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Kabarettist Wolfgang Krebs überzeugt als wandlungsfähiger Alleskönner

Ein Krebs in Riedendings

Riedenburg
erstellt am 20.01.2013 um 19:18 Uhr
aktualisiert am 20.10.2017 um 10:05 Uhr | x gelesen
Riedenburg (DK) Er kann mehr als nur Stoiber: Im voll besetzten Saal in Riedenburg bewies der bekannte Parodist Wolfgang Krebs mit seinem Programm „Drei Mann in einem Dings“ seine Wandlungsfähigkeit.
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Riedenburg: Ein Krebs in Riedendings
 
Riedenburg
„Herzlich willkommen in Rieden . . . berg . . . äh . . . Fuchsburg . . . äh . . . Riedendings“, beginnt Edmund Stoiber . . . äh . . . Wolfgang Krebs seine Parodie in seiner Paraderolle als ehemaliger bayerischer Ministerpräsident. Wie bei seinen Auftritten beim politischen Gillamoos oder im bayerischen Fernsehen sitzt jede Kopfbewegung, jeder Gesichtsausdruck, jeder Versprecher im Spiel des Parodisten. Letztere reizt Krebs so weit aus, dass sie der kabarettistischen Schifffahrt ab und an den Wind aus den Segeln nahmen, doch das stört im Publikum eigentlich niemanden so richtig. Zu gut sind die Pointen des Seehofer-Stoiber-Beckstein-Duplikats, zu treffend seine Seitenhiebe auf die bayerische Politik. „Ich kann Menschen in einem Ausmaß ignorieren, dass sie an ihrer Existenz zweifeln“, philosophiert er etwa als Horst Seehofer, und weiter: „Wenn Claudia Roth redet, wird selbst der Lebendigste neidisch auf das Tote Meer.“

Eher derb wird Krebs Humor in der Rolle des Günther Beckstein, der als unglücklicher Schiffsheizer („immerhin war ich mal ein paar Stunden Ministerpräsident“) pöbelt: „In Bayern hätte sich kein Polizist getraut, eine Bischöfin zum Blasen rauszuziehen.“

Als Schlagerstar Meggy Montana im Glitzerkostüm und mit blonder Perücke, singt Krebs in gekonnt schiefen Tönen über die Nichtigkeiten des Lebens, während er auf der Bühne eine einstudierte Choreografie umsetzt und dabei zeitweise wirkt wie ein dauergrinsender Roboter im Tanzmodus.

Seine vielleicht beste Rolle spielt Krebs jedoch als der Ortsvorsitzende Schorsch, der sich in einen Konflikt über einen Waschbetonkübel vor dem Rathaus hineinsteigert. Hierfür sei nämlich extra ein Förderverein zum Erhalt des Fördervereins zum Erhalt des Waschbetonkübels geschaffen worden, persifliert Krebs die Vereinsmeierei im Lokalen. Herrlich lässig setzt er hier seine Pointe, die mit dem Selbstmord eines Erzfeindes des Ortsvorsitzenden endet: „Ihr habt mich hängen lassen, schreibt der in seinem Abschiedsbrief – das ist ja falsch herum.“

Deutlich harmloser wirkt dagegen Krebs Auftritt als Beziehungstherapeutin Waldemarie Wammerl, die selbstironisch gesteht: „Ich kann mittlerweile schlechter einparken – weil das Gehör nachlässt.“ Besonders ihre freie Interpretation des Wortes Bestseller, das sie in Besteller umwandelt und die sich wie ein roter Faden durch ihren Auftritt zieht, reizt Krebs Publikum zu beinahe hysterischem Gelächter.

Auch der Herausforderer des Ministerpräsidenten kommt am Ende noch zu Wort: Christian Ude, der „seit dem Aushärten der Erdkruste OB von München ist“, erklärt den Zuschauern als Ude-Puppe, was der Grund seines Antritts ist: Die anderen SPDler kenne einfach niemand.

Ebenso wenig kannten die Zuschauer Helmut Binser, der aus dem Bayerischen Wald stammt („Da ist es zu Dreivierteln im Jahr Winter und zu einem Viertel kalt“) hatte einen Gastauftritt bei Krebs, den er dazu nutzte, ein Lied über „die greislichen Menschen dieser Welt“ zu singen.

Er wird am ersten März im Fuchsstadl mit seinem Premierenprogramm „Der Junge mit der Harmonika“ auftreten. Karten dafür sind bei den Verkaufsstellen des DONAUKURIER in Riedenburg und Beilngries erhältlich.

 

Von Desirée Brenner
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