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Ehrenbürgerin von Altmannstein stirbt im Alter von 97 Jahren - Bürgermeister Hummel: "Eine prägende Persönlichkeit"

Trauer um Schwester Primasia

Altmannstein
erstellt am 10.10.2018 um 18:47 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Altmannstein (DK/rat) Die Altmannsteiner Ehrenbürgerin Schwester Primasia Kroner ist tot. Sie hatte 42 Jahre in der Marktgemeinde gewirkt, anfangs als Leiterin des Kindergartens und später als Leiterin des Altenheims Maria Rast. Für ihre Verdienste war sie 1994 zur Ehrenbürgerin ernannt worden.
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Binder (Archiv)
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Wie die Marktgemeinde und Schwester Jakobe Schmid, die Generaloberin der Ordensgemeinschaft der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie zu Mallersdorf gestern mitteilten, starb Schwester Primasia gestern im Alter von 97 Jahren im Schwestern-Pflegeheim in St. Maria. Die Ordensfrau hatte seit ihrem 73. Lebensjahr in einem Schwesternheim in Bad Wörishofen gelebt, wo sie bis 2016 sich zu Hause gefühlt hatte. Wegen gesundheitlicher Probleme war sie im Jahr 2016 in das Schwestern-Pflegeheim gewechselt. Vor einiger Zeit hatte sie einen Sturz erlitten, von dem sie sich trotz intensiver ärztlicher Bemühungen nicht mehr erholte. "Nun durfte sie im hohen Alter von 97 Jahren und nach sehr segensreichem Wirken heimgehen zu Gott", erklärte die Generaloberin.

"Sie war eine prägende Persönlichkeit", sagte Bürgermeister Norbert Hummel (CSU) gestern auf Anfrage des DONAUKURIER. Viele Altmannsteiner hätten Schwester Primasia noch in bester Erinnerung, obwohl sie bereits seit 1994 nicht mehr in der Marktgemeinde lebte. Für ihren Einsatz als Leiterin des Kindergartens, des Altenheims und des Kirchenchors verlieh ihr der damalige Bürgermeister Adam Dierl 1994 die Ehrenbürgerwürde. Hummel bestätigte, dass Schwester Primasia die letzte noch lebende Ehrenbürgerin Altmannsteins war.

Pfarrer Wolfgang Stowasser, der seit zehn Jahren in Altmannstein tätig ist, lernte Schwester Primasia anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Pfarrei Heilig-Kreuz kennen. Er habe gestern bei einer Seniorenandacht von ihrem Tod berichtet: "Die Anwesenden waren tief betroffen, denn viele hatten sie von Kindesbeinen an gekannt. Ihr Name hat noch immer Leuchtkraft."
Mit ihren Mitschwestern feierte die Altmannsteiner Ehrenbürgerin Primasa Kroner (oben, links) 2011 ihre diamantene Profess, worüber der DONAUKURIER natürlich umfassend berichtet hatte. Die Ehrenbürgerwürde war der Ordensfrau im Mai 1994 vom damaligen Bürgermeister Adam Dierl verliehen worden.
Mit ihren Mitschwestern feierte die Altmannsteiner Ehrenbürgerin Primasa Kroner (oben, links) 2011 ihre diamantene Profess, worüber der DONAUKURIER natürlich umfassend berichtet hatte. Die Ehrenbürgerwürde war der Ordensfrau im Mai 1994 vom damaligen Bürgermeister Adam Dierl verliehen worden.
Binder (Archiv)
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Schwester Primasia wurde als Maria Kroner am 9. April 1921 in Geiersthal im damaligen Landkreis Regen geboren. Mit ihrer jüngeren Schwester verbrachte sie im religiös geprägten Elternhaus eine glückliche Kindheit. Das talentierte Mädchen besuchte gerne die Schule, ging aber immer zuvor in den Gottesdienst.

Nach dem Schulabschluss besuchte Maria Kroner die Nähschule, die von Schwestern geleitet wurde. Angetan von deren Wirken und Leben, entschloss sie sich, ebenfalls Ordensfrau zu werden. Nach gründlicher Überlegung ging sie 1937 mit 16 Jahren auf eine Mädchenrealschule des Ordens, um später Schwester zu werden. Nach der Mittleren Reife begann sie die Ausbildung im Kindergartenseminar, die sie aber zunächst nicht beenden konnte, da gegen Ende der nationalsozialistischen Herrschaft die Schulen des Ordens geschlossen wurden.

Maria Kroner erhielt im September 1942 das Ordenskleid und den Namen Schwester Primasia. Sie wurde dann im Lazarett eingesetzt und absolvierte deswegen die Krankenpflegeschule, die sie 1945 mit dem Staatsexamen abschloss. Die Profess legte sie im November 1945 ab.
 
Binder (Archiv)
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Ihre große Liebe aber galt den Kindern. So beendete sie die Ausbildung zur Erzieherin und legte mit sehr gutem Erfolg 1946 die staatliche Prüfung ab. Sie musste kurz in der ambulanten Krankenpflege in Neufahrn aushelfen, bevor sie im Kindergarten in Nabburg eingesetzt wurde, wo sie sieben Jahre tätig war.

Im Oktober 1952 übernahm sie den Kindergarten in Altmannstein. Dort herrschten anfangs armselige Wohnverhältnisse, aber es war bereits ein Neubau geplant.

Ab 1970 war ihr zudem das Amt der Konventoberin anvertraut. Dem Haus war ein Altenheim angegliedert, das einer umsichtigen Leitung bedurfte. Schwester Primasia war deshalb bereit, noch eine Zusatzausbildung für die Heimleitung in der Altenpflege zu machen. Im Jahr 1977 legte sie in München die Prüfung ab. So oblag ihr dann die Gesamtleitung des Betriebes.

Als Anerkennung und Dank erhielt sie die Bürgermedaille der Marktgemeinde. Sie war auch im Pfarrgemeinderat aktiv und langjähriges Mitglied im Kirchenchor. Das wurde mit einer Dankesurkunde des Bischofs gewürdigt. Im Jahr 1994 musste die Filiale in Altmannstein aufgelöst werden. Schwester Primasia, die inzwischen 73 Jahre alt war, ging deshalb in das Schwesternheim in Bad Wörishofen.

Die Beerdigung von Schwester Primasia ist am Samstag, 13. Oktober, um 13.30 Uhr auf dem Klosterfriedhof in Mallersdorf. Im Anschluss folgt in der Mutterhauskirche der Gottesdienst für sie.
 

Busfahrt zur Beerdigung

Die Marktgemeinde Altmannstein organisiert eine Busfahrt zur Beerdigung der Ehrenbürgerin Schwester Primasia in Mallersdorf. Der Bus startet am Samstag, 13. Oktober, um 11.30 Uhr am Parkplatz beim Gasthaus Neumayer in Altmannstein. Die Fahrt ist kostenlos. Anmeldungen sind bis morgen um 12 Uhr in der Marktgemeinde unter Telefon (09446) 9021-0 möglich. 
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