Montag, 10. Dezember 2018
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An der Teilung von Wissinger und Weißer Laber gibt es Abkühlung, Geselligkeit und Geschichte zugleich

Musikalisches Fußbad in der "Dolong"

Dietfurt
erstellt am 12.08.2018 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 16.08.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Dietfurt (grb) In den vergangenen Wochen, als die Sonne erbarmungslos vom Himmel brannte, tat es gut, sich abkühlen zu können.
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Gesellige Stunden mit Musik haben einige DIetfurter zuletzt an der ?Dolong? verbracht.
Gesellige Stunden mit Musik haben einige DIetfurter zuletzt an der "Dolong" verbracht.
Foto: Grammetbauer
Dietfurt
Was wäre da besser geeignet, als Wasser? So erlebte das Dietfurter Sieben-Täler-Freibad am Südhang des Weinberges mit herrlichem Blick über Dietfurt und das Altmühltal zwar einen regen Zulauf, doch Ortskundige fanden auch andere Plätze. So ist die Wassertretanlage am Stadtgraben vor allem ein Ort zum Abkühlen. Mütter mit kleinen Kindern sind nachmittags dort zu finden.

Aber es gibt auch noch einen Ort, der sogar Musikanten zum Musizieren anlockte: die Dolong, wie sie im Volksmund von den Dietfurtern seit jeher genannt wird. Hochdeutsch heißt dies "Teilung". Dort teilen sich die Wissinger Laber, die von Breitenbrunn her kommt, und die Weiße Laber wieder, die sich kurz nach Haas in einen Bach vereinigt hatten. Ein Laberarm bildet dann die Stadtlaber, der andere führt zur Rengnath-Mühle. In die Altmühl, jetzt Main-Donau-Kanal, mündeten/münden sie beide, wenn sie Dietfurt verlassen haben.

Vor allem vor dem Bau des Freibades im Jahre 1966 wurde die "Dolong" zum Baden genutzt, nicht zuletzt von den Kindern und Jugendlichen aus dem nord-östlichen Stadtbereich, während die Badefreudigen aus der Innenstadt und dem "Süd- und Westviertel" zur Altmühl wanderten. Dort gab es die sogenannte "Badeanstalt", eine Holzhütte zum Umkleiden.

Nach dem Bau des Freibades hatten die Badeplätze Dolong und Altmühl ihren Reiz verloren, das Sieben-Täler-Freibad lockte alle an. Dieser Tage nun wurde die "Dolong" ganz spontan auch von Volksmusikanten aufgesucht. Sie kühlten sich im Wasser ab und spielten dabei mit ihren Instrumenten im Schatten der Bäume. Von ihren Klängen und Melodien wurden Wanderer und Spaziergänger angezogen, die vorbeikamen. Sie erfreuten sich, spendeten Beifall und meinten zu den "Wassermusikanten" Josef Grünbeck, Florian Bachhuber sowie Michael und Hans Rösch, dass sie so eine musikalische Erfrischung durchaus wiederholen sollten.

Das Brückerl über die "Dolong" und damit auch dieser musikalische Leckerbissen, wobei die Füße in der kühlen Laber baumeln können, ist eigentlich Anton Bachhuber senior zu verdanken. Ende der 1990er-Jahre bei einer Jahresversammlung des Fremdenverkehrs- und Verschönerungsvereins schlug Bachhuber vor, bei der "Dolong" eine Brücke über die Laber anzubringen, um so einen stadtnahen Spazierweg rund um Dietfurt vor allem für ältere Bürger und Urlauber zu ermöglichen, denen der Weg bis Haas zu weit war, um auf die andere Laberseite zu kommen. Es dauerte noch etwa zehn Jahre, bis alle Genehmigungsverfahren und Grundstückverhandlungen abgeschlossen waren und das Bauwerk bewerkstelligt werden konnte. Im Oktober werden es nun zehn Jahre, dass die Brücke aufgestellt wurde. Ein kleiner Trampelpfad führt vom Fuß- und Radweg an der Breitenbrunnerstraße durch die herrlichen Wiesen zur Brücke und auf der anderen Seite entweder zum Balthasar-Werner-Weg oder auch zum Fischteich des Fischereivereins am Premerzhoferweg. Auf beiden Routen kann die Innenstadt gut und eben erreicht werden.

Übrigens kam der Anstoß zum Bau des sogenannten Antoniusbrückerls am Franziskuspark, hinter der Klostermauer, auch von Anton Bachhuber. Diese Laberüberquerung ist von Spaziergängern und Friedhofbesuchern nicht mehr wegzudenken. Inzwischen dient sie auch dem Franziskuspark, dem Park der Generationen und dem Qi-Gong-Weg.
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