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Haus in Hagenhill brennt am Donnerstagmorgen

Brand zerstört Wohnhaus

Hagenhill
erstellt am 15.02.2018 um 09:10 Uhr
aktualisiert am 19.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Hagenhill (DK) Ein Feuer ist am frühen Donnerstagmorgen in einem Wohnhaus in Hagenhill ausgebrochen. 104 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen an. Verletzt wurde niemand.
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Brand Hagenhill
Ein Wohnhaus in Hagenhill bei Altmannstein brannte.
Josef Köbler
Hagenhill
Es ist noch dunkel, als die Flammen den Himmel über Hagenhill erleuchten. Der Dachstuhl eines Wohnhauses steht in Flammen. Um 6.41 Uhr alarmiert ein Nachbar die Feuerwehr und die Bewohner des Hauses, die dieses rechtzeitig verlassen, wie Kreisbrandmeister Markus Feßlmeier bestätigt. Er leitet den Einsatz, unterstützt von Kreisbrandinspektor Franz Waltl. 

Die Feuerwehren aus Hagenhill, Altmannstein, Mindelstetten und Sandersdorf sind im Einsatz, ebenso wie die Wehren aus Riedenburg und Neustadt mit Drehleitern. Die Kreisbrandinspektion aus Eichstätt unterstützt die Brandbekämpfer und auch der Rettungsdienst und das Rote Kreuz sind vor Ort. Insgesamt sind es 104 Einsatzkräfte, dazu kommen die Polizei Beilngries und die Kriminalpolizei Ingolstadt, die die Ermittlungen aufgenommen hat.

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Auf 400 000 Euro schätzen die Brandermittler der Kriminalpolizei Ingolstadt den Schaden an dem Altbau nach ersten Erkenntnissen. Die Untersuchungen finden allerdings unter erschwerten Bedingungen statt, da das Gebäude einsturzgefährdet ist und nicht betreten werden kann. Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Brandlegung bestehen nicht, so die Brandfahnder. Die Ermittlungen dauern an. „Wir haben schon aus der Entfernung gesehen, dass der Dachstuhlbrand offen ist“, berichtet Feßlmeier.

Die Wehr versucht erst einmal, die Gebäude rundum von den Flammen abzuschirmen, bis die Kollegen mit den Drehleitern eintreffen. Der Funkenflug ist stark. Gleich nebenan befindet sich die Tagespflegeeinrichtung Pausenhof. Die Besucher seien direkt bei der Anfahrt umgeleitet worden und hätten den Tag in einer nahen Gaststätte verbracht, beschreibt Peter Grießer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Nord in Ingolstadt. „Das Feuer hat sich nach unten durchgebrannt“, so Feßlmeier weiter. Auch aus dem Erdgeschoss dringt schließlich der Lichtschein der Flammen. Das Haus brennt trotz der Bemühungen der Wehren vollständig aus, wie die Polizei bestätigt. Um kurz nach 9 Uhr qualmt es nur noch aus dem Dach, die Einsatzkräfte sind mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Dabei sind ihnen die Photovoltaikplatten im Weg. „Da ist es wichtig, dass man Fachleute hat“, betont Franz Waltl. Schon bald trifft Jörg Schmid aus Essing mit seiner Rettungs-, Lösch- und Bergetechnik ein.

Ein riesiger Greifer reißt die Platten vom Dach, auch ein Ast des nebenstehenden Baumes, der im Weg ist, wird kurzerhand abgesägt. Angesengte Dachziegel bröseln herunter, an manchen Stellen züngeln noch einmal kleinere Flammen aus dem Dach, die schnell von unten gelöscht werden. Im Haus des Stockclubs und im Pfarrheim haben Helfer aus dem Ort Posten bezogen und versorgen die Einsatzkräfte. Besonders begehrt sind Becher mit dampfendem Kaffee und Tee, an denen sich die Männer die Finger wärmen. „Leberkässemmeln“, ruft ein Mann, der zwischen den Fahrzeugen hindurchgeht und eine große Tüte trägt. Eine willkommene Stärkung. Eine Nachbarin bringt einen großen Topf mit Kartoffelsuppe. Die Hagenhiller Frauen haben sich über ihre WhatsApp-Gruppe kurzgeschlossen, jeder bringt mit, was er gerade daheim hat. Pfarrvikar John Joseph kommt mit mehreren Getränkekästen vorbei.

Das Mitgefühl mit dem betroffenen Ehepaar ist groß unter den Hagenhillern. Schon jetzt denkt die Dorfgemeinschaft darüber nach, wie sie die Mitbürger nach diesem Schicksalsschlag unterstützen kann. Auch Markus Feßlmeier und Franz Waltl blicken nach der ganzen anfänglichen Aufregung um die Löscharbeiten schließlich betroffen auf die Ruine des Hauses. Doch sie sind froh, dass niemand verletzt worden ist.

Der Frauenbund Hagenhill organisiert an diesem Sonntag einen Kuchenverkauf für die beim Brand Geschädigten im Pfarrheim. Die Abgabe des Gebäcks ist ab 8 Uhr dort möglich. Der Verkauf startet nach dem Gottesdienst, der um 8.30 Uhr beginnt. Die Organisatoren hoffen auf viele Abnehmer für die Backwaren.

Isabel Ammer
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