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Großübung mit Inspektion in Sollern - Lob für die Einsatzkräfte, aber auch Verbesserungsvorschläge

Feuerwehren unter der Lupe

Sollern
erstellt am 12.03.2018 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:34 Uhr | x gelesen
Sollern (DK) Sirenen heulen, Martinshörner dröhnen, Blaulichter blinken: Doch zum Glück ist es kein Ernstfall, sondern die Übung zur alle drei Jahre stattfindenden großen Inspektion der Feuerwehren im Inspektionsbezirk Ost, für den Kreisbrandinspektor Franz Waltl aus Pförring verantwortlich ist.
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Kurz nach der Alarmierung, brach die Dunkelheit ein. Schnell hatten die Wehren aus Neuenhinzenhausen, Mendorf und Steinsdorf Wasser an den Strahlrohren, und begannen den Fiktiven Brand u löschen. Einsatzleiter Stephan Betz (links) gab der Sandersdorfer Wehr noch Details zum Einsatzbefehl mit, wobei andere Wehren schön längst Wasser an den Rohren hatten. Kritisch wurde dies von Kreisbrandmeister Feßlmeier (von rechts) und Kreisbrandinspektor Waltl beobachtet.
Danhauser, Martin, Altmannstein-
Sollern

Derzeit wird die Marktgemeinde Altmannstein unter den strengen Blicken der Feuerwehrführung des Landkreises Eichstätt inspiziert. Unterstützt wird Waltl von Altmannsteins Kreisbrandmeister Markus Feßlmeier sowie Alois Girtner aus Kasing und Alexander Heimisch auch Gaimersheim. Bereits am Freitag wurde der nördliche Teil der Großgemeinde unter die Lupe genommen (wir berichteten) . Kommenden Samstag steht der südliche Teil auf dem Inspektionsplan.Alle 17 Feuerwehren der Gemeinde Altmannstein kommen an die Reihe, am Samstag war der mittlere Teil dran.

So wurden im Halb-Stunden-Rhythmus die Feuerwehren Mendorf, Schafshill/Thannhausen, Schamhaupten, Sandersdorf, Steinsdorf und Neuenhinzenhausen/Sollern von der Feuerwehrführung besucht. Dort machten sich die Inspektoren ein Bild vom Ausbildungsstand der Feuerwehrdienstleistenden sowie der Gerätschaften. Auch wurde die Dokumentation der Übungen und Einsätze genauestens eingesehen. Immer mit dabei war Bürgermeister Norbert Hummel. Im Großen und Ganzen kann Waltl einen guten Bericht an Kreisbrandrat Martin Lackner weitergeben, da die besuchten Wehre einen guten Zustand aufweisen.

Auch ein erfahrener Einsatzleiter hat es bei einem Ernstfall nichtimmer leicht, da jeder Einsatz anders ist."

Kreisbrandinspektor Franz Waltl

 

Die bemängelten Punkte werden zusammen mit dem hiesigen Kreisbrandmeister, den Verantwortlichen der Feuerwehren und den Verantwortlichem im Rathaus abgearbeitet, wie Feßlmeier verlauten ließ. Nach dem theoretischen Teil heulten um 18.18 Uhr in Neuenhinzenhausen und Sollern die Sirenen, so dass die sechs Feuerwehren bei einer Gemeinschaftsübung ihr Können zeigen konnten. Nach und nach kamen die Einsatzfahrzeuge mit 72 Männern, sechs Frauen und einem Mitglied der Jugendfeuerwehr in Sollern an, wo der Schweinestall der Familie Georg Haunschild als fiktives Brandobjekt genutzt wurde. Neuenhinzenhausens Kommandant Stephan Betz, war zugleich Einsatzleiter.

In drei Abschnitte wurde der Einsatzort aufgeteilt. So übernahm die örtliche Feuerwehr zusammen mit Mendorf die Aufgabe, eine Wasserwand aufzubauen, um den angrenzenden Stadel vor dem Übergreifen der Flammen zu schützen. Die Feuerwehr aus Steinsdorf begann mit dem Löschen des Brandobjektes. Ebenso waren die Steinsdorfer, in Zusammenarbeit mit Schafshill, mit der Verkehrsregelung beauftragt. Die Wehren aus Schafshill/Thannhausen, Schamhaupten und Sandersdorf bildeten den dritten Abschnitt. Ihre Aufgabe bestand in der Wasserentnahme mit zwei Motorpumpen aus der Schambach, dem Schützen des Wohnhauses sowie darin, die vermissten Personen aus dem angenommenen Brandobjekt zu retten. Matthias Vogg, Kommandant der Sandersdorfer Wehr, übernahm die Abschnittsleitung.

Nachdem die Wasserversorgung gegeben war, betrat der Rettungstrupp, der sich zwischenzeitlich mit schwerem Atemschutzgerät ausgerüstet hatte, den total verrauchten Schweinestall. Binnen kürzester Zeit wurde eine Person dem Rettungsdienst übergeben. Der zweite Trupp begann mit dem weiteren Absuchen des Einsatzobjektes. Innerhalb kürzester Zeit konnte die zweite vermisste Person dem Rettungsdienst übergeben werden. Mit dem Belüftungsgerät wurde das Gebäude rauchfrei geblasen. Nachdem die gestellten Aufgaben erledigt waren, gab Kreisbrandinspektor dem Einsatzleiter den Befehl: "Übung beendet!" Nachdem die Ausrüstungsgegenstände wieder in den Fahrzeugen verstaut waren, trafen sich alle 79 beteiligten Einsatzkräfte zur Manöverkritik.

Kurz nach der Alarmierung, brach die Dunkelheit ein. Schnell hatten die Wehren aus Neuenhinzenhausen, Mendorf und Steinsdorf Wasser an den Strahlrohren, und begannen den Fiktiven Brand u löschen. Einsatzleiter Stephan Betz (links) gab der Sandersdorfer Wehr noch Details zum Einsatzbefehl mit, wobei andere Wehren schön längst Wasser an den Rohren hatten. Kritisch wurde dies von Kreisbrandmeister Feßlmeier (von rechts) und Kreisbrandinspektor Waltl beobachtet.
Danhauser, Martin, Altmannstein-
Sollern

Kreisbrandmeister Alexander Heimisch kritisierte, dass sich die Feuerwehren die Anfahrt gegenseitig schwer gemacht hätten, da alle mit ihren Fahrzeugen bis zum Einsatzort fuhren. "Bei solch einem Szenario muss ein Bereitstellungsplatz eingerichtet werden, aus dem je nach Bedarf der Einsatzleiter die benötigten Fahrzeuge mit deren Ausrüstung anfordert und einteilt", so Heimisch. Doch Heimisch hatte nicht nur kritische Worte. Positiv sah er, dass die Wehren aus Neuenhinzenhausen, Mendorf und Steinsdorf ziemlich schnell Wasser an den Rohren hatten, aber eine nachrückende Drehleiter hätte ein Problem gehabt, da die Zufahrt mit Schläuchen versperrt war. "Darauf muss mehr geachtet werden", betonte der Kreisbrandmeister.

Nach dessen Kritik wandte sich Altmannsteins Kreisbrandmeister Markus Feßlmeier an die Einsatzkräfte, der den Abschnitt um Abschnittsleiter Vogg in Augenschein genommen hatte. "Es war und ist nicht einfach, solch ein riesen Objekt innerhalb kürzester Zeit so zu koordinieren, dass alles perfekt läuft, darum üben wir", so Feßlmeier. Er zeigte chronologisch einige Punkte auf, an denen noch gearbeitet werden müsse. Um 18.18 Uhr wurde die Alarmierung von der Integrierten Leitstelle in Ingolstadt ausgelöst. Die Einsatzfahrzeuge fuhren nach Sollern, wo die Wehren nach und nach - so wie sie ankamen - ihren Einsatzbefehl von Einsatzleiter Stephan Betz bekamen. Zum Bedauern Feßlmeiers war die Sandersdorfer Wehr ganz hinten. Somit bekam sie erst um 18.24 Uhr ihren Befehl. Geplant war von der Einsatzleitung, dass die Löschgruppe aus Schafshill das Sandersdorfer Fahrzeug mit Wasser versorgt, so dass der Rettungstrupp sich als Erstes um das Auffinden der vermissten Personen kümmern kann. Jedoch funktionierte die Wasserversorgung nicht. Inzwischen war es 18.35 Uhr - elf Minuten, nachdem der Befehl zur Personenrettung abgegeben wurde. Bis das verrauchte Gebäude abgesucht war und die erste vermisste Person dem Rettungsdienst übergeben werden konnte, vergingen weitere zehn Minuten. Weitere fünf Minuten später war die zweite vermisste Person übergeben. "Eigentlich sollten die vermissten Personen gerettet werden, was hier geschah, war eine Personenbergung. Vorrangig hat die Personenrettung zu erfolgen, dies wurde schlicht versäumt", so der Kreisbrandmeister.

Trotz der Kritik von den einzelnen Kreisbrandmeistern lobte Kreisbrandinspektor Waltl den Einsatz der Feuerwehrdienstleistenden und betonte, sie sollen dies nicht als negative Kritik aufzunehmen, sondern als Ansporn, die angesprochen Punkte das nächste Mal anders zu machen. "Es ist nicht einfach, binnen kürzester Zeit alles unter Kontrolle zu bringen und zu koordinieren. Auch ein erfahrener Einsatzleiter hat es bei einem Ernstfall nicht immer leicht, da jeder Einsatz anders ist."

Neuenhinzenhausens Kommandant und Einsatzleiter Stephan Betz dankte allen Beteiligten und gab bekannt, dass vier Atemschutzgeräteträger mit der Personenrettung beauftragt waren, fünf Tragkraftspritzen, 19 B-Schläuche, 27 C-Schläuche, sowie zwölf Strahlrohre am Objekt eingesetzt wurden. Ebenso dankte Bürgermeister Norbert Hummel allen, die sich das ganze Jahr um die Gerätschaften, Schulungen und alles, was zum Löschwesen gehört, kümmern. Zum Abschluss trafen sich alle Beteiligten noch auf ein Getränk.

Martin Danhauser
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