Montag, 17. Dezember 2018
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Präsentation des Buchs "Pfahldorf an der Teufelsmauer" - 1200-Jahr-Feier in Vorbereitung

Vom Feiern, Sorgen, Werden und Vergehen

Pfahldorf
erstellt am 06.12.2018 um 18:47 Uhr
aktualisiert am 10.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Pfahldorf (DK) Der Auftakt zum großen Jubiläum im Jahr 2020 des kleinen Ortes Pfahldorf ist gemacht - und wohl gelungen: Die Dorfchronik "Pfahldorf an der Teufelsmauer" wurde im völlig überfüllten Schützenhaus den begeisterten Ortsbürgern und der Prominenz vorgestellt. In rund 6000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden hat der frühere Lehrer von Pfahldorf und Historiker Elmar Ettle ein vom Inhalt und der äußeren Gestaltung schwergewichtiges Buch geschrieben.
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Signierstunde bei der Präsentation des Buchs ?Pfahldorf an der Teufelsmauer? (vorne von links): Bezirksrat Reinhard Eichiner, Bürgermeister Christian Wagner, Autor Elmar Ettle und Sprecher der Vereine Hans Fuchs.
Signierstunde bei der Präsentation des Buchs "Pfahldorf an der Teufelsmauer" (vorne von links): Bezirksrat Reinhard Eichiner, Bürgermeister Christian Wagner, Autor Elmar Ettle und Sprecher der Vereine Hans Fuchs.
Ettle
Pfahldorf
Den schwungvollen Auftakt der Buchpräsentation machte die Familienmusik Rösch aus Neuzell bei Beilngries. Der Sprecher der Pfahldorfer Vereine, Hans Fuchs, begrüßte die Zuhörer, darunter ehemalige Schüler des Autors. Er dankte Elmar Etlle, der sein Hintergrundwissen und viel Engagement eingebracht habe. Ein Glück sei es gewesen, dass ältere Pfahldorfer ihm gerne Rede und Antwort standen und eine große Fülle Fotografien aus alter Zeit ausliehen. Das Werk mit 432 Seiten enthält immerhin 733 Abbildungen.

"Das Buch ist heute, aber gerade für kommende Generationen wertvoll", sagte Bezirksrat Reinhard Eichiner. Sie könnten nachlesen, wie man einst in dem Juradorf gelebt hat. Er kündigte für das Jubiläumsfest einen Zuschuss des Bezirks Oberbayern an. Danke sagte auch Bürgermeister Christian Wagner, der sich "über die phänomenale Resonanz", die das Buch bei Pfahldorfern finde, freute.

Einen spannenden, mit viel Humor gewürzten Steifzug durch die Geschichte des Dorfes unmittelbar "am Pfahl" unternahm dann Elmar Ettle. Er erklärte den Begriff "Teufelsmauer" so: Die Römer hatten das gewaltige Bauwerk "Limes" errichtet. Als sie abzogen, verfiel es und nach Jahrhunderten wusste man keine Erklärung mehr dafür. So nahmen die Leute an, dass der Teufel die Mauer errichtet hatte. Wie der Redner sagte, habe er unzählige Archivalien gesichtet, in alten Zeitungen geblättert und Zeitzeugen befragt.

Ein interessantes Dokument etwa sei die erste Namensnennung Pfahldorfs im Jahr 820. Damals habe ein Abt vom Kloster Engelbrechtsmünster einen ihm gehörenden Bauernhof in Pfahldorf "zu seinem Seelenheil" nach Sankt Emmeram in Regensburg verschenkt. Menschen hätten jedoch schon vorher hier gewohnt, was bronzezeitliche Grabhügel bewiesen.

Ettle spannte im Buch und beim Vortrag einen höchst informativen und kurzweiligen geschichtlichen Bogen vom heiligen Willibald bis zur Gebietsreform im Jahr 1972, als Pfahldorf ein Kipfenberger Ortsteil geworden war. Dazwischen lagen Jahrhunderte des Feierns und des Sorgens, des Plagens, des Werdens und Vergehens. Es gab Kriege zu überstehen, Durchzüge von fremden Soldaten, Erfindungen und Neuerungen. Welch schwieriges Kapitel war doch der Bau der Wasserleitung und die Einrichtung des elektrischen Stroms, was erst im Jahr 1949 passierte. "Die Gemeinde war bettelarm und viele Arbeiten wurden durch Hand- und Spanndienste, die nichts kosteten, erledigt", führte der Buchautor aus. Ein paar Stichworte aus der Fülle weiterer Themen: Dampfdreschen und Kartoffelklauben, Gänsehirten und Handwerk im Ort, Kramer (Lebensmittelgeschäft) und Wirtshaus, Brauchtum, Kirche, Wallfahrt, Wunderglauben, Inflation und das von Birkenbäumen gezapfte Haarwasser. Zu nennen sind noch Schule, Höfe und Häuser, Pfarrei und Vereine. Ettle beschwor die Dorfgemeinschaft, mit Blick auf die Vergangenheit nach einer Passage im "Bayernlied" fest in Eintracht und in Frieden des Glückes Herd zu bauen.

Hans Fuchs schaute voraus auf das Fest "1200 Jahre Pfahldorf" im Jahr 2020. Da wird sich einiges rühren, sogar ein Theaterspiel soll es geben. Zum Schluss reichte er Blumen für die Helferinnen und Mitarbeiterinnen im "Arbeitskreis Chronik" Maria Nerb, Marianne Regler und Anita Fuchs mit ihren Töchtern. Dazu zählen ferner: Johannes Benzinger, Anton Eckerle, Josef Mödl, Michael Schneider und Reinhold Trost. Der Dank galt auch dem Graphiker Xaver Rosskopf.

"Pfahldorf an der Taufelsmauer. Die Geschichte eines Dorfes auf dem Altmühljura". Von Dr. Elmar Ettle, Kipfenberg. Herausgegeben von einem Zusammenschluss örtlicher Vereine. 432 Seiten, 733 Fotografien und Zeichnungen. Preis 33 Euro.
Josef Ettle
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