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Psychiatrische Institutsambulanz in Parsberg ist wichtige Anlaufstelle

Etablierte Einrichtung

Parsberg
erstellt am 07.02.2018 um 18:46 Uhr
aktualisiert am 11.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Parsberg (swp) Psychische Erkrankungen nehmen immer mehr zu und können jeden treffen. Die meisten davon können aber, wenn sie frühzeitig diagnostiziert werden, gut behandelt oder sogar geheilt werden. Zum Beispiel in der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA), die sich in der Klinik des Landkreises Neumarkt in Parsberg befindet.
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Parsberg: Etablierte Einrichtung
Arbeiten gut zusammen: Die Ärzte Johann Schnieringer und Kornelia Sturm (links) mit Mitarbeiterin Julia Perras. - Foto: Sturm
Parsberg

Im April vergangenen Jahres hat die medbo - die Abkürzung steht für "medizinische Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz" - PIA eingerichtet. Rund zehn Monate später ziehen die Verantwortlichen ein positives Fazit. Bei einem Gespräch mit den behandelnden Fachärzten Kornelia Sturm und Johann Schnieringer in den Räumlichkeiten der Ambulanz teilen beide mit, dass bereits rund 800 Patienten aus dem gesamten Landkreis Neumarkt sowie aus den westlichen Teilen des Landkreises Regensburg in Parsberg behandelt wurden. Das habe seine Gründe. "Bei uns gibt es keine langen Wartezeiten, für Patienten stehen kurzfristig Termine bereit", begründet Schnieringer. Darüber hinaus sei die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und Fachärzten sowie den Kliniken und Krankenhäusern in den beiden Landkreisen eine sehr gute. Deswegen kämen viele Patienten mit Überweisungen von Kollegen oder nach stationären Behandlungen zur PIA. "Und natürlich führt auch eine gewisse Mund-zu-Mund-Propaganda dazu, dass wir so viele Patienten haben", ergänzt Kornelia Sturm. Die beiden Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie werden - und das ist einer der vielen Vorteile der Kooperation mit dem Landkreis - auch zur Behandlung von stationären Klinikpatienten herangezogen, wenn das die Ärzte um Chefarzt Rainer Munzinger für erforderlich halten oder Patienten dies wünschen.

Die von Schnieringer, Sturm und ihrem Team - dazu zählen eine Sozialpädagogin und zwei Psychologinnen - in der Psychiatrischen Institutsambulanz behandelten Krankheitsbilder umfassen praktisch die gesamte Palette an psychischen Störungen. Zu den Patienten gehören Menschen, die unter Depressionen oder chronischen Schmerzen leiden, die Hilfe bei der Verarbeitung von traumatisierenden Vorfällen benötigen. Auch Angststörungen werden in Parsberg behandelt. "Die Patienten kommen aus der näheren und weiteren Umgebung", betonen die Ärzte übereinstimmend und: "Es wird kein Patient abgelehnt, wenn er krank ist." Diese Hilfe beginne, nachdem die Betroffenen von der Mitarbeiterin Julia Perras aufgenommen wurden, mit einem ausführlichen Gespräch. Dieser Erstkontakt werde in einer genauen Dokumentation festgehalten. In den meisten Fällen kommen die Patienten zu mehreren Terminen. Auch hier nehmen sich die Ärzte Zeit. Manchmal sei auch eine begleitende Medikation dringend erforderlich.

Die PIA hat sich zu einer wichtigen Anlaufstelle für die Menschen in der Region entwickelt. Dabei ist den Ärzten jedoch schon etwas aufgefallen. "Ich habe den Eindruck, dass die Vorurteile gegenüber einer psychiatrischen Behandlung hier größer sind als woanders", sagt Schnieringer. Er ist sich aber sicher, diese Vorurteile abbauen zu können. Wie geht es weiter mit der PIA? Schnieringer könnte sich hier eine Angebotserweiterung im Bereich der aufsuchenden Pflege vorstellen: "Dabei würden Fachpflegerinnen oder -pfleger die Psychiatriepatienten zu Hause aufsuchen können." Sturm würde sich darüber hinaus über die Möglichkeiten von Gruppenangeboten freuen. Zur Frage, ob auf das ambulante Angebot ein stationäres folgt, sagte medbo-Pressesprecherin Lissy Höller: "Grundsätzlich ist eine psychosomatische Station an der Klinik in Parsberg vom Gesundheitsministerium genehmigt. Ob, wann und in welcher Form sie umgesetzt wird, ist offen."

Von Werner Sturm
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