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Bombodrom ist offiziell Naturerbe

Siegenburg
erstellt am 17.06.2015 um 18:58 Uhr
aktualisiert am 01.02.2017 um 07:18 Uhr | x gelesen
Siegenburg (DK) Gute Nachricht für die Bürger von Siegenburg und Umgebung: Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat gestern den ehemaligen Luft-Boden-Schießplatz der Nato in das Nationale Naturerbe aufgenommen. Damit ist der Weg für die Ausweisung eines Naturschutzgebiets auf dem Areal des früheren Bombodroms endgültig frei.
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Zuvor hatte bereits der Marktgemeinderat von Siegenburg eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans in die Wege geleitet.

„Endlich ist das Bombodrom Nationales Naturerbe“, freute sich der Landshuter Bundestagsabgeordnete Thomas Gambke (Grüne) über die gestrige Entscheidung seiner Kollegen im Haushaltsausschuss. Vor einigen Wochen war das Thema auf Betreiben der Unionsfraktion noch kurzfristig und für viele Beobachter völlig überraschend von der Tagesordnung geflogen. Doch jetzt hat der Ausschuss endgültig die Weichen dafür gestellt, dass der frühere Luft-Boden-Schießplatz mit seiner schützenswerten Flora und Fauna als dauerhafte Naturschutzfläche erhalten bleibt. Nach der Schließung des Bombodroms bedeutet die Aufnahme in das Nationale Naturerbe ein glückliches Ende für Siegenburg, seine Bürger und die streitbaren Kämpfer in der Bürgerinitiative gegen Fluglärm, die damit am Ziel ihrer Arbeit angekommen sein dürfte.

Wie berichtet, hatte der damalige Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt bereits vor zwei Jahren in Kelheim die Schließung des Areals verkündet. „Wir machen das Ding dicht“, erklärte der CSU-Politiker damals. Doch bis zum Abzug der Militärs sollte es noch eine Weile dauern. Erst vor einigen Wochen gab schließlich auch die US-Armee grünes Licht für die Rückgabe des 273 Hektar großen Geländes im Dürnbucher Forst bei Siegenburg. Seitdem laufen die Planungen für die Zukunft des Areals auf Hochtouren. Jetzt geht das ehemals militärische Gelände geht an die gemeinnützige Deutsche Bundesstiftung Umwelt Naturerbe GmbH über. Ihr Ziel ist es, den Reichtum an Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und das Naturbewusstsein der Bevölkerung zu fördern.

Seit Dezember liegt ein naturschutzfachliches Gutachten der Regierung von Niederbayern auf dem Tisch, in dem der Flora und Fauna im früheren Militärgelände das beste Zeugnis ausgestellt wird. In dieser Expertise ist unter anderem die Rede von 18 gefährdeten Pflanzenarten, die als schützenswert und „aus floristischer Sicht als national bedeutsam“ eingestuft werden. Das jahrzehntelang abgeschottete Waldgebiet wurde laut diesem Gutachten auch zum Rückzugsraum einer Reihe seltener Vogelarten. Insbesondere gilt das laut der Studie für die Heidelerche, die dort brütet und in Bayern vom Aussterben bedroht ist.

Donaukurier
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