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Altmannsteiner Altenheim schreibt schwarze Zahlen - Gute Auslastung im Jahr 2017

"Wir sind auf ein kleines Polster angewiesen"

Altmannstein
erstellt am 17.05.2018 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 21.05.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Altmannstein (DK) Das Altmannsteiner Altenheim Maria Rast ist im zurückliegenden Jahr mit 96,6 Prozent gut ausgelastet gewesen. Den erwirtschafteten Gewinn kann es in den Rücklagen aber auch gut brauchen, wie bei der Jahresversammlung des Caritasvereins am Mittwochabend deutlich wurde.
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Beliebt ist das Eiscafé in Maria Rast ? zu Musik aus den 1960er-Jahren gibt es einen Eisbecher nach Wahl.
Beliebt ist das Eiscafé in Maria Rast ? zu Musik aus den 1960er-Jahren gibt es einen Eisbecher nach Wahl.
Foto: Ammer
Altmannstein
Im vergangenen Jahr hat das Alten- und Pflegeheim Maria Rast einen Gewinn von gut 246000 Euro erwirtschaftet. Die Bilanzsumme beträgt über fünf Millionen Euro, knapp 3,3 Millionen Euro davon entfallen auf das Anlagevermögen. Die Einnahmen aus der Pflege betrugen knapp 1,9 Millionen Euro, der höchste Posten auf der Ausgabenseite sind die Löhne mit rund 1,2 Millionen Euro.

"Wir sind auf Gedeih und Verderb auf ein kleines Polster angewiesen", sagte der Vorsitzende des Caritasvereins, Norbert Hummel, mit Blick auf den erwirtschafteten Überschuss. "Das Haus ist 17 Jahre alt und wir werden nicht nochmal 17 Jahre ohne größere Reparaturen durchkommen." Es sei auch wichtig, bei dem Haus auf das Äußere zu achten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Was momentan auf jeden Fall gut gelingt, wenn man die positiven Buchungszahlen betrachtet.

"Heute sind 49 von 50 Betten belegt, wir füllen gerade wieder auf", begann Heimleiterin Eva Meyer ihren Bericht. Lange dürfte das nicht dauern, zehn Personen stehen momentan auf der Warteliste für Maria Rast. Auch das Kurzzeitpflegezimmer sei ab Samstag wieder gebucht, so Meyer. Bis November seien insgesamt nur noch einzelne Tage frei - meist seien es Stammgäste, die dieses Angebot nutzen.

Im Jahr 2017 sind 27 Personen in das Alten- und Pflegeheim eingezogen, 25 Bewohner starben im Lauf des Jahres. Die Tagespflege nutzte niemand, hier merke man den Pausenhof in Hagenhill, sagte Eva Meyer. Die dortige Tagespflegeeinrichtung habe den großen Vorteil, dass sie die Besucher zu Hause abholen und wieder zurückbringen könne. "Das können wir hier personell nicht leisten", so die Heimleiterin.

Beisitzer Georg Halbritter erkundigte sich konkret nach anstehenden Renovierungsarbeiten im Haus. "Im Augenblick besteht kein Handlungsbedarf", antwortete Hummel. Allerdings stehe das Thema, die Fassade zu tünchen, zumindest im Raum. Im Grunde sei man beim Altenheim von drei Themen getrieben, auf die man reagieren müsse: natürliche Abnutzung, wenn keiner mehr Plätze buche und neue gesetzliche Vorschriften. Eine davon betrifft den Bereich Nasszellen. Eva Meyer verkündete dazu, dass 2017 ein neuer Bescheid vom Landratsamt gekommen sei, dass es für die Nasszellen in Maria Rast bis 2036 eine Befreiung gebe. "Wir haben hier den längstmöglichen Zeitraum beantragt", freute sich auch Mechthild Hattemer vom Caritas-Diözesanverband über den Bescheid. "Es gäbe aktuell auch keine Zuschüsse für Baumaßnahmen."

Einige Investitionen mussten auch 2017 trotzdem getätigt werden. So wurden für knapp 20000 Euro unter anderem drei neue Pflegebetten, eine Waschmaschine, ein Spülapparat und ein Sauerstoff-Konzentrator angeschafft. Außerdem wurden der Speisesaal und die Metalltüren im Haus frisch gestrichen. Für das laufende Jahr hat der Verein rund 2000 Euro für einen neuen Pavillon mit Sitzgelegenheit genehmigt, den die Landjugend aufstellen will. Vom Tünchen der Fassade in diesem Jahr schon riet Kirchenpfleger Reinhold Meyer ab. Ein erstes Angebot habe Kosten von rund 50000 Euro ergeben, "das können wir noch rausschieben, vielleicht wird es preislich besser".

Im personellen Bereich hat sich auch etwas getan. Pflegedienstleiterin Caroline Gallenberger ist nach Hemau gewechselt. Eine Altenpflegerin hat das Heim ebenfalls verlassen. Dafür wurden mehrere neue Kräfte eingestellt. Fortbildungen gab es in allen Bereichen, ebenso wie unangekündigte Besuche von Prüfstellen, wie die Leiterin mitteilte.

Ein besonderes Lob zollte Eva Meyer Renate Ruhfaß. "Dank ihr steht der Pflegebereich so gut da, weil sie das so gut im Griff hat. Dass es so gut läuft, ist ihr Verdienst", lobte sie.

"Wir zahlen nach Tarif und bilden auch aus", griff Hummel ein weiteres Thema im Bereich Personal auf. Doch im Vorjahr hatte Maria Rast keinen Auszubildenden. 2018 sieht das etwas besser aus, wie Eva Meyer mitteilte: eine junge Frau hat einen Ausbildungsvertrag und ein junger Mann, der jetzt schon im Altenheim mithilft, einen Schulvertrag in Eichstätt. "Das Thema Personal und Fachkräfte beschäftigt uns an allen Ecken und Enden", bestätigte auch Mechthild Hattemer. Für viele sei die Autobranche interessanter, obwohl Pflegeberufe zukunftssicherer und krisenfester seien. Außerdem besteht durch das neue Pflegeberufegesetz die Möglichkeit, in allen Pflegeberufen zu arbeiten, "das macht den Beruf noch attraktiver". Durch das Pflegeberufegesetz , das im Juli 2017 verkündet wurde, entsteht ein neues Berufsbild Pflege : Die drei bisherigen Pflegefachberufe in den Bereichen Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege werden zusammengelegt. Die neue Ausbildung befähigt Auszubildende also zur Pflege von Menschen aller Altersstufen in allen Versorgungsbereichen.

Ein großes Thema war 2017 auch die Umstellung der bis dahin gültigen Pflegeklassen auf die neuen Pflegegrade. "Die Verwaltung um Frau Meyer hat diese große Herausforderung in Zusammenarbeit mit Frau Hattemer souverän gemeistert", freute sich Hummel. Außerdem hat die Altmannsteiner Apotheke dem Altenheim den Apothekervertrag gekündigt, wie Eva Meyer erzählte. Noch ein Thema, mit dem sich die Verwaltung beschäftigen musste. Doch nun sei ein guter Partner gefunden.

Bei den Wahlen des Caritasvereins ergaben sich kaum Veränderungen. Vorsitzender bleibt Norbert Hummel, sein Stellvertreter Pfarrer Wolfgang Stowasser. Schriftführerin ist weiterhin Hannelore Eichenseher, Kassenführerin Eva Meyer. Zu Beisitzern wurden Georg Halbritter sowie die drei Ärzte Michael Wördehoff, Sabine Wördehoff und Markus Ott gewählt.

Eva Meyer gab noch einen Überblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres. Gut angekommen sei die Aktion "Zeit für Helden", in der die Landjugend den alten Pavillon abgebaut und den Garten auf Vordermann gebracht hat. Zum Ende gab es ein gemeinsames Grillfest für Jung und Alt. Gerne angenommen wird auch das Eiscafé, das 14-tägig im Seniorenheim Stattfindet. Zu Schlagern der 1960er-Jahre gibt es einen Eisbecher nach Wahl. Auch das Oktoberfest mit Blasmusik war ein Riesenerfolg - das wird es jetzt jedes Jahr geben. Fünf Schülerinnen der Ignaz-Günther-Schule spielten mit den Senioren oder halfen im Eiscafé. Die Aktion der Schule gibt es heuer leider nicht mehr. "Unter den Schülern bestand kein Interesse", bedauerte Eva Meyer. Gut angenommen wird der feste Friseurtermin einmal im Monat, außerdem organisiert der Frauenbund eine monatliche Geburtstagsfeier und Unterhaltung. Für all die ehrenamtlich geleistete Arbeit bedankte sich die Heimleiterin ganz herzlich.
Isabel Ammer
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