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Auch der Breitbandausbau und das Baugebiet sind Themen bei der Bürgerversammlung in Thann

Diskussion um Straßen und Wege

Thann
erstellt am 14.03.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 18.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Thann (DK) Das neue Baugebiet, der Breitbandausbau und der sanierungsbedürftige Hochbehälter sind die Themen bei der Bürgerversammlung in Thann gewesen. Für Diskussionen sorgten aber auch die Flur- und Waldwege.
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Thann: Diskussion um Straßen und Wege
Die Zeller Straße soll asphaltiert werden. So hat es der Riedenburger Stadtrat beschlossen. Zunächst steht aber noch ein Ortstermin mit den Bayerischen Staatsforsten an, um noch einige Details zu klären. - Foto: Schmied
Thann

Stichtag ist der 16. März. Ab dem morgigen Freitag also ist das schnelle Internet in dem Riedenburger Ortsteil verfügbar. Das teilte Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) bei der Bürgerversammlung den Thannern am Montagabend mit. Um die höhere Leistung auch in Anspruch nehmen zu können, sei der Abschluss eines neuen Vertrages nötig, so der Rathauschef. "Die Stadt sorgt für die Infrastruktur, um die Verträge müsst ihr euch selber kümmern", erklärte er den gut 35 Zuhörern und wies noch einmal auf die Rahmenbedingungen hin, die den Breitbandausbau förderfähig machen. "Am Verteilerkasten muss eine Leistung von mindestens 30 Megabit pro Sekunde verfügbar sein, das Maximum sind 50 Megabit pro Sekunde. Vom Verteiler aus geht es mit Kupferkabeln weiter." Wer weiter weg wohne, habe womöglich eine schlechtere Leistung. "Warum hat man nicht gleich Glasfaser bis in jedes Haus verlegt", wollte ein Bürger wissen. Lösch verwies auf die ohnehin hohen finanziellen Mittel, die Riedenburg in den DSL-Ausbau steckt. "Glasfaser gibt es nur da, wo Unternehmen wie die Telekom eigenwirtschaftlich ausbauen. Bei uns sind 50 Megabit das Ende der Fahnenstange, für alles darüber gibt es keine Förderung mehr", stellte er klar.

Einige Bürger bemängelten, dass die ausführenden Firmen bei der Verlegung der DSL-Kabel offene Gruben und teils kaputte Straßen hinterlassen hätten. Die neu asphaltierte Strecke in Verlängerung der Salvatorstraße etwa weise bereits jetzt wieder Risse auf, anderswo gebe es "extreme Setzungen" und an einer Stelle habe den ganzen Winter über ein Loch geklafft. "Die Gewährleistung läuft noch, die Abnahme erfolgt erst, wenn der komplette Breitbandausbau abgeschlossen ist", sagte Lösch. Das werde allerdings noch zwei bis drei Jahre dauern. Die Firmen seien angehalten, nach den Arbeiten den Ursprungszustand wiederherzustellen.

Auf anderen Straßen und Wegen dagegen tut sich etwas. Im Januar hatte sich der Bauausschuss den Wirtschaftsweg, der an der Kapelle am Ortsrand beginnt, angeschaut. "Der Bauhof hat die Risse mittlerweile mit Heißasphalt vergossen, die Bäume und Büsche wurden zurückgeschnitten. Wenn die Witterung passt, wird der Graben nachprofiliert", teilte Lösch mit. Über eine Neuasphaltierung will der Stadtrat im Herbst noch einmal beraten.

Wann die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Thann und Zell asphaltiert wird, sei noch offen, so der Bürgermeister. Zunächst stehe noch ein Ortstermin mit den Bayerischen Staatsforsten an, auf deren Areal der Zeller Weg verläuft. "Dort werden wir besprechen, ob wir die betroffene Fläche kaufen oder tauschen", sagte Lösch. Die Umsetzung der Maßnahme ist im Sommer, spätestens im Herbst vorgesehen. Im Haushaltsentwurf für 2018 sind 75 000 Euro dafür vorgesehen. Investieren muss die Stadt auch in den Hochbehälter Thann. Wie berichtet, ist dieser sanierungsbedürftig, es sollen Edelstahlbehälter eingebaut werden. "Derzeit befinden sich 100 Kubikmeter Löschwasser darin", teilte Lösch bei der Versammlung mit. Um nach der Sanierung im Ernstfall genügend Löschwasser zu haben, sei man derzeit auf der Suche nach einem geeigneten Platz für einen Löschwasserbehälter. Auf das Wasserleitungsnetz könne die Feuerwehr nicht zurückgreifen. Denn: "Die Leitungen sind schon sehr alt und marode. Eine Druckerhöhung würde sie sprengen."

Einen freien Bauplatz gibt es in Thann noch. Einher mit dem Baugebiet "Thann-Ost II" geht die Ausweisung von drei weiteren Parzellen. Der Prozess laufe gerade an, sagte Lösch. "Wann ist es mit der Erschließung soweit", wollte ein Bürger wissen. Genau konnte der Rathauschef das nicht sagen. "Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen", mahnte er zu Geduld.

Der Thanner Stadtrat Karl Freihart (CWG) informierte zum Ende der Versammlung noch über Erkenntnisse in Sachen Flur- und Waldwege, die er bei der Durchsicht der Unterlagen zur Flurbereinigung gewonnen hat. "Ein Teil der Wege ist nicht so eingetragen, wie die Flurbereinigungsgenossenschaft es 1970 an die damalige Gemeinde Thann weitergegeben hat", sagte er. Will heißen: Einige Wege sind bei der Stadt Riedenburg als nicht gewidmet eingestuft, obwohl sie es nach dem Beschluss der Flurbereinigungsgenossenschaft von 1970 eigentlich wären. Neben den öffentlichen Feld- und Waldwegen hat die Genossenschaft auch Flächen an die Gemeinde Thann übergeben, die Erlöse aus deren Verpachtung waren laut Beschluss für den Unterhalt der Flur- und Waldwege vorgesehen. "Die Stadt als Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Thann müsste meiner Meinung nach ebenso verfahren", sagte Freihart. Weil gerade die älteren Thanner immer wieder über die sogenannten "70er-Streifen" - die Bezeichnung geht zurück auf die Flurnummer 70 - diskutieren, habe er in die Unterlagen geschaut, begründete Freihart seine Ausführungen. "Ich will niemandem einen Vorwurf machen. Vielleicht sind die Beschlüsse einfach untergegangen, weil die Gemeinde Thann zwei Jahre später aufgelöst wurde", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Widmung müsste seiner Ansicht nach aber nachgeholt und auch über den Unterhaltsbeschluss von 1970 gesprochen werden. "Ich werde das mit den Jagdgenossen besprechen und dann dem Stadtrat vorschlagen", kündigte er an.

Von Kathrin Schmied
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