, die Firmen, die seit Jahren mitmachen, der Rotary Club, die Fußballspieler von Kickers Maua aus Jena, die mittlerweile auch zum Kreis der Unterstützer gehören und die ihr Trainingslager so gelegt hatten, dass sie an der Feier teilnehmen konnten. Ganz besonders dankte Schwaak zwei Frauen: Violetta Silkiniene, einer Deutschlehrerin, die sich seit zehn Jahren selbstlos als Dolmetscherin zur Verfügung stellt, und Rasa Pangoniene, Radiomoderatorin und Journalistin, die unentwegt hilft, ebenfalls als Dolmetscherin, aber auch dann, wenn es gilt, kleinere bürokratische Hürden zu beseitigen. Den Kindern im Heim versprach Schwaak: "Wir werden gerne wieder zu euch kommen."

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Für die Kinder in Litauen arbeitet die Kinderhilfe rund um Schrobenhausen. Dass der Verein jetzt zehn Jahre alt geworden ist, wurde unter anderem im Kinderheim Kaunas fröhlich und ausgelassen gefeiert.
Prestele

Umrahmt wurde die Feierstunde von Liedern und Tänzen der Kinder, die ihr Publikum begeisterten und verzückten. Ein Rundgang durchs Haus durfte nicht fehlen. Die Gäste konnten sich ein Bild davon machen, was in den letzten Jahren geschaffen wurde. Mit Freude präsentierte der Heimleiter die neuen Räume. Ein Computer- und ein Hydrotherapieraum wurden von der Firma Henkel (Düsseldorf) ausgestattet. Fünf Räume für Bewegungstherapie finanzierte der Rotary Club Schrobenhausen-Aichach. Demnächst wird die Kinderhilfe zehn neue Rollstühle für die Kinder zu kaufen. Sie werden zum Teil mit Spendengeldern der Grundschulen Waidhofen, Peutenhausen und Schrobenhausen bezahlt. Am Ende dieses Rundgangs war man sich einig: Vieles wurde bereits ermöglicht, aber es bleibt auch noch viel zu tun. Zum Abschluss der Feier hatte Manfred Schwaak noch einen Trumpf in der Hinterhand: ein prächtiges Feuerwerk, das der Zauberkünstler Günther Körber zusammengestellt hatte.

In der Landschule Zelsva bei Marijampole fand der zweite Teil der Geburtstagsfeier statt. Manfred Schwaak selbst war hier als Kind vier Jahre lang unterrichtet worden. Seit einigen Jahren wird auch die Schule von der Kinderhilfe Litauen unterstützt. Diesmal brachten die Helfer Geschirr für die Schulküche und den Speiseraum, in dem etwa 50 der ärmsten Kinder mit einfachem Essen versorgt werden. Gestiftet wurde das Geschirr von den Schulen Waidhofen und Peutenhausen. In weiteren Kartons befanden sich Hefte, Schreibpapier und Stifte. Besonders aber freuten sich die Kinder über die Süßigkeiten, mit denen sie sonst nicht gerade verwöhnt werden. Auch hier war eine rührende Feierstunde organisiert worden, während der sich die Bürgermeisterin und Schulleiter Donatas Labanauskas von Herzen bedankten.

Am Abend stand ein Benefizkonzert des Cellisten Davidas Geringas in der Philharmonie in Kaunas an, wie es Wochen zuvor schon in Neuburg organisiert worden war. Der international renommierte Künstler führte selbst durch sein Programm.

Letzte Station der Schrobenhausener Delegation in Litauen war ein Besuch in der Hafenstadt Klaipeda, wo der Verein seit Jahren einen Kindergarten unterstützt. Wiederum schlug den Helfern ein warmherziger Empfang entgegen, es gab Urkunden und Worte des Dankes. Der Bürgermeister bezeichnete die Hilfe als "Zeichen einer tiefgreifenden Freundschaft zwischen unseren Völkern".

Uli Prestele
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