Sonntag, 16. Dezember 2018
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Freundeskreis der Musik von Johann Simon Mayr plant bei Jahresversammlung weitere Konzerte

"Sternstunde der Kirchenmusik"

Altmannstein
erstellt am 06.12.2018 um 15:04 Uhr
aktualisiert am 09.12.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Mendorf (dfk) Den Werken von Johann Simon Mayr sollen neue Anhänger erschlossen werden. Deshalb kündigte der Freundeskreis der Musik von Mayr Altmannstein-Mendorf bei der Jahresversammlung weitere Konzerte an. Erinnert wurde an das Jubiläumskonzert im Juli in Altmannstein, eine "Sternstunde der Kirchenmusik", wie es hieß.
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Das Jahrestreffen der Mitglieder des Freundeskreises der Musik von Johann Simon Mayr Altmannstein-Mendorf begann mit einem Gedächtnisgottesdienst. Dieser wurde von Pfarrer Wolfgang Stowasser für den großen Mendorfer Sohn, Opernkomponisten und Kirchenmusiker Johann Simon Mayr und seinen Förderer Baron Thomas de Bassus zelebriert. Gedacht wurde aber auch der beiden Wiederentdecker des Werkes von Mayr, dem ehemaligen Pfarrer von Mendorf, Monsignore Josef Holzapfel, und Heinrich Bauer. Der Gottesdienst wurde von dem Ingolstädter Organisten Franz Hauk an der Mendorfer Königsorgel umrahmt. Hauk ist ebenfalls Mitglied im Freundeskreis.

Bei der Jahresversammlung begrüßte die Vorsitzende des Freundeskreises, Vize-Bürgermeisterin Hannelore Eichenseher, auch Bürgermeister Norbert Hummel. Sie dankte dem Rathauschef für die finanzielle und ideelle Unterstützung des Freundeskreises durch die Marktgemeinde. Hummel kündigte an, dass die Gemeinde die Anstrengungen des Freundeskreises, die Werke von Mayr dem Publikum zu präsentieren, weiter unterstützen werde.

In ihrem Jahresbericht ging die Vorsitzende auf den Besuch des Journalisten Gino Thanner von BR- Klassik ein. Er hatte in dem Mayr gewidmeten Raum im Altmannsteiner Marktmuseum Interviews geführt und sich informiert. Das Ergebnis seiner Recherchen sei in einen kurzen Radiobeitrag eingeflossen. Der Höhepunkt in diesem Jahr sei aber das "großartige Jubiläumskonzert im Juli" zum Abschluss des 25-jährigen Bestehens des Freundeskreises in Altmannstein gewesen. Das Publikum habe dabei eine "Sternstunde der Kirchenmusik" erlebt, sagte Eichenseher. Mitwirkende waren der Altmannsteiner Kirchenchor mit seinem Leiter Wolfgang Schlagbauer und die Nürnberger Chorgemeinschaft unter der Gesamtleitung des Dirigenten Rainer Grasser.

Der Freundeskreis beteiligte sich nach den Worten der Vorsitzenden "mit einem ansehnlichen Betrag an dem Kauf eines Flügels für die Ignaz-Günther-Grund- und Mittelschule in Altmannstein". Sie begründete dieses Engagement damit, dass Mayr ein großer Wohltäter für arme Musiker wie den berühmten Donizetti gewesen sei. Eichenseher berichtete kurz von der Reise der Internationalen Simon-Mayr-Gesellschaft Ingolstadt zum ersten Wirkungsort Mayrs in Venedig. Der Freundeskreis unterstützte auch den Meistersingerkurs, den die Internationale Simon-Mayr-Gesellschaft auf Schloss Sandersdorf angeboten hatte, und der mit einem Liederabend seinen Abschluss fand. Eichenseher teilte den Mitgliedern mit, dass der Freundeskreis zu einem großen Fundus an Schriftstücken aus den Jahren 1960 bis 1970 gekommen sei. Es handle sich um Briefe, die zwischen Angelo Meli, dem Prior der Basilika Maria Maggiore von Bergamo, Pfarrer Josef Holzapfel aus Mendorf sowie dem damaligen Landrat Franz Lang teils in deutscher und italienischer Sprache geschrieben worden waren. Diese Schriftstücke hätten damals zur Wiederentdeckung Mayrs einen wichtigen Beitrag geleistet.

Kassier Josef Schneider berichtete, dass dem Freundeskreis derzeit 128 Mitglieder angehören. Bei der Aussprache teilte die Vorsitzende mit, dass der Vorstand plant, im kommenden Jahr mit Musikgruppen und Musikern, die sich mit der Musik und dem Gesang von Mayr befassen, Kontakt aufzunehmen, um mit der Unterstützung des Freundeskreises Liederabende und Konzerte anzubieten. Denn Mayrs Werke sollten noch mehr Musikfreunden präsentiert werden. Geplant sei auch, dass der junge Pianist Yojo Christen auf dem vom Freundeskreis mitfinanzierten Flügel in der Altmannsteiner Schule ein Konzert gibt.

Der Ausblick der Vorsitzenden ging sogar bis in das Jahr 2020 hinein, denn dann jährt sich am 2. Dezember zum 175. Mal der Todestag von Mayr in Bergamo. Eventuell könnte man aus diesem Anlass eine Reise nach Bergamo mit Gedenkgottesdienst in der Basilika und Kranzniederlegung am Ehrenmal organisieren.

Das Vorstandsmitglied Roland Wolfsfellner berichtete vom Besuch einer konzertanten Aufführung der Mayr-Oper "Elena e Costantino" in Neuburg, von der er begeistert gewesen sei. Danach wurde die Frage laut, ob nicht eine zweite Aufführung des Werkes in Sandersdorf möglich wäre. "Grundsätzlich stehe dem nichts im Wege, meinte Hauk. Der Pionier der Mayr-Forschung, kündigte zudem an, dass er im nächsten Jahr die Oper "Alfredo il Grando" von Mayr, die am 26. Dezember 1819, also vor 200 Jahren, in Bergamo erstmals aufgeführt wurde, wieder in Neuburg spielen werde. Auch die Aufführung einer neuen Messe von Mayr in der Kirche Viktoria in Ingolstadt sei in Planung.

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