Donnerstag, 15. November 2018
Lade Login-Box.

Konzert an der aufwendig renovierten Altmannsteiner Orgel lockt viele Besucher an

Von der Barockzeit bis in die Moderne

Altmannstein
erstellt am 08.11.2018 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Altmannstein (tgo) Knapp eineinhalb Monate sind ins Land gezogen, seitdem die aufwendig renovierte Orgel wieder in der Heilig-Kreuz-Kirche zu Altmannstein erklingt. Pfarrer Wolfgang Stowasser hatte ihr seinerzeit in einem festlichen Gottesdienst den kirchlichen Segen gespendet. Nun hatte die Pfarrei zu einem Konzert geladen, und erstaunlich viele Gläubige aus der Marktgemeinde und der näheren Umgebung hatten sich eingefunden.
Textgröße
Drucken
Das Konzert begann mit einem vollen frühlingsfrischen Präludium in G von Johann Sebastian Bach. Bereits hier konnten die Zuhörer etwas von der neuen Klangfülle des Instruments erahnen. Pfarrer Wolfgang Stowasser begrüßte sodann alle Konzertbesucher, besonders die Protagonisten des Abends: Johannes Kammerl an der Orgel, Elke Erdl (Cello), Stefanie Kisker (Sopran- und Altblockflöte), Anna Schaller (Posaune und Euphonium) sowie Andreas Bäumler (Trompete und Flügelhorn). Auch der Restaurator der Orgel, Rainer Kilbert, war eigens mit seiner Gattin aus Lappersdorf angereist und wurde herzlich willkommen geheißen.

Im weiteren Verlauf des Konzerts spannten die Musiker einen weiten musikalischen Bogen von der Barockzeit bis in die Moderne. Dabei bestach das Programm durch eine ausgewogene Mischung von spritzig-virtuosen Werken einerseits und fast schon kontemplativen Passagen andererseits, die zum Träumen oder auch zur Meditation einluden.

So durfte sich etwa das Blech in einer Sonate des barocken Komponisten Benedetto Marcello in strahlendem Ton präsentieren und versprühte zusammen mit der Orgel Lebensfreude pur. Gleich im nächsten Werk das "Herunterkommen": Kaum ein Zuhörer, der beim "Gebet zu unserer Lieben Frau" von Leon Boellmann nicht von der meditativen Stimmung ergriffen worden wäre. Ein folgender dritter Satz aus demselben Opus zeigte dem Publikum vollends auf, dass die Orgel in der Heilig-Kreuz-Kirche nun "erwachsen" geworden ist.

Markus Nickel, Geburtsjahrgang 1966, bildete mit seiner Sonate "Der Traum" eine Art Übergang zu den moderneren Werken des Abends. In bestechender Art ergänzten sich Orgel, Cello und Blockflöte, fanden gerade im Finale in bester kammermusikalischer Manier zueinander und sorgten so für einen höchst angenehmen Abschluss des Traums.

Als das berühmte musikalische Hauptthema aus dem preisgekrönten Film "Schindlers Liste" erklang, wurde es besonders still im Kirchenraum. Mitten in den bedrückenden Gang der Geschichte hinein stimmte die Trompete eine Melodie der Hoffnung an. Niemand konnte sich der Magie und der Dramatik dieser Musik entziehen. Angesichts der Bilder, die man mit diesem Streifen verbindet, wirkte das sich anschließende "Ave Maria" von Wladimir Wawilow wie ein Lichtstreifen am Horizont. Unter der Melodieführung des Blechs breitete die Orgel einen samtenen Gebetsteppich aus.

Jazzoide Elemente bot dann im Anschluss die originelle Vertonung von Willem Willms "Brot, das die Hoffnung nährt", den meisten Zuhörern bekannt als neues geistliches Lied aus dem Gotteslob. Hier wurde die sonst so seriöse "Königin der Instrumente" vom Blech keck zum Tanz aufgefordert.

Ein frohes Wiederhören gab es dann zum Abschluss, als dem Publikum noch einmal die "Highland Cathedral" der beiden deutschen Komponisten Michael Korb und Ulrich Roever präsentiert wurde. Dieses Werk hatte bereits am Tag der Orgelweihe bei vielen Gottesdienstbesuchern besonderen Anklang gefunden.

Nach dem gemeinsamen Schlusslied "Nun danket alle Gott" wurden die engagierten Musiker mit lang anhaltendem Applaus belohnt. Zu Recht, denn in diesem Konzert wurde den Zuhörern so ziemlich alles geboten, was das (kirchen-) musikalische Herz höher schlagen lässt. Und die Protagonisten schenkten dem Publikum noch eine wunderschöne vokale Zugabe: Eingebettet zwischen einem klangstarken instrumentalen Vor- und Nachspiel boten sie noch einen a-capella-Gesang: das sehr innige Emmaus-Lied "Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit" des englischen Komponisten William Henry Monk, das glücklicherweise ebenfalls im Neuen Gotteslob Eingang gefunden hat.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!