Montag, 18. Juni 2018
Lade Login-Box.

Aktion saubere Landschaft: Kinder und Erwachsene befreien die Riedenburger Fluren von Müll

Plastik, Geschirr und Autoreifen

Riedenburg
erstellt am 16.04.2018 um 18:17 Uhr
aktualisiert am 20.04.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Riedenburg (DK) Gut drei Stunden sind Kinder und Erwachsene am Samstag rund um Riedenburg unterwegs gewesen, um Müll einzusammeln. Die vom Touristikverein organisierte Aktion saubere Landschaft brachte heuer sogar Geschirr und alte Autoreifen zutage.
Textgröße
Drucken
Auch viele Kinder beteiligten sich an der Aktion saubere Landschaft in Riedenburg ? sie waren am Großparkplatz, rund um den Stadtweiher und an der Wassertretanlage an der Schambach unterwegs.
Auch viele Kinder beteiligten sich an der Aktion saubere Landschaft in Riedenburg ? sie waren am Großparkplatz, rund um den Stadtweiher und an der Wassertretanlage an der Schambach unterwegs.
Fotos: Erl
Riedenburg
Abfall einsammeln ist wie die Arbeit des mythologischen Sisyphus aus der antiken griechischen Sage, der mit seiner Arbeit auch immer wieder von Vorne anfangen musste. Seit wie vielen Jahren der Touristikverein Riedenburg schon im Frühling zum Müll sammeln aufruft, kann die Vorsitzende Sandra Schmid schon gar nicht mehr sagen. Denn es ist in jedem Jahr so, als hätte sich im Vergleich zum Vorjahr nichts verändert.

Auch bei der diesjährigen großen Gemeinschaftsaktion am Samstagnachmittag hatten sich die Mitmenschen wieder allzu sorglos in der Natur getummelt und ihren Abfall rücksichtslos unter Büschen und Hecken oder einfach nur am Straßenrand entsorgt. Ganz massiv beklagten sich die Sammler über die vielen Hundehaufen, die überall als ekelige Überraschungen auf sie warteten. "Es sind immer die gleichen Stellen, wo der meiste Müll liegt. Das sind Straßenränder, abgelegene Parkplätze wie etwa am Trimmdichpfad oder einfach nur da, wo sich viele Menschen aufhalten", weiß die Organisatorin zu berichten.
 
Fotos: Erl
Riedenburg



Dennoch sind es auch fast immer die gleichen Teilnehmergruppen, denen die Sauberkeit ihrer Heimatregion am Herzen liegt und die einen Nachmittag für diese "Ramma damma"-Aktion opfern. Bereits um 13 Uhr trafen sich die Mitglieder des Touristikvereins, des Skiclubs, des Schäfer- und des Gartenbauvereins, die Fischer, Wasserwachtler und MSCler sowie viele Privatpersonen und kleine private Gruppen am Großparkplatz zur Einsatzplanung. Nachdem heuer auffallend viele Kleingruppen ihr Engagement einbrachten, fiel es Sandra Schmid leicht, damit die gesamte Fläche vom Badesee St. Agatha bis nach Prunn und hinein in die Altmühlhänge abzudecken. Den vielen Kindergruppen überließ sie dabei die Bereiche um den Großparkplatz, um den Stadtweiher und um die Wassertretanlage am Ufer der Schambach.

Einer der Erwachsenen in so einer Wasserwacht-Kindergruppe war der 62-jährige Alfons Deufel. Neben Paula Bailey, Lina Heckl und Helene Schneider (alle neun Jahre alt) war auch seine fünfjährige Enkelin Leonie mit dabei. "Opa und ich, wir sind ein gutes Team", meinte das muntere Mädchen. Sie alle stocherten die Plastikstücke, Zigarettenkippen und Glasscherben mit langen Greifzangen aus dem Gebüsch. "Wir machen das, weil es gut für die Umwelt ist", strahlte Paula und Lina setzte mit keckem Lächeln "und weil man da gut quatschen kann" nach. Auf die spätere Belohnung bei Eis, Limo und Leberkässemmeln freuten sich alle einschließlich des Opas gleichermaßen.
 
Fotos: Erl
Riedenburg



Bürgermeister Siegfried Lösch (CSU) nahm mit seinen Buben ebenfalls wieder an dieser Aufräumaktion im Gemeindebereich teil, er kümmerte sich um die Fläche beim Aussichtspunkt Schwammerl. Unterstützung aus dem öffentlichen Bereich bekommen die Sammler schon seit Jahren, das Landratsamt stellt die Müllsäcke zur Verfügung und übernimmt die Beseitigungskosten, die Entsorgungsfirma Pöppl stellt kostenlos einen Sammelcontainer bereit. Auch heuer kamen der Leberkäse wieder als Spende von einer örtlichen Metzgerei und die Semmeln von einem heimischen Bäcker. Beide Brauereien sorgten unentgeltlich dafür, dass die Sammler nach gut drei erfolgreichen Arbeitsstunden ihren Durst im Biergarten stillen konnten.

Das Fazit der Müllsammelaktion deckte sich am Ende des Tages weitgehend mit den Ergebnissen der Vorjahre. "Plastikmüll, Zigarettenkippen, Glasscherben und leere Flaschen, zahllose Hundehaufen und sogar Geschirr und alte Autoreifen", listete Sandra Schmid auf. Trotz der schier endlos scheinenden Aufgabe sieht sie in so einem Nachmittag auch einen positiven Aspekt. "Die Kinder freuen sich alle auf das gespendete Eis und die Kuchen und es mag eine Motivation sein, selber nichts wegzuwerfen", hofft sie. Auch für die Erwachsenen bleibt ein soziales Erfolgserlebnis. "Es ist immer schön, dass man sich danach zusammensetzt und noch plaudert", verrät sie.
Lorenz Erl
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!