Mittwoch, 20. Juni 2018
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Heinz Zacherl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt spricht aktuelle Themen an

Umfangreiche Neuerungen in der Landwirtschaft

Neuses
erstellt am 13.03.2018 um 17:59 Uhr
aktualisiert am 16.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Neuses (mby) Auf Einladung des Ortsverbandes Pondorf des Bayerischen Bauernverbandes hat Heinz Zacherl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt auf der diesjährigen Versammlung referiert. Knapp 40 Landwirte aus dem gesamten Gemeindebereich von Altmannstein hatten sich zu dem Vortrag eingefunden. Der Pondorfer Ortsobmann Albert Schels bedankte sich bei Zacherl und den Landwirten für das zahlreiche Erscheinen.
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Gleich mit einem schwierigen Thema legte Zacherl los. Die neue Düngeverordnung zwingt die Landwirte dazu, genau zu rechnen, wie viel Dünger sie auf welche Schläge ausbringen dürfen. Aufgrund der Komplexität der Materie stehen mehrere Softwareanwendungen zur Verfügung. Ein Selberrechnen des Düngebedarfsplans mit dem Taschenrechner ist laut Zacherl unmöglich. Wichtig sei die exakte Berechnung zum einen wegen der von den Landwirten geforderten jährlichen Düngebilanz, die für den Betrieb aufgehen muss. Zum anderen wird ein Fehlverhalten sanktioniert. Bis 30. April wird es nur Verwarnungen geben, aber ab dem 1. Mai drohen Bußgelder. Anhand eines umfangreichen Beispiels erläuterte Zacherl die Rechenmethode. Mehrere Zwischenfragen ließen schon erahnen, dass damit nicht gerade eine Erleichterung für die Landwirte geschaffen wurde. Unter www.lfl.bayern.de stehen weitere Informationen für die Landwirte bereit.

Unbedingt erforderlich ist laut Zacherl auch das sogenannte Gelbe Heft. Auf knapp 100 Seiten werden in dem "Leitfaden für die Düngung von Acker- und Grünland" die wesentlichen Faktoren der Berechnung beschreiben. Den Landwirten wird das aktuelle Heft in den nächsten Tagen zugestellt. Ziel der Düngeverordnung ist es, organischen Dünger auf mehr Fläche zu verteilen, die Ausbringung möglichst verlustfrei zu bewerkstelligen und die Düngung insgesamt zu reduzieren und zu optimieren, fasste Zacherl Sinn und Zweck der neuen Verordnung zusammen.

Als weiteres Thema erläuterte er die wesentlichen Inhalte der Cross-Compliance-Vorschriften. Die geforderten Auflagen sind von den Landwirten einzuhalten, da andernfalls bei entsprechenden Kontrollen Sanktionen und die Kürzung von Zahlungen drohen. Grundbodenuntersuchungen haben bei Schlägen ab einem Hektar Fläche mindestens alle sechs Jahre zu erfolgen. Sinnvoll ist es, laut Zacherl, neben der Ermittlung des Phosphatwertes auch den Kali- und pH-Wert ermitteln zu lassen. Die Bodenwerte fließen auch in die Berechnungen der Düngebedarfsermittlung und der Feld-Stall-Bilanz ein. Die Obergrenze der Ausbringung von Stickstoff von 170 Kilogramm je Hektar ist zwingend einzuhalten. Im Cross-Compliance sind weiter die Anforderungen an die Lageranlagen von organischem Dünger geregelt. Die vorgeschriebenen Lagerkapazitäten sind zu planen und gegebenenfalls Erweiterungen vorzunehmen. Weitere Regelungen betreffen die Ausbringung von organischem Dünger, wie Zeitraum und Beschaffenheit des Bodens. Anforderungen beim Pflanzenschutz und die Verpflichtung zur vollständigen und richtigen Aufzeichnung der verwendeten Pflanzenschutzmittel sind weitere Gebiete der Cross-Compliance-Richtlinien.

Als letztes Thema des Abends behandelte Zacherl die aktuellen Neuerungen beim Pflanzenschutz. Die Landwirte sollen beim Umgang mit den Pflanzenschutzmitteln die erforderliche Schutzausrüstung tragen, empfahl Zacherl. Wegen der Wirkstoffverfrachtung ist beim Einsatz bestimmter Mittel wie Pendimethalin oder Prosulfocarb ein freiwilliger Sicherheitsabstand von einem Kilometer zu Ökoflächen zu berücksichtigen. Bei Hangneigungen entlang von Gewässern beträgt der Abstand sieben Meter. Empfohlen werden zehn Meter. Der Markt an Pflanzenschutzmitteln wurde in letzter Zeit durch viele Nachbauprodukte immer undurchsichtiger.

Die Entwicklung verschiedener Krankheiten bei bestimmten Feldfrüchten und deren wirkungsvolle Bekämpfung zeigte Zacherl im weiteren Verlauf auf. Beim Mais war 2017 ein starker Maiszünslerbefall festzustellen. Je nach Witterung müssen die Landwirte auch heuer wieder mit dem Schädling rechnen. Bei der Gerste traten vermehrt die Krankheiten Ramularia (2016) und Zwergrost (2017) auf. Krankheiten, Unkräuter oder Schädlinge können bei der mehrmaligen Behandlung mit denselben Wirkstoffen Resistenzen entwickeln, deshalb ist ein Resistenzmanagement enorm wichtig. Zacherl zeigte anhand mehrerer Versuchsreihen mögliche Anwendungsmöglichkeiten und entsprechende Alternativen auf. Allerdings werden durch europaweite Regulierungen die Wirkstoffmöglichkeiten im Pflanzenschutz immer mehr eingeengt. Zacherl bedankte sich zum Schluss des Vortrages für die Aufmerksamkeit und bot die Beratung seines Amtes in Zweifelsfragen an.

Von Bernhard Meyer
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